﻿     1	
     2	Tatsächlich hatte n Möchtegern und sie sich mit einander verlobt.
     3	Auf Melpomenes Rüge, die Verlobung mit Irdischen sei den Göttinnen verboten,
     4	antwortet Erato verboten von wem, von dem alten Philanderer,
     5	von dem Frauenverächter auf dem Olymp lasse ich mir nichts verbieten. 
     6	Der soll sich um seine eigenen Liebschaften kümmern. 
     7	Zum Schluss singt Möchtegern: Und so sind wir verlobte und
     8	verbundene, in Freud und Leid, in Wehtun und Verzeihn. 
     9	Erato berichtigt ihn, weist darauf hin, dass dies eigentlich ungenau sei, 
    10	denn es gäbe nichts zu verzeihn, da sie einander nie wehgetan hätten, 
    11	und es niemals tun würden.
    12	Sie umarmen und küssen sich indem der Vorhang fällt.
    13	
    14	* * * * *
    15	
    16	
    17	11 Nachspiel und Vorspiel 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 11 
    18	
    19	Nachgespieltes Vorspiel:
    20	
    21	Blick auf einen wüst verwilderten Soldatenfriedhof,
    22	bestückt mit Fahnen vieler Länder. 
    23	Die Gräber sind unterschiedlich mit Halbmond, mit Stern,
    24	und mit Kreuz angezeigt.
    25	Dazwischen liegen schlafende oder gefallene Soldaten mit gestreckten Gewehren.
    26	In allen Richtungen, auch über die Soldaten, krabbeln Kröten.
    27	Im Hintergrund drei ragende Kreuze. 
    28	
    29	Die Stimmen eines Chorals ertönen erst als sanftes kaum hörbares Orgelspiel, 
    30	dann in vollem Chor:
    31	
    32	"Ach Herr, lass dein lieb Engelein
    33	Am letzten End die Seele mein
    34	In Abrahams Schoß tragen,
    35	Den Leib in seim Schlafkämmerlein
    36	Gar sanft ohn eigne Qual und Pein
    37	Ruhn bis am jüngsten Tage!
    38	Alsdenn vom Tod erwecke mich,
    39	Dass meine Augen sehen dich
    40	In aller Freud, o Gottes Sohn,
    41	Mein Heiland und Genadenthron!
    42	Herr Jesu Christ, erhöre mich,
    43	Ich will dich preisen ewiglich!
    44	(Herzlich lieb hab ich dich, o Herr," 3. Vers , Martin Schalling, 1571) 
    45	
    46	Vorübergehend völlige Stille. Dann stürmischer Applaus, Händeklatschen,
    47	Fußstampfen, Gejohle und Gelächter. Der Vorhang fällt.
    48	
    49	XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
    50	
    51	11. Anhang  11-11-11-11-11-11-11-11-11-11-11-11-11-11-11
    52	
    53	Apollo lässt Lump, Möchtegern, Krötenheim ihre Rollen wählen:
    54	Lump will Zeus spielen.
    55	Sie werden Oberrichter, Schalk, (Eulenspiegel), :(Tier)arzt.
    56	
    57	Lump besucht Krötenheim bei Möchtegern
    58	und beklagt sich über die Rettungsinitiative.
    59	Das Transportieren von wilden Tieren sei verboten.
    60	Sein Zaun sei um ein Tierschutzgebiet zu schonen und verteidigen.
    61	Das Töten der Tiere sei zu deren Gunsten, denn es gäbe ihrer zu viele;
    62	sie verschmutzten die Welt und verursachten den Klimawandel.
    63	
    64	Lump trifft die Musen und ist von ihren Gestalten begeistert.
    65	Er lädt sie ein ihn zu besuchen. Für jede ein Einzelzimmer.
    66	Sie würden sich bei ihm und mit ihm "zuhause" fühlen.
    67	Er sei ganz wie ihr Vater. Er rekrutiert sie zu seinem
    68	Schönheitswettbewerb, als Teilnehmerinnen, dann als Vorsteherinnen.
    69	Singt vor "Drum kann ich erst leben, wenn ich etwas Herrliches
    70	erhöhe über mich.
    71	"So wie du bist so hab ich keinen Menschen je gesehn."
    72	"Circe ..." Verspricht seinen Zaun abzubauen um eine Beziehung zu Erato.
    73	
    74	===============
    75	
    76	Die Musen entbehren der irdische Herberge der sie bedürfen.
    77	Lump lädt sie zu sich ein.
    78	In seinem großen Haus stellt er einer jeden von ihnen ein Einzelzimmer mit 
    79	Doppelbett zur Verfügung. Bietet sich einer jeden an als Zeus der weder
    80	den Ehebruch noch den Inzest verschmähte. Wird von Melpomene für sich selber
    81	und für (on behalf of) ihre Schwestern abgelehnt, mit dem Vorwand, diese
    82	Verbindungen müssten zuvor vom Olympusamt genehmigt werden. Als diese
    83	Genehmigung nicht erfolgt, wird Lump rasend, bewirft sie mit Krötenschalen ...
    84	Hermes, Dike werden zurat gezogen.
    85	
    86	Es stellt sich heraus, dass auch unter Göttern eine Ordnung herrscht,
    87	dass die Götter in ihrer Weise nicht weniger als Menschen der Ordnung bedürfen.
    88	Die Musen dienen der Kunst, nicht der Geschlechtlichkeit.
    89	
    90	Lump erklärt seinen Gästen er sei ein hoch kultivierter Mann, 
    91	seine Philosophie sei die Ehrfurcht vor dem Leben, 
    92	er selbst wäre Dichter und Musiker und Opernsänger, 
    93	komponiere Musik, und bäte um Gelegenheit
    94	ihnen seine Krötenliebeslieder vorzutragen. 
    95	Kröten mögen sicher weiden, wo ein guter Hirte weilt. 
    96	Das hätte er selbst komponiert.
    97	
    98	Nachdem Apoll mit dem immer von Neuem Schauspiel 
    99	die neue Gesellschaftsordnung eingerichtet hat, 
   100	bereiten Dike und er sich auf die Rückreise 
   101	zum schneegekrönten Gipfel. 
   102	Sie setzen voraus dass die drei Musen sie begleiten würden, 
   103	haben bereits Flugkarten nach Athen gekauft, 
   104	aber als Apoll die drei Musen von den ausgemachten Plänen benachrichtigt, 
   105	stößt er auf unerwarteten Widerstand. 
   106	Die drei wollen nicht zurück zu den Göttern. 
   107	Sie wollen auf der Erde bleiben. 
   108	Tatsache dass sie sich in die drei Männer verliebt haben. 
   109	
   110	Melpomene rechtfertig sich mit der dringenden Notwendigkeit 
   111	Lump zur Kultur zur Menschlichkeit, und vor allem zur Wahrheit zu bekehren. 
   112	
   113	Euterpe erklärt dass Krötenheims Krötenliebe doch letzten Endes 
   114	psychopathisch und soziopathisch sei,
   115	denn es sei dem Menschen erlaubt nur die Götter, 
   116	die Natur, und andere Menschen zu lieben, 
   117	Krötenheim sei dringend der Psychotherapie, 
   118	welche in gegebenem Fall die aktive Anstellung 
   119	einer weiblichen Psychiaterin unumgänglich machte. 
   120	
   121	Erato erklärt sie weigerte sich Möchtegern zu verlassen, 
   122	denn aller olympischen Vorschriften zuwider
   123	hätte sie sich in Möchtegern verliebt. 
   124	Er wäre im Begriff eine Krötenkomödie zu verfassen, 
   125	eine selbstgestellte Aufgabe 
   126	welche er nicht ohne ihren Beistand zu bewältigen vermöchte.
   127	
   128	Dike wird entscheiden, denn gesetzmäßige Entscheidung von Strittigkeiten 
   129	unter den Göttern ist ihr Amt.
   130	Apoll muss sich der Gerechtigkeit fügen. 
   131	Dike beruft sich auf die Diotimalehre, 
   132	dass die Poesie wie die anderen schönen Künste nicht so sehr die Agape, 
   133	sondern vor allem den Eros voraussetzt und vollendet.
   134	Der Musen Auftrag unleugbar, unbestreitbar sei die Förderung, Pflege, 
   135	und Ausübung der Poesie, weshalb den Musen
   136	die ars amatoria (Ovids) unverzichtbar, unabdinglich sei. 
   137	
   138	Der Amazonenkrieg mit dem Penthesilea Vertrag (Abkommen).
   139	Die Hera Doktrin, der Ehemann käme unvermeidlich 
   140	auf das kuturelle Niveau seine Frau.
   141	
   142	xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
   143	
   144	Jagdkantate
   145	Diana (S I), Pales (S II), Endymion (T), Pan (B)
   146	
   147	1. Rezitativ S I
   148	Was mir behagt,
   149	Ist nur die muntre Jagd!
   150	Eh noch Aurora pranget,
   151	Eh sie sich an den Himmel wagt,
   152	Hat dieser Pfeil schon angenehme Beut erlanget! 	
   153	
   154	2. Arie S I
   155	Jagen ist die Lust der Götter,
   156	Jagen steht den Helden an!
   157	  Weichet, meiner Nymphen Spötter,
   158	  Weichet von Dianens Bahn! 
   159	
   160	3. Rezitativ T
   161	Wie? schönste Göttin? wie?
   162	Kennst du nicht mehr dein vormals halbes Leben?
   163	Hast du nicht dem Endymion
   164	In seiner sanften Ruh
   165	So manchen Zuckerkuß gegeben?
   166	Bist du denn, Schönste, nun
   167	Von Liebesbanden frei?
   168	Und folgest nur der Jägerei? 
   169	
   170	4. Arie T
   171	Willst du dich nicht mehr ergötzen
   172	An den Netzen
   173	Die der Amor legt?
   174	  Wo man auch, wenn man gefangen,
   175	  Nach Verlangen,
   176	  Lust und Lieb in Banden pflegt. 
   177	
   178	5. Rezitativ S I, T
   179	Ich liebe dich zwar noch!
   180	Jedoch
   181	Ist heut ein hohes Licht erschienen,
   182	Das ich vor allem muß
   183	Mit meinem Liebeskuß
   184	Empfangen und bedienen!
   185	Der teure Christian,
   186	Der Wälder Pan,
   187	Kann in erwünschtem Wohlergehen
   188	Sein hohes Ursprungsfest itzt sehen!
   189	  - So gönne mir,
   190	    Diana, daß ich mich mit dir
   191	    Itzund verbinde
   192	    Und an sein Freuden-Opfers zünde. -
   193	Ja! ja! wir tragen unsre Flammen
   194	Mit Wunsch und Freuden itzt zusammen! 	
   195	
   196	6. Rezitativ B
   197	Ich, der ich sonst ein Gott
   198	In diesen Feldern bin,
   199	Ich lege meinen Schaferstab
   200	Vor Christians Regierungszepter hin,
   201	Weil der durchlauchte Pan das Land so glücklich machet,
   202	Daß Wald und Feld und alles lebt und lachet! 
   203	
   204	7. Arie B
   205	Ein Fürst ist seines Landes Pan!
   206	Gleichwie der Körper ohne Seele
   207	Ich will die Pflicht auch niederlegen,
   208	Und da das ganze Land von Vivat schallt,
   209	Auch dieses schöne Feld
   210	Zu Ehren unserem Sachsenheld
   211	Zur Freud und Lust bewegen. 
   212	
   213	9. Arie S II00
   214	Schafe können sicher weiden,
   215	Wo ein guter Hirte wacht.
   216	  Wo Regenten wohl regieren,
   217	  Kann man Ruh und Friede spüren
   218	  Und was Länder glücklich macht. 
   219	
   220	10. Rezitativ S I
   221	So stimmt mit ein
   222	Und laßt des Tages Lust vollkommen sein! 
   223	
   224	11. Chor
   225	Lebe, Sonne dieser Erden,
   226	  Weil Diana bei der Nacht
   227	  An der Burg des Himmels wacht,
   228	  Weil die Wälder grünen werden,
   229	  Lebe, Sonne dieser Erden. 
   230	
   231	12. Arie (Duett) S I, T
   232	Enzücket uns beide,
   233	Ihr Strahlen der Freude,
   234	  Und zieret den Himmel mit Demantgeschmeide!
   235	  Fürst Christian weide
   236	  Auf lieblichsten Rosen, befreiet vom Leide! 
   237	
   238	13. Aria S II
   239	Weil die wollenreichen Herden
   240	Durch dies weitgepriesne Feld
   241	Lustig ausgetrieben werden,
   242	Lebe dieser Sachsenheld!
   243	
   244	14. Arie B
   245	Ihr Felder und Auen,
   246	Laßt grünend euch schauen,
   247	Ruft Vivat itzt zu!
   248	  Es lebe der Herzog in Segen und Ruh! 
   249	
   250	15. Chor
   251	Ihr lieblichste Blicke, ihr freudige Stunden,
   252	Euch bleibe das Glücke auf ewig verbunden!
   253	  Euch kröne der Himmel mit süßester Lust!
   254	  Fürst Christian lebe! Ihm bleibe bewußt,
   255	  Was Herzen vergnüget,
   256	  Was Trauren besieget!
   257	
   258	Die Anmut umfange, das Glücke bediene (begrüße)
   259	Den Herzog und seine Luise Christine! 
   260	(Den Maga und seine Ursel, die Süße)
   261	Die Anmut unfange, das Glück soll bedienen
   262	Den Maga und alle die Frauen die ihn lieben
   263	  Sie weiden in Freuden auf Blumen und Klee,
   264	  Es prange die Zierde der Fürstlichen Eh,
   265	  Die andre Dione,
   266	  Fürst Christians Krone!
   267	 Knie
   268	
   269	=========================
   270	
   271	
   272	==========================
   273	
   274	Mon May  6 08:46:59 EDT 2019
   275	Vorgesehene Änderungen:
   276	Die drei Musen verlieben sich in die drei Männer:
   277	
   278	Erato => Möchtegern
   279	Euterpe => Krötenheim
   280	Melopomene => Lump
   281	
   282	Die Göttinnen werden Menschen. Vergleich zu Goethes Iphigenie:
   283	Deren Tugend war nicht die Liebe, sondern das Aussprechen
   284	einer vermeintlichen Wahrheit. vgl: 
   285	"Mein Kind was werden wir nun sprechen:
   286	Die Wahrheit, - wär sie auch (Bekenntnis eines) Verbrechen(s)".
   287	Melpomene veredelt Lump wie Iphigenie den Thoas veredelt.
   288	Aber Iphigenies (kantsche) Tugend, das Aussprechen der Wahrheit ist lieblos,
   289	und Apollo, obgleich er keiner evangelischen Gemeinde angehört, 
   290	meint dass die Rettung der Welt nicht nur der Wahrheit 
   291	sondern auch der Liebe bedarf. 
   292	So wird das gegenseitige Verhältnis von Liebe und Wahrheit
   293	zum (Haupt)thema des Librettos.
   294	So wird die kantsche Lieblosigkeit des nichts als Wahrheit Sagens 
   295	durch eine apollonische Synthese von Liebe und Wahrheit ersetzt.
   296	Es kommt nicht auf die objektive logische Wahrheit an,
   297	sondern auf die subjektive Wahrheit der Liebe.
   298	Die Objektivität der Wahrheit wird 
   299	durch die (Subjektivität der) Liebe ersetzt.
   300	Die Liebe schafft (etabliert) Wahrheit, 
   301	indem sie die Wirklichkeit verwandelt.
   302	Melpomene "erlöst" Lump nicht 
   303	indem sie ihn in einen edlen Menschen verwandelt,
   304	sondern indem sie, wie eine echte Quakerin,
   305	in ihm einen edlen Menschen verborgen entdeckt. 
   306	That of God in every man. 
   307	Ich will Apollo fragen, ob er meint 
   308	es wäre wünscheswert zugleich
   309	"that of Zeus in every man" zu suchen?
   310	Die vielleicht übertriebene Idealisierung des hebräischen Gottes 
   311	bereitet Schwierigkeiten besonderer Art.
   312	Jedenfalls wird Lump von Melpomene überredet 
   313	den Zaun nicht nur von der Schnellstraßenböschung,
   314	sondern auch aus der Seele zu entfernen.
   315	Ihrerseits bringt Euterpe Krötenheim zu dem Verständnis,
   316	dass die Liebe zu Menschen wesentlicher ist 
   317	als die Liebe zu den Kröten,
   318	und dass die Liebe zu Kröten die Liebe zu Menschen nicht ersetzt.
   319	Und Erato "bleibt bei" Möchtegern in einer Weise 
   320	die ihm das Gefühl ermöglicht: 
   321	Bist du bei mir, geh ich mit Freuden zum Sterben und zu meiner Ruh.
   322	
   323	Die gleichzeitige Erscheinung auf der Bühne
   324	von männlichen und weiblichen Wesen,
   325	von Männern und Frauen,
   326	macht es gelegen, und vielleicht unvermeidbar
   327	die besoderen Beziehungen der Geschlechter zu einander zu bedenken,
   328	ob agapisch, ob heteroerotisch oder homoerotisch.
   329	
   330	Ich schlage folgende Begriffsbestimmungen vor:
   331	Götterehen sind nicht Menschenehen und nicht Tieresehen.
   332	Götterehen sind Verbindungen des Geistes oder der Geister.
   333	Tieresehen sind Verbindungen der Leiber.
   334	Menschenehen sind Zwittererscheinungen.
   335	Zu beschreiben und zu unterscheiden sind:
   336	die Beziehungen (ehelich oder anderweitig) unter Göttern,
   337	die Beziehungen (ehelich oder anderweitig) eines Gottes zu einem Menschen, und
   338	die Beziehungen (ehelich oder anderweitig) unter Menschen.
   339	Diese Beziehungen sind so vielfältig,
   340	dass Verallgemeinerung vielleicht ausgeschlossen ist.
   341	
   342	Wie aber möchte die "Verbindung", welcher Art auch immer,
   343	die "Ehe" einer Göttin mit einem Menschenlumpen zu deuten sein?
   344	In der Oper Arabella wird dir Engelhaftigkeit der Frau mehrmals betont.
   345	Am Anfang seiner Liebschaft mit Arabella, singt Mandryka:
   346	"Das ist ein Engel der vom Himmel steigt."
   347	An Ende der Oper, beschreibt Mandryka seine Beziehung zu ihr:
   348	"Auf immer, du mein Engel ..."
   349	
   350	Gewiss ist Krötenheims Liebe zu den Kröten alles andere als erotisch.
   351	Ist es passend, dass Krötenheim und Euterpe sich gegenseitig lieben?
   352	Wie verhält sich Krötenheims Liebe zu den Kröten mit seiner Liebe zu Euterpe?
   353	Wäre vielleicht Krötenheims erotische Liebe von der Göttin mit Agape erwidert?
   354	Und wenn, ist diese Liebe Eros oder Agape? 
   355	Ist Eros unvermeidlich leidenschaftlich?
   356	Ist Agape notwendigerweise leidenschaftslos?
   357	oder zeigen diese Fragen dass die Eros-Agape Dichtomie verfehlt ist?
   358	In welcher Weise möchte Euterpe als Engel-Göttin, den Krötenheim lieben?
   359	In welcher Weise vermag Krötenheim die Göttin Euterpe lieben?
   360	Würde (Wird) Krötenheims bestehende Liebe zu den Kröten 
   361	durch seine keimende Liebe zur Göttin verdrängt.
   362	Ist Rilkes "Ein jeder Engel ist schrecklich" Ausdruck der Enttäuschung
   363	dass seine leidenschaftiche Not durch nichts als leidenschaftsloses
   364	Wohlwollen erwidert wird.
   365	Oder sollten diese drei Göttinen zu menschenähnlichen Frauen werden
   366	eben so wie Zeus in seiner Beziehung zu Semele, Io, und zu Alkmene
   367	als menschenähnlicher Mann erschien.
   368	Das Problem ist ein ethisches: Wie werden Wesen und Handlungen der Menschen
   369	durch der Götter Fürsorge beeinflusst. Für diesen Einfluss sind Leidenschaft
   370	der Menschen und Leidenschaftslosigkeit der Götter und Göttinnen Vorbedingung.
   371	Die ethische Problematik wird schließlich durch einen Göttergipfel erläutert,
   372	Erato, Euterpe, Melpomene, Dike und Apollo besprechen die Problematik
   373	und mögliche Lösungen. Vielleicht erscheint Paulus als christlicher und Jesaja
   374	als jüdischer Berater.
   375	
   376	τὰς ἐν Πιερίῃ Κρονίδῃ τέκε πατρὶ μιγεῖσα
   377	Μνημοσύνη, γουνοῖσιν Ἐλευθῆρος μεδέουσα,
   378	55 λησμοσύνην τε κακῶν ἄμπαυμά τε μερμηράων.
   379	ἐννέα γάρ οἱ νυκτὸς ἐμίσγετο μητίετα Ζεὺς
   380	νόσφιν ἀπ᾽ ἀθανάτων ἱερὸν λέχος εἰσαναβαίνων:
   381	ἀλλ᾽ ὅτε δή ῥ᾽ ἐνιαυτὸς ἔην, περὶ δ᾽ ἔτραπον ὧραι
   382	μηνῶν φθινόντων, περὶ δ᾽ ἤματα πόλλ᾽ ἐτελέσθη,
   383	60 ἣ δ᾽ ἔτεκ᾽ ἐννέα κούρας ὁμόφρονας, ᾗσιν ἀοιδὴ
   384	μέμβλεται ἐν στήθεσσιν, ἀκηδέα θυμὸν ἐχούσαις,
   385	τυτθὸν ἀπ᾽ ἀκροτάτης κορυφῆς νιφόεντος Ὀλύμπου.
   386	                                    Ἡσίοδος
   387	Them in Pieria did Mnemosyne （Memory, 
   388	who reigns over the hills of Eleuthera, 
   389	bear of union with the father, the son of Cronos, 
   390	[55] a forgetting of ills and a rest from sorrow. 
   391	For nine nights did wise Zeus lie with her, 
   392	entering her holy bed remote from the immortals. 
   393	And when a year was passed and the seasons came round 
   394	as the months waned, and many days were accomplished, 
   395	[60] she bore nine daughters, all of one mind, 
   396	whose hearts are set upon song, and whose spirit is free from care, 
   397	a little way from the top-most peak of snow+y Olympus.
   398	                             Hesiod, Theogony
   399	
   400	
   401	==========================
   402	
   403	
   404	Zusatz vom 10. Mai 2019 um 10:15
   405	
   406	Ich stelle mir vor folgende Abteilungen des Librettos:
   407	
   408	1. Der einsame Möchtegern - Habe nun ach, Philosophie, Juristerei und leider
   409	auch Theologie studiert ... beklagt den Verlust der Muetter (sic) und der Geliebten.
   410	Statt Mephisto, erscheinen die Musen.
   411	
   412	2. Der Besuch von den Freundinnen, Erato, Euterpe, Melpomene
   413	
   414	3. Der Besuch und die Klage von Krötenheim: so ist die Welt
   415	
   416	4. Gemeinsamer Versuch der Krötenrettung auf der Schnellstraße
   417	
   418	5. Unterbrechung und Anklage von Lump und seiner Krötenjäger
   419	
   420	6. Auseinandersetzung bei Lump
   421	
   422	7. Lumps Versuch sich einzuschmeicheln
   423	
   424	8. Zerwürfnis in Lumps Villa zwischen den Krötenliebhabern und den Krötenverächtern
   425	
   426	9. Einbeziehung von Dike
   427	
   428	10. Enteignung Lumps Grundbesitz im Katasteramt
   429	
   430	11. Aufstand der Lumpisten; Bürgerkrieg
   431	
   432	12. Apoll wird benachrichtigt und kommt Harmonie zu stiften
   433	
   434	13. Konferenz der Götter in Möchtegerns Küche. Gedankliche Klarlegung der Problematik
   435	
   436	14. Mit Hilfe von Möchtegern, Melpomene, Euterpe und Erato, 
   437	    komponiert Apoll das Schauspiel. 
   438	
   439	15. Alle beteiligten üben sich ein. Die Generalprobe. Dress rehearsal.
   440	
   441	16. Im vorgeschriebenen Schauspiel MÜSSEN die Göttinnen sich wie Menschen betragen,
   442	müssen sich verheiraten lassen, (Du mein Engel!)  und die Menschen, im gegebenen Fall, 
   443	Möchtegern, Krötenheim und Lump, wie Götter. Lump bittet um die Rolle des Zeus und
   444	verspricht ein erstklassige Betragen.  
   445	Der Götter höchste Begierde sind die Macht und die Mädchen.
   446	
   447	==================
   448	Der adhoc bestellte Götterrat besteht aus Apollo, Dike, Melpomene, Euterpe, Erato, Jesaja,
   449	Hiob und Paulus. Die stellen betreffs des Krötenstreits eine Erkundigungsuntersuchung an.
   450	Diese Untersuchung ergibt verschiedene Feststellungen:
   451	
   452	1. Krötentod durch Autounfall ist Geschehen welches das Gleichgewicht der Naturvorgänge 
   453	keineswegs gefährdet, weil a) das Sterben zu beliebigem Zeitpunkt dem Krötenschicksal
   454	inbegriffen ist, b) für das Aussterben des Krötengeschlechts wegen seiner Fruchtbarkeit
   455	keine Gefahr besteht, c) der Zerquetschungstod, wie ästhetisch zuwider auch immer, dennoch
   456	so plötzlich geschieht, dass mutmaßlich dieser Tod schmerzloser ist als fast jedes 
   457	naturgemäße Sterben. 
   458	
   459	2. Die Unempfindlichkeit des Herrn Lump und seiner Anhänger gegen das Töten ist Merkmal
   460	einer geistigen Verfassung welche dem Geistesleben des Einzelnen ehr nachteilig zu sein
   461	scheint, insofern diese Unempfindlichkeit das Erleben ihrer Träger weithin beschränkt
   462	und behindert. Insbesondere behindert diese Unempfindlichkeit die Eingliederung der
   463	von ihr Befallenen in das Gesellschaftsgefüge da es ihnen gleichfalls unmöglich ist
   464	sich mit der Gemütsverfassung ihrer Mitmenschen abzufinden.
   465	
   466	3. Das Gesellschaftsleben ist eine unentbehrliche Bedingung nicht nur der Wirksamkeit,
   467	Produktivität, Zufriedenheit und Glückseligkeit der Menschen, sondern letzten Endes 
   468	auch ihrer Fähigkeit zu überleben. Das Betragen des Herrn Lump und seiner Anhänger steht 
   469	ihrer Eingliederung in jegliche Gesellschaft entgegen, und macht eine solche Eingliederung
   470	auf die Dauer unmöglich. 
   471	
   472	4. Demgemäß ist eine Abwandlung des Benehmens des Herrn Lump und seiner Anhänger 
   473	unabdingbar. Herkömmlicherweise würde der Versuch gemacht dies Benehmen durch Strafe
   474	zu korrigieren. Solche Strafe bedeutet die Verwandlung des Wesens der Betroffenen.
   475	In gegebenem Fall, würde eine zureichende Strafe die Existenz, das Fortbestehen der 
   476	Individualitäten des Herrn Lump und seiner Gefolgsmänner in Frage gestellt, würde dies 
   477	Fortbestehen unmöglich machen. Deshalb ist Strafe in diesen Fällen unangebracht.
   478	
   479	5. Wo Veränderung unabdingbar ist, und grundlegende Veränderung durch Strafe die 
   480	Existenz der Person gefährdet, ist das Schauspiel als alternatives Mittel in Betracht
   481	zu ziehen. Nicht das Wesen des Schauspielers, nur sein Betragen wird verwandelt. So ist 
   482	es ein und dieselbe Frau welche auf der Bühne, heute als Arabella, die leidenschaftlich
   483	liebende Gattin des Gospodar von Mandryka, morgen als Fidelio, die leidenschaftlich
   484	liebende Gattin Leonore des Florestan, und übermorgen als Ariadne, die leidenschaftlich
   485	liebende Gattin erst des Theseus und dann, etwas später, des Bacchus spielt. 
   486	Gewiss, dies alles sind nur Scheinehen, aber wirklich genug um bei den Zuschauern 
   487	stürmische Begeisterung hervorzurufen. Eine Kunst der es gelingt, anderweitig scheinbar
   488	geistig gesunden und normalen Zuschauern so irrsinnige Begeisterung zu entlocken,
   489	sollte genügen die Wesen des Herrn Lump und seiner Anhänger hinlänglich zu verdecken
   490	um bei ihnen allen gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten vorzutäuschen.
   491	
   492	6. Das Verfassen von Opernlibretti, von Schauspielen, von Trauerspielen, Lustspielen, 
   493	Lesedramen ist eine erprobte Kunst. Das Einüben von Schaupielern gleichfalls. Herkömmlich
   494	gehts um Geld, Anerkennung und Ruhm. In unserm Falle ist die Existenz, ist das Leben
   495	selbst im Spiele. Die Menschen die sich weigern - oder realistischer - die zum
   496	Schauspielen unfähig sind, vermögen nicht zu gedeihen, vermögen nicht einmal zu
   497	überleben. "Es ist nicht dass ich sie verurteile, oder gar umbringe," erklärt Apoll.
   498	Das ist nicht mein Amt. Mein Amt ist sie zu retten, wie der Kapitän des gekenterten
   499	untergehenden Schiffs in die Rettungsboote zwingt, so betrachte ich es als mein Amt
   500	diese armseligen Menschen auf die Lebensbühne zu treiben, und sie zu dem unerlässlichen
   501	Schauspiel zu zwingen."
   502	
   503	7. Wissen ist empirisch, ist Erfahrung, will "erlebt" werden. Apoll weiß dass nur ein
   504	Schauspiel die Menschen zu retten vermag. Den Inhalt, was gespielt werden soll aber
   505	wüsste ernicht zusagen. Dazu zieht er Möchtegern zurat.
   506	
   507	8. Die Gegenseitigkeit von Gott und Mensch. Die Menschen bedürfen der Götter. 
   508	Und umgekehrt. Erotik und agape in den Beziehungen von Göttern und Menschen.
   509	Darf, kann, muss zwischen Göttern und Menschen eine erotische Beziehung bestehen?
   510	
   511	9. Es ist eine fehlerhafte Voraussetzung, dass dem Kunstwerk, sei es Dichtung oder
   512	Musik irgend ein bestimmbares Maß Zulänglichkeit (sufficiency) oder Vollkommenheit 
   513	zu eigen sein möchte. Diese ungehörige Voraussetzung ergibt sich aus der naturgegebenen
   514	Tatsache, dass der Mensch begehrt sein inwendiges Erleben in seiner Außenwelt gespiegelt
   515	und von ihr bestätigt zu finden. Realistisch und kritisch betrachtet, haftet jedem
   516	Kunstwerk, und jedem Erlebnis von einem Kunstwerk ein Maß Unvollkommenheit und dem
   517	entsprechende Enttäuschung an.
   518	
   519	10 Der Sinn, Inhalt, Wert des Erlebens des Einzelnen, besteht in der Erkenntnis,
   520	in der Einsicht, in dem Verstehen der widersprüchlichen Problematik seiner
   521	momentanen gegenwärtigen Existenz, und die Lebenskompetenz diesich aus diesem
   522	Begreifen ergiebt.
   523	xxxxxxxxxxxxxxx
   524	
   525	Unfall. Vorerst bleiben die Musen im Hintergrund, von Lump unbemerkt.
   526	Als sie schließlich erscheinen und am Gespräch teilnehmen
   527	beäugelt sie Lump, bewundert ihre Gesichter, Glieder, Brüste u.s.w. 
   528	fordert sie auf zu seinem Schönheitswettbewerb. Lädt sie zu sich ins Haus.
   529	
   530	(Die erste Auseinandersetzung zwischen Krötenheim und Lump
   531	findet in Krötenheims Villa statt.
   532	Krötenheim bespricht Kultur und Ethik,
   533	und die Ehrfurcht vor dem Leben.
   534	Seine Hörer lãcheln, lachen über ihn.
   535	Ihre Antwort geben sie in der zweiten Auseinandersetzung,
   536	Fortsetzung der ersten, dann in Lumps Wohnhaus,
   537	wo den Gästen Krötensuppe angeboten wird,
   538	und grausame Demonstrationen von der Vivisektion,
   539	vom Aufschneiden der lebendigen Tiere und vom Töten der Tiere, 
   540	so wie auch ein Film vom Überfahren der Tiere.)
   541	
   542	Ein struppiger Vorgarten eines vernachlässigten baufälligen Hauses. 
   543	Der Rasen ist ungemäht und dicht bestückt mit Löwenzahn Fruchtstängeln 
   544	von denen der Wind
   545	die winzigen Fallschirmsamen über das hochgewachsene Gras verteilt. 
   546	Angekettet an jeder Seite der Vordertür ein abgemagerter Jagdhund
   547	der anfängt zu bellen als Erato die zerbrochene Gartentür aufschiebt.
   548	 
   549	Als die Hunde Eratos sanft melodische Stimme hören, werden sie ruhig
   550	so dass die Göttin die Haustür erreicht ohne von den Bewohnern bemerkt
   551	zu werden. Erato klopft, die Tür wird geöffnet, und vor ihr steht ein
   552	schwärtiger Mann 
   553	
   554	Schließlich war es doch Melpomene als Leiterin der kleinen Musengruppe
   555	die sich zu dem Weg zu Maga Lump aufmachte. Melpomene begibt sich zu Maga Lump 
   556	um einen Termin für die Konferenz. Nach störrischem Empfang wird sie 
   557	vom Haushofmeister abgewiesen. Ohne ihre Identität preiszugeben lässt 
   558	Melpomene erkennen dass sie über erstklassige Beziehungen verfügt,
   559	vornehmlich auf den Gebieten der Kunst und der Musik. Maga erbost als
   560	er erfährt welch eine ausgesuchte Botin von seinem Angestellten abgewiesen
   561	
   562	Schließlich war es doch Melpomene als Leiterin der kleinen Musengruppe
   563	die sich zu dem Weg zu Maga Lump aufmachte. Melpomene begibt sich zu Maga Lump 
   564	um einen Termin für die Konferenz. Nach störrischem Empfang wird sie 
   565	vom Haushofmeister abgewiesen. Ohne ihre Identität preiszugeben lässt 
   566	Melpomene erkennen dass sie über erstklassige Beziehungen verfügt,
   567	vornehmlich auf den Gebieten der Kunst und der Musik. Maga erbost als
   568	er erfährt welch eine ausgesuchte Botin von seinem Angestellten abgewiesen
   569	worden wäre, lässt die Botin zurückrufen, erklärt ihr dass er Maga auch 
   570	ein Krötenfreund und Verehrer sei, wenngleich heimlich aus Furcht vor dem 
   571	Pöbel der es ist, welcher die Kröten verschmäht. Erklärt ihr er sei nicht 
   572	nur der reichste Mann in Krötenland sondern auch der meist kultivierte, 
   573	und lädt Melpomene und ihre Genossinnen und Genossen zu einer
   574	Versöhnungsveranstaltung, zu einem Versöhnungsfest ein.
   575	
   576	Die Krötenschutzkonferenz bei Maga Lump beginnt glückverheißend.
   577	Maga wiederholt er sei der wohlhabendste Gutsbesitzer in Krötenland.
   578	Seine gottgegebene Bescheidenheit verhinderte ihn von der Darstellung
   579	seines wirklichen Wesens, denn er sei, wenn auch im Geheimen ein bedeutender
   580	Schriftsteller, der Bedeutendste seit Dante Alighieri die 
   581	von Gott aus Menschlenliebe erfundenen Höllenqualen dargestellt, und nur
   582	aus Bescheidenheit unterließe er Maga Lump die Einzelheiten mitzuteilen.
   583	Auch sei er Tonsetzer, Musikliebhaber und verwalte (manage) sein eigenes
   584	Orchester, das leider am heutigen Tage nicht verfügbar sei. Er habe 
   585	jedoch eine Schallplattenwiedergabe der Musik die er seinen Gästen
   586	vorzutragen gesonnen sei erstellen lassen, die er zu seiner Gäste Erbauung
   587	ihnen Vorspielen würde.  
   588	Maga, als König oder Kaiser gekleidet, sieht aus, genau wie
   589	Leonard Bernstein. hält eine Begrüßungsrede in der
   590	er seine Liebe zur Natur, zur Menschheit und selbstverständlich 
   591	zu den Kröten beschwört. Vor allem aber seine eigene, Magas Größe.
   592	Und seine Philosophie der Wahrheit.
   593	Es gibt ein Festessen, eine Suppe und einen
   594	Braten. Auch ein Konzert, eine von ihm selbst komponierte
   595	Krötenkantate: Jauchzet frohlocket,auf preiset die Tage, 
   596	rühmet was heute der Maga getan. Was mir behagt ist nur die muntre Jagd.
   597	Kröten können sicher weiden wo ein treuer Maga wacht. und ein Schlusschor.
   598	
   599	Das neue Regiment
   600	Auf jeglichen Wegen
   601	Bekröne mit Segen!
   602	Friede, Ruh und Wohlergehen,
   603	Müsse stets zur Seite stehen
   604	Dem neuen Regiment.
   605	
   606	Glück, Heil und großer Sieg
   607	Muss täglich von neuen
   608	Dich, Maga, erfreuen,
   609	Daß an allen Ort und Landen
   610	Ganz beständig sei vorhanden
   611	Glück, Heil und großer Sieg!
   612	
   613	===============================
   614	Lump beteuert Melopomene,die Schildkröte sei ihm das liebste alle Tiere,
   615	und die Geburtstagskantate für Prinz Christian von Sachsen-Weißenfels
   616	sei eigentlich von ihm selbst Maga Lump komponiert und wäre
   617	von seinen, Lumps, Widersachern maliziöser Weise dem längst
   618	verstorbenen Thomaskantor zu geschrieben. Der eigentlich Text
   619	laute nicht "Schafe können sicher weiden" sondern "Kröten können
   620	sicher weiden." ... Wenn Melpomene Lump erklärt, es wäre den
   621	Göttinnen verboten sich ohne besondere Genehmigung sich mit Menschen
   622	geschlechtlich zu verbinden, wird Lump sehr zornig, bespuckt sie
   623	und wirft ihr eine zerquetschte Kröte ins Gesicht ...
   624	
   625	===============================
   626	Als Möchtegern einwendet er habe ähnliches schon mal gehört,
   627	erklärt Maga die bekannten Fassungen seien Plagiat,
   628	und er Maga sei deren einziger authentischer Verfasser.
   629	Als Krötenheim von Maga den Abbruch des Krötenzaunes fordert
   630	wird Maga böse, ausfallend, fängt an seine Besucher zu verschmähen
   631	und zu bespucken.
   632	Ein schmackhaftes Festessen an dessen Ende Maga Lump seinen Gästen erklärt, 
   633	dass sie soeben Krötensuppe und Krötenbraten genossen hätten, und fügt hinzu, 
   634	dass ihr offensichtliches Verdauungsbehagen auf die angemeldeten Krötenbesorgnisse 
   635	die schlüssige, unbestreitbare Antwort geliefert hätte.
   636	Als seine Gäste auf ihre Krötenschutzeinwände bestehen wird Maga Lump zornig.
   637	Erst spuckt er den drei Göttinnen und ihren zwei irdischen Begleitern in
   638	die Gesichter, und als diese Darbietung seiner Feindseligkeit 
   639	sich ungenügend erweist seine entschlossenen Besucher einzuschüchtern, 
   640	zieht Maga Lump aus einem Eimer die Schalen zequetschter Schildkröten 
   641	und wirft diese nacheinander jedem seiner fünf Besucher in ihre Gesichter. 
   642	Nun ziehen Erato, Euterpe, Melpomene, Krötenheim und Möchtegern sich zurück. 
   643	"Ich dachte," sagt Euterpe als sie sich vorsichtig 
   644	zurück über die Schnellstraße begeben, 
   645	"dergleichen Benehmen sei auf den Olymp beschränkt, 
   646	aber scheinbar nicht."
   647	
   648	===================
   649	
   650	Nicht nur die Kröten, die Menschen und vielleicht sogar die menschlichen Götter
   651	sind Rettungsbedürftig. Also die Frage die in dem von Apoll inszenierten 
   652	Abschlussschauspiel sich in  den Vordergrund drängt ist, wer rettet wen.
   653	Und worin bestünde die Rettung eines jeden.
   654	Was denken sie, haben sie Vorschläge?
   655	Die Kröten werden durch Umbau der Schnellstrasse gerettet.
   656	Wie aber die drei Männer, Möchtegern, Krötenheim, und Lump.
   657	bedürfen die Musen der Rettung anders als ihren Pflichten nachzukommen?
   658	
   659	Was überhaupt heißt Rettung. Es möchte historische Rettungen- wie bei Lessing -
   660	oder existentielle Rettungen geben.
   661	
   662	Apollo erklärt den Musen, dass sie auch zum Schauspiel gehören, dass die
   663	Menschen an sie und ihre Fürsorge und Liebe glauben müssen. Er erklärt die
   664	Beziehung von agape und eros zu einander.
   665	
   666	20190525 Göttergipfel: Jesaja und Apoll diskutieren den Fall Lump. 
   667	Wie wären die Folgen seiner Zerstörungswut zu verhindern. 
   668	Vielleicht unmöglich. 
   669	Hiob und Paulus sind auch zugegen, aber haben bis jetzt nichts beigetragen.
   670	Hiob rät Geduld. Paulus rät Glauben. Melpomene fragt, ist Glaube mehr als
   671	Leugnen des Seienden, also Selbstbetrug?
   672	
   673	20190527 Einsicht, dass Vergeltung, die Lösung Dikes, ein Glied in der
   674	Schicksalskette ist
   675	
   676	Matthew 5:38-48 King James Version (KJV)
   677	
   678	38 Ye have heard that it hath been said, An eye for an eye, and a tooth for a tooth:
   679	39 But I say unto you, That ye resist not evil: but whosoever shall smite thee on thy right cheek, turn to him the other also.
   680	40 And if any man will sue thee at the law, and take away thy coat, let him have thy cloak also.
   681	41 And whosoever shall compel thee to go a mile, go with him twain.
   682	42 Give to him that asketh thee, and from him that would borrow of thee turn not thou away.
   683	43 Ye have heard that it hath been said, Thou shalt love thy neighbour, and hate thine enemy.
   684	44 But I say unto you, Love your enemies, bless them that curse you, do good to them that hate you, and pray for them which despitefully use you, and persecute you;
   685	45 That ye may be the children of your Father which is in heaven: for he maketh his sun to rise on the evil and on the good, and sendeth rain on the just and on the unjust.
   686	46 For if ye love them which love you, what reward have ye? do not even the publicans the same?
   687	47 And if ye salute your brethren only, what do ye more than others? do not even the publicans so?
   688	48 Be ye therefore perfect, even as your Father which is in heaven is perfect.
   689	King James Version (KJV)
   690	
   691	
   692	38Ἠκούσατε ὅτι ἐρρέθη, Ὀφθαλμὸν ἀντὶ ὀφθαλμοῦ καὶ ὀδόντα ἀντὶ ὀδόντος.
   693	
   694	39ἐγὼ δὲ λέγω ὑμῖν μὴ ἀντιστῆναι τῷ πονηρῷ· 
   695	ἀλλ᾽ ὅστις σε ῥαπίζει εἰς τὴν δεξιὰν σιαγόνα [σου], στρέψον αὐτῷ καὶ τὴν ἄλλην
   696	
   697	40καὶ τῷ θέλοντί σοι κριθῆναι καὶ τὸν χιτῶνά σου λαβεῖν, 
   698	ἄφες αὐτῷ καὶ τὸ ἱμάτιον
   699	
   700	41καὶ ὅστις σε ἀγγαρεύσει μίλιον ἕν, ὕπαγε μετ᾽ αὐτοῦ δύο.
   701	
   702	42τῷ αἰτοῦντί σε δός, καὶ τὸν θέλοντα ἀπὸ σοῦ δανίσασθαι μὴ ἀποστραφῇς.
   703	
   704	43Ἠκούσατε ὅτι ἐρρέθη, Ἀγαπήσεις τὸν πλησίον σου καὶ μισήσεις τὸν ἐχθρόν σου.
   705	
   706	44ἐγὼ δὲ λέγω ὑμῖν, ἀγαπᾶτε τοὺς ἐχθροὺς ὑμῶν καὶ προσεύχεσθε ὑπὲρ τῶν διωκόντων ὑμᾶς,
   707	
   708	45ὅπως γένησθε υἱοὶ τοῦ πατρὸς ὑμῶν τοῦ ἐν οὐρανοῖς, ὅτι τὸν ἥλιον αὐτοῦ ἀνατέλλει ἐπὶ πονηροὺς καὶ ἀγαθοὺς καὶ βρέχει ἐπὶ δικαίους καὶ ἀδίκους.
   709	
   710	46ἐὰν γὰρ ἀγαπήσητε τοὺς ἀγαπῶντας ὑμᾶς, τίνα μισθὸν ἔχετε; οὐχὶ καὶ οἱ τελῶναι τὸ αὐτὸ ποιοῦσιν;
   711	
   712	47καὶ ἐὰν ἀσπάσησθε τοὺς ἀδελφοὺς ὑμῶν μόνον, τί περισσὸν ποιεῖτε; οὐχὶ καὶ οἱ ἐθνικοὶ τὸ αὐτὸ ποιοῦσιν;
   713	
   714	48Ἔσεσθε οὖν ὑμεῖς τέλειοι ὡς ὁ πατὴρ ὑμῶν ὁ οὐράνιος τέλειός ἐστιν.
   715	
   716	==============
   717	
   718	Worauf es ankommt ist die Eichung zwischen den Interessen sich gegenüberstehender
   719	einzelner Mitglieder und zwischen den Interessen des Einzelnen und der Gesellschaft.
   720	Der Einzelne und die Gesellschaft sind voneinander abhängig. Deshalb wäre es
   721	ungültig den Einzelnen zu gunsten der Gesellschaft, oder die Gesellschaft zu
   722	gunsten des Einzelnen zu bevorteilen oder zu vernachlässigen.
   723	
   724	So erscheint es ein Mangel des platonischen Staatsentwurfes den Einzelnen der
   725	Gesellschaft zu unterwerfen. Die Analogie von Tugend der Gesellschaft und Tugend
   726	des Einzelnen ist irreführend.  Die Behauptung, Geltendmachung des Staats aufkosten
   727	des Einzelnen ist verfehlt. Die Kreuzigung ist die symbolhafte Bestätigung der
   728	Göttlichkeit des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft die den Einzelnen zerstört
   729	oder zu zerstören droht.
   730	
   731	Durch den Aufstand der Krötenverfolger ist das Krötenproblem sinnbildlich für
   732	das Gesellschaftsproblem geworden. Denn die Jagd auf Kröten ist letztendlich
   733	eine Jagd auf Lebewesen also im letzten tiefsten Sinne auf Menschen.
   734	
   735	Dass die Widersprüche der Existenz in der Vorstellung, auf der Bühne erörtert
   736	werden müssen. Gelöst werden sie wohl nie. Die Theater bzw Opernbühne ist der
   737	Aufführungsort der Vorstellung worin unsere Welt besteht.
   738	
   739	und beschreibt Apollo was geschehen ist 
   740	und was jetzt auf der Schnellstraße vor sich geht. 
   741	Apollo antwortet mit zwei kurzen Worten. 
   742	"Ich komme" hörte Melpomene ihn sagen. 
   743	
   744	================
   745	
   746	Was ich dem anderen, dem Fremden, dem Juden, anlaste,
   747	das ist die eigene Eigenschaft der ich mich schäme.
   748	Indem ich einen anderen beschuldige, entlaste ich mich.
   749	So wird die Gesellschaft durch (meine) Minderwertigkeitsgefühle
   750	gespalten; ich erwerbe mir einen eigenen Lebensraum.
   751	Aber zu welchem Preis. "Das hat mit mir nichts zu tun" ist sehr
   752	teuer zu bezahlen. Nichts Menschliches, nichts Tierisches
   753	n ichts Lebendiges darf mir fremd sein.
   754	
   755	
   756	 =============
   757	
   758	Er lässt nicht auf sich warten.
   759	Betrachtet die Unruhen auf der Schnellstraße. 
   760	Auch ihm ist's nicht klar was man, was er tun sollte. 
   761	Sagt zu sich und zu den Göttinnen und Menschen
   762	
   763	Primum lex non nocere.
   764	
   765	ἐπὶ δηλήσει δὲ καὶ ἀδικίῃ εἴρξειν
   766	 
   767	ἀσκέειν, περὶ τὰ νουσήματα, δύο, ὠφελέειν, ἢ μὴ βλάπτειν). 
   768	
   769	====================
   770	Das mit der anderen Backe, turning the other cheek, also du meinst
   771	wir sollten den Kopf wenden und uns eine zerquetschte Kröte auch auf
   772	die andere Wange schmeißen lassen. - Wenn man sparsam ist, wird man Ziel
   773	des Antisemitismus, selbst wenn man kein Jude ist.
   774	
   775	
   776	======================
   777	APOLL: Ich erzähle euch eine Zusammenfassung einer künftigen Ethik
   778	die über die Vergeltungsethik Trojas weit hinaus geht,
   779	bestrebt die entsetzlichen Wunden zu heilen.
   780	conflict averse and assimilatory. 
   781	Konfliktvermeidend und anpassungs bedingt - bestrebt - geneigt
   782	Während die Vergeltungsethik die Gegensätze durch Sieg, Überwältigung, 
   783	und letzten Endes durch Zerstörung bewirkt, 
   784	anders die Assimilationsethik die uns den
   785	Göttern gleich macht und den Kröten.
   786	
   787	Weiß nicht warum ich euch dies erzähle. Höre mich gern reden. Reden ist
   788	das Einzige das ich vermag und angehört zu werden ist der einzige
   789	Lohn den ich für meine Bemühungen empfange. Da ist es schon wieder
   790	das verfängliche Thema der Vergeltung, Vergütung.
   791	
   792	Die Göttinnen vermag ich (EJM) nur als Frauen verstehen. 
   793	Und Frauen als Göttinnen.
   794	Wie etwa das Arabella Thema: Das ist ein Engel der vom Himmel steigt.
   795	Wie etwa Fidelio: Und spür ich nicht linde, sanft säuselnde Luft,
   796	ich fühl wie ein Engel in rosigem Duft,
   797	ein Engel sich tröstend zur Seite mir stellet,
   798	Ein Engel Leonoren, Leonoren der Gattin so gleich...
   799	Auch Goethes Gretchen in der Schar der Engel. Oder wären Engel
   800	geschechtslos? Wie steht es um das Anbeten von Tieren.
   801	Göttinnen als Frauen die menschliche Beziehungen nötig haben.
   802	
   803	==================
   804	Die Musen als Doppelgängerinnen;
   805	das Doppeltgehen als Ausdruck der Inkarnation.
   806	wie denn auch die Vergöttlichung ein Doppeltgehen ist.
   807	Die Vergeltungsethik, retribution ethics, vs. Liebesethik,
   808	bzw. Assimilationsethik.
   809	Die Liebesethik verlangt dass der andere nicht das
   810	Mittel zum Ziel, sondern als Ziel an Sich behandelt werde.
   811	Das heißt nicht nur eine Annäherung an den Nächsten um ihm beizustehen
   812	und ihn zu unterstützen, das heißt unter Umständen auch sich von ihm
   813	zu entfernen um ihm sein unabhängiges Leben zu ermöglichen.
   814	Es besteht ein Widerspruch zwischen der Bergpredigt wo alles vergeben wird
   815	und dem letzten Gericht wo alles abgerechnet wird,
   816	wo der Mensch für sein Tun und Lassen belohnt oder bestraft wird.
   817	Aber die eschatologischen Vorstellungen
   818	sind nicht gegenwärtig sondern zukünftig.
   819	Vielleicht mündet die eschatologische Ethik in den Tod,
   820	wo nichts Abzuwägendes bleibt, weil alles zu Staub und Asche wird.
   821	
   822	Die Menschen streben auseinander insofern sie nicht 
   823	von einander abhängig,
   824	eingezäunt, oder von Mauern umzingelt sind.
   825	Insofern sie aber von einander abhängig, oder
   826	anderweitig eingepfercht sind, passen sie sich einander an,
   827	assimilieren sie sich.
   828	Dies sind psycho-soziologische "Gesetze" 
   829	vergleichbar mit den physikalischen Gesetzen 
   830	welche das Menschen(tier)leben beherrschen.
   831	"racism","ethnicism","nationalism"... 
   832	Das "gegenwärtige" Leben des Einzelnen mündet entweder 
   833	in die Einsamkeit des Helden, des Führers, des Ausgestoßenen, 
   834	des Irrsinnigen, des Verbrechers oder in die Anonymität der Herde.
   835	Das "zukünftige" Leben des Einzelnen mündet entweder
   836	in Staub und Asche des Todes oder ins "letzte Gericht."
   837	Und auf beide folgt die Zeitlosigkeit.
   838	
   839	Aber was wird am Ende aus den Musen? Ihre Zwitterhaftigkeit wird
   840	zum Problem, zum Rätsel, zur Aufgabe. Bleiben sie bei den Menschen,
   841	werden sie Menschen, sind sie Menschen, sehnen sie sich danach Menschen 
   842	zu werden? Meine vorläufige Antwort weist auf die Vorläufigkeit des Lebens.
   843	"Auf ewig, du mein Engel, und auf alles was da kommen wird." Engel sind 
   844	Boten, intermediaries, sind Mittler, Vermittler zwischen dem Göttlichen 
   845	und dem Menschlichen, und als solche bringen sie "große Freude" oder 
   846	erscheinen "schrecklich", fast tödliche Vögel der Seele.
   847	
   848	Engel als Zwitterwesen, nicht geschlechtlos, sondern in ethisch ästhetisch 
   849	annehmbaren Sinne doppel-geschlechtlich. Das geschlechtliche Erleben
   850	ist so unentrinnbar, ist den Beziehungen der Menschen so grundlegend,
   851	dass die Männer weibliche Engel, die Frauen männliche Engel benötigen.
   852	Daher der Engel Geschlechtlosigkeit....
   853	ich seh wie ein Engel in rosigem Duft,
   854	ein Engel sich tröstend zur Seite mir stellet, 
   855	Ein Engel Leonoren, Leonoren der Gattin so gleich, 
   856	der führt mich zur Freiheit ...
   857	
   858	Zuletzt fragt Melpomene Apollo um Rat, wie sie sich zu Lumps 
   859	Annäherungsversuchen verhalten sollte, ob sie sich wirklich in
   860	seine Leporelloliste eintragen lassen müsste.
   861	
   862	===============
   863	
   864	Die Verständnisethik (Widerstandsentsagungsethik) erweist 
   865	eine wesentliche (besondere unvorhergesehene) Problematik: 
   866	Die Vergeltungsethik bewirkt einen Ausgleich, ein Gleichgewicht, 
   867	das keineswegs vom abstrakten Recht, 
   868	oder idealische Gerechtigkeit zum Ausdruck kommt, 
   869	denn diese sind leere nichts besagende Erfindungen
   870	sondern es die Macht des Stärkeren ist, welche siegt,
   871	und welche die Welt verwandelt.  
   872	Die Bergpredigtethik würde die Welt auf andere Weise, 
   873	nämlich durch Assimilation verwandeln. 
   874	Die von Vergeltungsethik bewirkte Verwandlung ist zerstörerisch. 
   875	Die durch Assimilation bewirkte Verwandlung ist erbaulich, konstruktiv. 
   876	Bei der Widerstandlosigkeit der Bergpredigt ergibt sich Veränderung,
   877	Verwandlung durch die inwendige Dynamik (Implosion) 
   878	des Unvollkommenen (Bösen).
   879	
   880	Welches telos hat die Ethik. Das Gute, das unbedingt Gute, - 
   881	aber wie bezieht sich dies auf die Gegenwart, auf jetzt und hier, 
   882	auf die vorgestellte Verpflichtung des Einzelnen, bzw der Gesellschaft.
   883	Der Einzelne soll so handeln, dass er keinen Wunsch nach Vergeltung, 
   884	d.h., keinen Ärger auslöst, zugleich aber die eigenen Bedürfnisse befriedigt.
   885	Indem er es es unterlässt Ärger auszulösen, ist es ihm auch möglich
   886	die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. 
   887	Die Forderungen der Gesellschaft stellen sich ihm jeweils 
   888	in der Gestalt eines anderen der als Beamter auftritt.
   889	
   890	Der Auftritt des Menschen ist jeweils als Einzelner. 
   891	Der Inhalt seiner Forderungen ist Ausdruck seiner Bedürfnisse. 
   892	Diese mögen in unvorhersehbarem Grad 
   893	von seiner Gesellschaft beeinflusst sein. 
   894	Jeder Auftritt als Einzelner ist
   895	zugleich Auftritt als Gesellschaftsmitglied. 
   896	Es ist unverkennbar, 
   897	dass der Mensch als einzelnes Wesen geboren wird und lebt, 
   898	erlebt, wahrnimmt, denkt, empfindet, ermüdet und stirbt. 
   899	Auch der Soldatensklave, auch der Galeerensklave 
   900	handelt als Einzelner wenngleich die Gesellschaft
   901	seine Individualität vollständig unterdrückt - zerquetscht.
   902	
   903	Die Menschen vermögen nur in Gesellschaft zu leben,
   904	und diese Gesellschaften bilden sich natürlich, wie von selbst,
   905	indem die Menschen welche in gemeinsamer Nähe leben
   906	einander kennen lernen und sich einander anpassen. 
   907	Ein solches Anpassen ist das Wachstum,
   908	ist die Entwickelung welche die Gesundheit, 
   909	das Wohlsein der Menschen bedingt.
   910	
   911	Nur Einzelne vermögen sich einander anzupassen; 
   912	Gesellschaften, Bezirke, Städte, Länder 
   913	leisten Widerstand und bestehen auf ihre Identität. 
   914	Bedrohen einander mit unterschiedlichen Identitäten, 
   915	und bekämpfen einander um diese Identitäten zu bewahren. 
   916	Daher der Krieg.
   917	
   918	================
   919	
   920	Chor der Krötenseelen
   921	(Krötenlied)
   922	
   923	Ihr wandelt in hellem Licht
   924	wir kriechen auf nasser Erde
   925	Vorsicht, zerquetscht uns nicht
   926	dass keiner zum Ärgernis werde
   927	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   928	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   929	
   930	Wir sind unschuld'ge Kröten
   931	verstehen nur zu schwimmen
   932	drum dürft ihr uns nicht töten
   933	Wir haben keine Stimmen,
   934	Geist ward und nicht gegeben
   935	Wir sind das reine Leben
   936	
   937	Wir sind die leeren Schalen
   938	vom Schicksal das nicht ist
   939	
   940	========================
   941	
   942	Krötenlied
   943	Chor der Krötenseelen
   944	(Melodie, Wohlauf Kameraden)
   945	
   946	Ihr wandelt droben in hellem Licht
   947	wir kriechen auf nasser Erde
   948	Vorsicht, Vorsicht zerquetscht uns nicht
   949	dass keiner zum Ärgernis werde
   950	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   951	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   952	
   953	Wir sind unschuldige Kröten nur
   954	verstehen nichts als zu schwimmen
   955	drum tötet uns nicht auf grüner Flur
   956	Wir quaken mit quakenden Stimmen,
   957	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   958	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   959	
   960	Wir haben nicht Schönheit, uns fehlt der Geist
   961	Doch Seelen sind uns gegeben
   962	Hoch über den Wolken erwartet uns einst
   963	Das ewige Krötenleben
   964	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   965	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   966	
   967	Die Königstocher am Brunnenrand
   968	Sie spielt mit dem goldenen Balle
   969	Die Kröte den Ball in dem Brunnen fand,
   970	Der Brunnen, fast ward er zur Falle
   971	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   972	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   973	
   974	Du Königstochter verstehst wie es kam
   975	Bist nicht in dem Brunnen ersoffen
   976	Du hast den abscheulichen Bräutigam
   977	Im Bette wieder getroffen
   978	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   979	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   980	
   981	Ihr Kröten und Menschen habt guten Mut
   982	Statt Kröte ein Prinz in den Kissen
   983	Am Ende geht alles euch wieder gut
   984	Gegen die Wand geschmissen
   985	Die Frauenrechtlerin hatte das Tier
   986	Inmitten der Nacht um viertel vor Vier	
   987	
   988	Ihr wandelt droben in hellem Licht
   989	wir kriechen auf nasser Erde
   990	Vorsicht, Vorsicht zerquetscht uns nicht
   991	dass keiner zum Ärgernis werde
   992	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
   993	Sind Kröten und Menschen einander gleich
   994	
   995	
   996	Wir sind das reine Leben
   997	
   998	Wir sind die leeren Schalen
   999	vom Schicksal das nicht ist
  1000	
  1001	=====================
  1002	Vergeltungsethik und Verständnisethik
  1003	einander unterstützen, liegen auch
  1004	zuweilen mit einander im Streit.
  1005	
  1006	Nicht selten scheint es nötig
  1007	ein Urteil das uns schützt zu fällen.
  1008	Da unser Wille unabhängig ist,
  1009	Was kommt's auf Wirkungsteilung an?
  1010	ihr Menschen göttergleich.
  1011	wir sind die kleinen Kröten
  1012	Ach ihr versteht uns nicht
  1013	auf die vorgestellte Verpflichtung des Einzelnen, bzw der Gesellschaft.
  1014	Der Einzelne soll so handeln, dass er keinen Wunsch nach Vergeltung, 
  1015	d.h., keinen Ärger auslöst, zugleich aber die eigenen Bedürfnisse befriedigt.
  1016	Indem er es es unterlässt Ärger auszulösen, ist es ihm auch möglich
  1017	die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. 
  1018	Die Forderungen der Gesellschaft stellen sich ihm jeweils 
  1019	in der Gestalt eines anderen der als Beamter auftritt.
  1020	
  1021	Der Auftritt des Menschen ist jeweils als Einzelner. 
  1022	Der Inhalt seiner Forderungen ist Ausdruck seiner Bedürfnisse. 
  1023	Diese mögen in unvorhersehbarem Grad 
  1024	von seiner Gesellschaft beeinflusst sein. 
  1025	Jeder Auftritt als Einzelner ist
  1026	zugleich Auftritt als Gesellschaftsmitglied. 
  1027	Es ist unverkennbar, 
  1028	dass der Mensch als einzelnes Wesen geboren wird und lebt, 
  1029	erlebt, wahrnimmt, denkt, empfindet, ermüdet und stirbt. 
  1030	Auch der Soldatensklave, auch der Galeerensklave 
  1031	handelt als Einzelner wenngleich die Gesellschaft
  1032	seine Individualität vollständig unterdrückt - zerquetscht.
  1033	
  1034	Die Menschen vermögen nur in Gesellschaft zu leben,
  1035	und diese Gesellschaften bilden sich natürlich, wie von selbst,
  1036	indem die Menschen welche in gemeinsamer Nähe leben
  1037	einander kennen lernen und sich einander anpassen. 
  1038	Ein solches Anpassen ist das Wachstum,
  1039	ist die Entwickelung welche die Gesundheit, 
  1040	das Wohlsein der Menschen bedingt.
  1041	
  1042	Nur Einzelne vermögen sich einander anzupassen; 
  1043	Gesellschaften, Bezirke, Städte, Länder 
  1044	leisten Widerstand und bestehen auf ihre Identität. 
  1045	Bedrohen einander mit unterschiedlichen Identitäten, 
  1046	und bekämpfen einander um diese Identitäten zu bewahren. 
  1047	Daher der Krieg.
  1048	
  1049	================
  1050	
  1051	Chor der Krötenseelen
  1052	(Krötenlied)
  1053	
  1054	Ihr wandelt in hellem Licht
  1055	wir kriechen auf nasser Erde
  1056	Vorsicht, zerquetscht uns nicht
  1057	dass keiner zum Ärgernis werde
  1058	Im wäss'rigen schlammigen Totenreich
  1059	Sind Kröten und Menschen einander gleich
  1060	
  1061	Wir sind unschuld'ge Kröten
  1062	verstehen nur zu schwimmen
  1063	drum dürft ihr uns nicht töten
  1064	Wir haben keine Stimmen,
  1065	Geist ward und nicht gegeben
  1066	Wir sind das reine Leben
  1067	
  1068	Wir sind die leeren Schalen
  1069	vom Schicksal das nicht ist
  1070	
  1071	========================
  1072	
  1073	Duet zwischen Dike und Möchtegern
  1074	
  1075	DIKE:
  1076	Gerechtigkeit ist mein Beruf
  1077	Gerecht war Gott der Adam schuf
  1078	Als dieser tat verbotenen Bissen
  1079	Verklagte Adam sein Gewissen.
  1080	
  1081	Die Untat musste Gott vergelten,
  1082	Genügte nicht das Paar zu schelten
  1083	Sie mussten ausgewiesen werden
  1084	Nicht blühn darf Sünde auf der Erden
  1085	
  1086	MÖCHTEGERN:
  1087	Erdreiste mich zu widersprechen
  1088	Herr Jesus sagt Du sollst nicht rächen
  1089	Dem Angriff nicht zu widerstreben
  1090	Dem Feind die linke Backe geben
  1091	
  1092	Hät Gott des Sohnes Rat genommen
  1093	ein zweiter Apfel war willkommen
  1094	die Sünde wär durch Lieb' vertrieben
  1095	die Gatten wärn im Paradies geblieben
  1096	
  1097	Hät Gott des Sohnes Rat gehört
  1098	den zweiten Apfel hätt' spendiert
  1099	(dem Paar zwei Äpfel hätt' spendiert)
  1100	(zwei Äpfel hätt' er dann spendiert)
  1101	(zwei Äpfel hätt' er drum spendiert)
  1102	die Sünde wär durch Lieb' vertrieben
  1103	Die Gatten wärn im Paradies geblieben
  1104	(und Gatten wärn im Paradies geblieben)
  1105	
  1106	Vergeltung dient unter Umständen,
  1107	die Menschheit, die Gesellschaft, den Staat zu erhalten.
  1108	
  1109	=======================
  1110	
  1111	Ein Entwicklungsdrama für Götter
  1112	Die Musen und Apoll entdecken ihre Menschlichkeit
  1113	Dike beschimpft die drei Musen wegen ihrer Unbotmäßigkeit,
  1114	und diese wiederum beschimpfen Apoll für die Vergeltungsethik,
  1115	für die Seuche mit welcher er die Griechen als Rache für 
  1116	den Raub der Chryseis bedrängt hatte. 
  1117	
  1118	=============
  1119	
  1120	Vergeltungsethik und Verständnisethik sind die Grundformen des Verhaltens
  1121	zwischen uns Menschen. Die Vergeltungsethik ist die oftmals als Freundschaft
  1122	oder gar Liebe vertarnte Feindschaft, Opposition, Gegenüberstellung der
  1123	Menschen zu einander. Die Verständnisethik ist die stets unvollkommene
  1124	subjektive Überwindung objektiver Gegensätze in sofern die Subjektivität
  1125	(Seele) des Einen die Subjektivität des Anderen versteht, oder meint, oder
  1126	beansprucht dies zutun; indem der Eine den Stand seiner Seele an die
  1127	vermeintliche, aber tatsächlich ihm unerreichbare fremde Stelle verlegt, 
  1128	verstellt, versteht, oder meint dieses zu tun. Das scheinbare Verstehen, 
  1129	das Verstellen der Seele ist gewissermaßen eine Unmöglichkeit. Diese 
  1130	tatsächlich Unmöglichkeit des Verstehens ist der Kern, der Herd, die Wurzel 
  1131	der Tragödie. Melpomene als Muse tragischer Dichtung ist vorbestellt - 
  1132	predestined - die Tragödie, welche durch die Dichtung wie durch ein Bild 
  1133	einer ehernen Schlange vermieden werden soll (staved off) selbst zu erleben. 
  1134	Die "wahre" Liebe ist die Verehelichung mit dem Fremden, i.e., mit dem 
  1135	seelisch Fragwürdigem, wenn nicht gar Feindlichem. Demgemäß ist die Ehe 
  1136	mit Lump, als das denkbar traurigste Verhältnis zu einem Un?menschen, 
  1137	das größtmögliche Begreifen des Tragischen.
  1138	Die möglichen Beziehungen von den drei Musen: 
  1139	Erato - die tatsächliche Liebe,
  1140	Euterpe - die mögliche Liebe, 
  1141	Melpomene - die unmögliche tragische Liebe.
  1142	
  1143	
  1144	DIKE: (Arie)
  1145	
  1146	Der kleine Knirps der Möchtegern
  1147	er möchte gern ein Weiser sein
  1148	und was er lehrt, taugt weder Kröten
  1149	noch Menschen, es würd' beide töten.
  1150	
  1151	Liebe ist Lust, wie jeder Jüngling weiß
  1152	Die Agape ist hart und kalt wie Eis.
  1153	Nur wenn verkuppelt liegen sie als Freunde
  1154	(Nur waagerecht entdecken sich die Freunde)
  1155	Sobald sie senkrecht stehn sind's böse Feinde.
  1156	(Sonst stehn sie senkrecht und sind böse Feinde.)
  1157	
  1158	Die eifern miteinander um das Geld
  1159	um Ehre, Macht und Reichtum dieser Welt.
  1160	Gedeihen nur auf Grund selbstsücht'ger Triebe
  1161	betrügen sich mit vor getäuschter Liebe.
  1162	
  1163	Drum ist Vergeltungsethik unerlässlich.
  1164	Die Welt die Marx gepredigt hat ist grässlich,
  1165	zeigt Liebe als entsetzliche Bedrängnis, 
  1166	als Weg ins dunkle Gulag, ins Gefängnis
  1167	
  1168	Die Bergespredigt tönt nur schöne Worte
  1169	Der graue Alltag ist von andrer Sorte.
  1170	Vergeltung ist der Inbegriff vom Recht.
  1171	Nur Glück aus der Gerechtigkeit ist echt.
  1172	
  1173	
  1174	EUTERPE: 
  1175	Der Mensch ist einsam, lebt als Einzelner.
  1176	In seiner Seele lebt der Namenlose,
  1177	vermag den Tanz ums Kalb nicht zu ertragen.
  1178	Nur einsam kann er seinen Gott erfahren,
  1179	(und einzeln spricht ihn sein Gewissen an.)
  1180	als Einzelseele mahnt ihn sein Gewissen.
  1181	
  1182	MELPOMENE:
  1183	Der Mensch ist edles Vieh, ist Herdentier.
  1184	In seiner Seele lebt das Volk als Sprache.
  1185	die Einsamkeit würd' ihn zugrunde richten.
  1186	Sprache ist Geist die ihn lebendig macht.
  1187	(als Herde spricht ihn sein Gewissen an.)
  1188	als Herdenseele mahnt ihn sein Gewissen
  1189	
  1190	=========================
  1191	
  1192	Vergeltungsethik und Verständnisethik sind die Grundformen des Verhaltens
  1193	zwischen uns Menschen. Die Vergeltungsethik ist die oftmals als Freundschaft
  1194	oder gar Liebe vertarnte Feindschaft, Opposition, Gegenüberstellung der
  1195	Menschen zu einander. Die Verständnisethik ist die stets unvollkommene
  1196	subjektive Überwindung objektiver Gegensätze in sofern als die Subjektivität
  1197	(Seele) des Einen die Subjektivität des Anderen versteht, oder meint, oder
  1198	beansprucht dies zutun; indem der Eine den Stand seiner Seele an die'
  1199	vermeintliche, aber tatsächlich ihm unerreichbare Stelle verlegt, verstellt,
  1200	versteht. Das scheinbare Verstehen, das Verstellen der Seele ist gewissermaßen
  1201	eine Unmöglichkeit. Diese tatsächliche Unmöglichkeit des Verstehens ist der
  1202	Kern, der Herd, die Wurzel der Tragödie. Melpomene als Muse tragischer Dichtung
  1203	ist vorbestellt - vorbestimmt - predestined - die Tragödie, welche durch die 
  1204	Dichtung wie durch ein Bild einer ehernen Schlange vermieden werden soll 
  1205	(staved off) selbst zu erleben. Die "wahre" Liebe ist ein sich dem Feind Opfern,
  1206	die Verehelichung mit dem Fremden, i.e., mit dem seelisch Fragwürdigem,
  1207	wenn nicht gar Feindlichem.
  1208	
  1209	=============
  1210	APOLLO: Die zwei sich widersprechenden Ethiken
  1211	entsprechen der Unschlüssigkeit des menschlichen Gemüts,
  1212	dem weder die Vergeltungsethik noch die Verstehensethik gelingen will,
  1213	in dem Sinne dass sie zureichend zur Lebensführung wären.
  1214	Welche beider bedarf. Somit befehle ich euch sie beide zu üben und
  1215	zu pflegen. Da sie sich gegenseitig aufheben, bestimme ich dass diejenigen
  1216	von euch deren Geburtstage in ungeradzahlige Monate fallen sich an
  1217	geradzahligen Tagen der Vergeltungsethik verpflichtet betrachten
  1218	an ungeradzahligen Tagen aber der Verstehensethik; und umgekehrt,
  1219	dass diejenigen von euch deren Geburtstage in geradzahlige Monate fallen 
  1220	sich an ungeradzahligen Tagen der Vergeltungsethik verpflichtet betrachten
  1221	an geradzahligen Tagen aber der Verstehensethik. So werden Vergeltungs-
  1222	und Verstehensethik einander unterstützen und einander löschen.
  1223	~                                                                               
  1224	~=========================
  1225	Nicht nur die Menschen, auch die Götter sind heimatlos; denn der Himmel ist ihnen fast
  1226	unerträglich geworden. Auch auf der Erde wissen sie nicht was sie tun sollen. Erst fragt
  1227	Dike, dann Apoll, dann fragt Euterpe Möchtegern um Rat. Nur Erato ist in ihrem Urteil
  1228	sicher, denn sie hat einen Schatten gefunden in den sie sich hüllt, und dieser Schatten
  1229	ist die unbedingte Liebe zu Möchtegern.
  1230	
  1231	Möchtegern gibt Dike den Bergpredigt Rat die Liebe, das Erbarmen, das Verständnis in die
  1232	Gerechtigkeit einzubeziehen, to temper justice with mercy, wenngleich Gerechtigkeit als
  1233	objektive Beziehung, als Verhältnis des Objektiven mit Liebe als das Verhältnis des
  1234	Subjektiven unvereinbar sind. Möchtegern erkennt diese Ungereimtheit als Dialektik,
  1235	und somit die Wahrheit welche der Widerrufung, der Unwahrheit entsprießt.
  1236	
  1237	Möchtegern gibt Apoll den Rat die Neugestaltung der Menschheit dem Zeus - oder sonst
  1238	jemandem zu überlassen - und sich mit dem Schauspiel, mit dem als ob zu begnügen,
  1239	wenn nur weil die Menschen der Echtheit nicht fähig sind.
  1240	
  1241	Möchtegern gibt Euterpe den Rat sich in eine Kröte zu verwandeln, damit Krötenheim,
  1242	der die Kröten aus Angst vor den Frauen liebt, zur Liebe erlöst wird, und sie in
  1243	sein Bett (ein)lädt. An die Wand geschmissen werden ist ihr fakultativ, wahlfrei,
  1244	freigestellt, nicht erforderlich.
  1245	
  1246	Möchtegern gibt Melpomene den Rat sich als Amme der Ursula Lump zu dingen, um dieser
  1247	beim Erwerben eines Schattens behilflich zu sein, in dem sich Melpomene erniedrigte
  1248	in Maga Lumps Pseudo-Harem eine Rolle anzunehmen. Den Inbegriff der Tragödie zu begreifen,
  1249	welche Lumps Existenz darstellte, denn Lump sei ein Kastrat, dessen Leben darin
  1250	bestände seine Impotenz, seine Machtlösigkeit, Kraftlosigkeit unter der Maske,
  1251	unter dem Kostüm eines Schürzenjägers zu verbergen. Geschlechtliche Aufdringlichkeit 
  1252	von seiten ihres künftigen Gemahls hätte sie nicht zu befürchten, im Gegenteil, sie
  1253	müsse lernen mit anderen Liebhabern Vorlieb zu nehmen.
  1254	
  1255	Den höchsten teuersten Rat Möchtegerns ist an Apoll als Obergott, und an all seine
  1256	göttlichen Untertanen, das ist sich fleißig im Sterben zu üben, um schließlich
  1257	dem größten Glück des Menschen teilhaftig zu werden.
  1258	~                                                                                                                                              
  1259	CORNELIA
  1260	Priva son d'ogni conforto,
  1261	e pur speme di morire
  1262	per me misera non v'è.
  1263	Il mio cor, da pene assorto,
  1264	è già stanco di soffrire,
  1265	e morir si niega a me.
  1266	(parte)
  1267	
  1268	                                                          
  1269	ARIA
  1270	Cornelia
  1271	I am deprived of all comfort, 
  1272	and even the hope of death 
  1273	is denied me, wretched me. 
  1274	My heart, bursting with sorrow, 
  1275	is already weary of suffering, 
  1276	and death has been withheld from me.                                                                                                                                                 
  1277	=============                                                                               
  1278	Es handelt sich in der Erkenntnistheorie um logische begriffliche Entidealisierung.
  1279	Eben so notwenig, wenngleich schrwieriger und gefährlicher, 
  1280	ist eine seelische Entidealisierung welche die Stützen des Daseins
  1281	zumindendst bloßlegt, wenn es sie nicht gar entfernt.
  1282	
  1283	==================
  1284	Lump erklärt seinen Besuchern er sei ein Frauensammler und wünsche die drei schönen
  1285	Frauen zu seiner Sammlung zuzufügen. Leider wären die beiden Spitzenfrauen heute nicht
  1286	verfügbar, da sie Künstlerinnen, Opernsängerinnen wären, aber um seine Besucherinnen
  1287	von der Qualität seine Sammlung, um vom eigenen Geschmack ganz abzusehen, wolle er
  1288	ihnen deren Stimmen und deren Gesang auf zwei Schallplatten erklingen lassen.
  1289	CORNELIA, so hieße die Sängerin auf der Bühne und im Bett,
  1290	Priva son d'ogni conforto,
  1291	e pur speme di morire
  1292	per me misera non v'è.
  1293	Il mio cor, da pene assorto,
  1294	è già stanco di soffrire,
  1295	e morir si niega a me.
  1296	(parte)
  1297	und ARIADNE,
  1298	Nicht noch einmal! Sie lebt hier ganz allein,
  1299	Sie atmet leicht, sie geht so leicht,
  1300	Kein Halm bewegt sich, wo sie geht,
  1301	Ihr Schlaf ist rein, ihr Sinn ist klar,
  1302	Ihr Herz ist lauter wie der Quell:
  1303	Sie hält sich gut, drum kommt auch bald der Tag,
  1304	Da darf sie sich in ihren Mantel wickeln,
  1305	Darf ihr Gesicht mit einem Tuch bedecken
  1306	Und darf da drinnen liegen
  1307	Und eine Tote sein!
  1308	
  1309	ARIADNE so hieße die Sängerin auf der Bühne, im Bett aber hieße sie anders.
  1310	Diese traurige Situation zu erläutern wäre, so meinten Möchtegern, das Amt der
  1311	Melpomene als der Sachverständigen für tragische Dichtung. Als erfahrene sachverständige
  1312	Göttin würde Melpomene sich entgegen Lump schon zu behaupten vermögen.
  1313	
  1314	Ja, was aber Euterpe anbelangt, so ist es unverkennbar, dass Krötenheim ihrer Hilfe
  1315	bedarf. Vielleicht aber ist es vorerst nötig, dass sie sich in eine Kröte verwandelt.
  1316	Denn der Liebe einer Kröte vermöchte der einsame Krötenheim nicht zu widerstehn.
  1317	
  1318	===============
  1319	Vom Himmel hoch da komm'n wir her
  1320	We come to earth from heav'n above
  1321	Once and for all we've had enough
  1322	That things down here should better be
  1323	I caution you to wait and see.
  1324	
  1325	Dass auf der Erd' es besser ist,
  1326	Das glaubst Du falls du gläubig bist.
  1327	===============
  1328	LUMP: Ihr schöne Mädchen artig angezogen
  1329	vom Himmel auf die Erde seid geflogen
  1330	und mit euch ist die Liebe eingezogen
  1331	ihr wollte einen starken Mann hier finden
  1332	Euch ewig an sein treues Herz zu binden
  1333	[für immer euch ihm treulich zu verbinden
  1334	Nicht dreie habt ihr nötig nur den Einen]
  1335	Drei Männer sind nicht nötig, nehmt nur einen
  1336	nehmt Maga Lump den Größen, nehmt nur mich
  1337	im Bett werd ich noch mächtger mich erweisen
  1338	noch starker Frieden stiftender erweisen
  1339	das versich're, das versich're Ich
  1340	Der wird euch Drein als eine Sonne scheinen
  1341	[Ein Held braucht sieben Mädchen, es ist klar
  1342	Ein Mann auf sieben Jungfrauen, ist's nicht wahr]
  1343	Ein Mann braucht sieben Jungfrauen, ist's nicht wahr
  1344	dass dies des Neuen Testamentes Botschaft war.
  1345	Auf Reisen sind die zwei dir mir gehören
  1346	gut dass sie konzertiern, statt uns zu stören
  1347	Doch ihre Stimmen sollt ihr hören
  1348	Ihr sollt es hören, wie sie singen
  1349	so wird auch Euch die Liebe einst gelingen.
  1350	(Er legt eine Schallplatte auf.)
  1351	
  1352	So singt die eine:
  1353	
  1354	Seit ich ihn gesehen,
  1355	  Glaub' ich blind zu sein;
  1356	Wo ich hin nur blicke,
  1357	  Seh' ich ihn allein;
  1358	Wie im wachen Traume
  1359	  Schwebt sein Bild mir vor,
  1360	Taucht aus tiefstem Dunkel,
  1361	  Heller nur empor.
  1362	
  1363	und so singt die andere:
  1364	
  1365	Sonst ist licht- und farblos
  1366	  Alles um mich her,
  1367	Nach der Schwestern Spiele
  1368	  Nicht begehr' ich mehr,
  1369	Möchte lieber weinen,
  1370	  Still im Kämmerlein;
  1371	Seit ich ihn gesehen,
  1372	  Glaub' ich blind zu sein.
  1373	(Brentano: Frauenliebe und Leiden)
  1374	
  1375	Und nun ists an euch dreien.
  1376	Tut die Augen auf, unterlasst es blind zu sein
  1377	Dass ihr vielleicht nicht singen könnt
  1378	tut nichts zur Sache.
  1379	Ich werd Euch das Singen beibringen
  1380	und noch manches andere.
  1381	
  1382	==============
  1383	
  1384	Am Ende des Librettos sind sich die Beteiligten einig über die Notwendigkeit
  1385	eines Schauspiels um die Gesellschaft zu erhalten. Aber das Thema, der Text,
  1386	die verfassungsähnlichen Einzelheiten bedürfen der Ausarbeitung, also einer
  1387	Art constitutional convention deren Vorbild Platons Staat sein möchte. Dies
  1388	ist eine Aufgabe welche den Rahmen des Krötenrettungslibrettos  zerbricht
  1389	und ein weiteres Lesedrama oder Libretto erforderlich macht 
  1390	
  1391	===============
  1392	
  1393	Lump entfernt sich um nach den Kröten zu sehen.
  1394	Ursula Schönstimm, die Schattenlose, singt: Abscheulicher wo eilst du hin?
  1395	Am Ende leiht Melpomene Ursula den Schaten, oder teilt sich mit ihr in ihm.
  1396	Lump ist es zufrieden, die berühmte Opersängerin mit dem göttlichen Schatten
  1397	zur Frau zu haben. Melpomene aber verweilt Lump in der Verstehensethik zu
  1398	unterweisen, und sein Betragen zu überwachen. Befindet sich mit diesen Ämtern
  1399	mehr zufrieden als mit den himmlischen.
  1400	
  1401	==============
  1402	
  1403	Am Ende des Librettos versagt auch Apollos Redekunst. Die Lump Miliz bleibt
  1404	sich von Apollos Exhortationen unberuehrt. Auch sehen die Olympier ein, dass
  1405	das beorderte Schauspiel einer Vorlage, eines Librettos, einer Verfassung bedarf. 
  1406	Endlich ist auch Apollo ratlos, hat keinen Ausweg als sich an Zeus zu wenden, 
  1407	von dem er weiß dass er die Menschheit verschmäht, und nichts als Blitz Donner 
  1408	Hagel Schnee Wasserflut und Dürre versteht, und die sind was nun über die 
  1409	Menschen einbricht. Euterpe fragt: Waren die Kroeten das wirklich wert?
  1410	
  1411	==============
  1412	Das nächste Drama spielt auf Ararat.
  1413	
  1414	
  1415	Apoll befiehlt dass Möchtegern und Krötenheim von Oberrichter Lump
  1416	für ihr Fangen von wilden Tieren begnadigt werden.
  1417	
  1418	Für alle diese Mühen schickt Apoll die Rechnung an Jahwe,
  1419	mit Anweisung die  Schulden sollten so bald wie möglich
  1420	durch Überweisung an das olympsche Konto abetragen werden.
  1421	 
  1422	Krötenheim ist von der neuen Krötenordnung begeistert.
  1423	Apollo und Dike haben sich zurückgezogen.
  1424	Melpomene und Euterpe verabschieden sich.
  1425	
  1426	Erato erklärt sie müsse verbleiben
  1427	um für Möchtegern den Haushalt zu führen
  1428	und bei ihm bleiben um ihm bei 
  1429	seinem Dichten behilflich zu sein.
  1430	Er wird sterben, sagt Erato, und da will ich, 
  1431	da darf ich ihn nicht allein lassen.
  1432	
  1433	===================
  1434	Platons Tugendlehre (Staat II) wird die Vorlage für das neue Schauspiel.
  1435	Alle Miliz, Verbrecher, Betrüger erscheinen als +aufrichtige Bürger.
  1436	Die Kritische Frage, die sollen Krötenheim und Möchtegern eingestuft werden?
  1437	Vorerst bleibt es unbestimmt. Erato und Euterpe nehmen sich der beiden Männer
  1438	an, die nun Gegenstände der Verachtug werden oder geworden sind. Sie überleben
  1439	als Einzelne, als Privatmenschen. Vielleicht Opfer von Schauprozessen? Das
  1440	wäre Thema für ein weiteres Libretto. Moechtgern hat die Wahl ins Irrenhaus
  1441	ins Gefaengnis oder in die Vergessenheit. Und diese ist was er waehlt.
  1442	Erato beibt bei ihm.
  1443	Dike: Alles ist Schauprozess. Und Kroetenheim wird wegen seiner Liebe zu den
  1444	Kroeten der Unzucht verklagt. Dike sorgt dafuer, dass er freigesprochen wird,
  1445	aber unter der Bedingung nichts mehr mit Kroeten zu tun zu haben. Statt dessen
  1446	hat er Euterpe.
  1447	Dike sorgt dafür, dass er frei gesprochen wird
  1448	(12. Aug 2019)
  1449	
  1450	Lump und seine Anhänger verabschieden Gesetze, welche das Erbarmen strafbar
  1451	macht, besonders den Tieren gegenüber, die es erlaubt ist zu schlachten, 
  1452	zu jagen, zu quälen, zu verzehren; die zu lieben aber als Unzucht verboten
  1453	wird. Apoll begutachtet diese Gesetzgebung als Implementierung der 
  1454	Plato-Jesaja Ethik, derzufolge das Gute (Befolgung des Gesetzes) das 
  1455	Schlechte ist, und das Schlechte (die gesetzwidrige Gewissenshandlung) 
  1456	das Gute.
  1457	Um diese Höllenwelt erträglich zu machen beurlaubt Apoll die drei Musen
  1458	von ihren Pflichten auf dem Olymp, und auferlegt ihnen die Pflicht durch
  1459	kluges rechtzeitiges Eingreifen das ärgste Unwesen der neuen Machthaber
  1460	zu beschwichtigen. In diesem Sinn wird Melpomene dem Lumphaushalt beigefügt,
  1461	wobei es unklar bleibt, welche Rolle die spielt,
  1462	ob als eins seiner Kebsweiber, als seine Gouvernante, 
  1463	als seine Aufseherin. Wird eng befreundet mit
  1464	Ursula Schönstimm und belehrt diese über Vortragen des Tragischen...
  1465	
  1466	Es ergibt sich dass die Kröten die Liebe nicht erwidern.
  1467	Sie ziehen durch die neuen angelegten Tunnel fort.
  1468	Das Krötenheimsche Gut steht öd und leer.
  1469	Euterpe vertröstet Krötenheim, und verteidigt ihn
  1470	mit Hilfe von Dike, in einem von Lump gestifteten Schauprozess
  1471	wegen Unzucht mit Tieren, und betreut ihn danach als seine Frau.
  1472	
  1473	Indessen wird Möchtegern wegen seinem Wahrheitsfimmel des Hochverrats
  1474	bezichtigt. Erato, die ihn betreut und liebt ist verzweifelt. und
  1475	ruft Dike zu Hilfe. Die arrangiert einen Vergleich. Möchtegern
  1476	hat die Wahl: Gefängnis, Irrenanstalt, oder völlige Vergessenheit.
  1477	
  1478	Am Ende teilt Apoll die Schauspielrollen aus. Möchtegern
  1479	und Krötenheim sind zufrieden. Lump aber verlangt Führer zu werden.
  1480	Möchtegerns Lösung ist das Zitat aus Platons Staat II über 
  1481	den völlig ungerechten Menschen der gerecht scheinen wil. Apoll erkennt
  1482	die Bündigkeit Lump als Führer einzusetzen, 
  1483	verlangt aber dass die drei Musen
  1484	es unterlassen in den Himmel zurück zu kehren 
  1485	um die neue Erdenordnung vor Unheil zu bewahren.
  1486	(13. August 2019)
  1487	
  1488	Nachdem die Miliz entwaffnet ist drängt sich die Frage auf,
  1489	wie soll regiert werden, woher die Gesetze, wer soll regieren.
  1490	Kein passender Regent auf der Bildfläche, 
  1491	Möchtegern ist zu alt, außerdem uninteressiert,
  1492	Krötenheim ist zu schwach, zu sehr vertrauert wegen der untreuen Kröten,
  1493	Lump ist der Inbegriff des Schlechten, 
  1494	wie kann Apoll ihn einsetzen, ihn inthronisieren?
  1495	Die neue entwaffnete Beamtenschaft ist Lump treu,
  1496	sie wollen Lump. Möchtegern weist darauf hin dass alle Regierungen
  1497	der Volksstütze bedürfen, auch die Monarchie, und besonders diese,
  1498	und dass die Entwaffnung der Patrioten diese nicht verwandelt hat,
  1499	dass sie nicht weniger schlecht böse und dumm sind als zuvor.
  1500	Und dass Lumps Gefolgschaft jeden Regenten, wer es auch sei, 
  1501	zu Lumps gunsten stürzen würden. 
  1502	Apollo, so meint Möchtegern hat keine Wahl.
  1503	Die einzige Lösung ist Melpomene, von jeher von Lump begehrt,
  1504	die Muse der Tragödie und somit für die große Aufgabe die ihr
  1505	bevorsteht vorbereitet, die ihn als "Mitglied" seines Haushalts
  1506	zu regieren vermöchte, ob, wenn nötig mit Hilfe von Aphrodite,
  1507	von Dike oder gar Apoll bliebe dahingestellt.
  1508	Die beiden anderen Musen müssen auf der Erde bleiben um Möchtegern
  1509	und Krötenheim gegen Lump zu schützen. 
  1510	Das ist ein Umzug der ihnen keineswegs ein Opfer bedeutet, 
  1511	da ihnen die Verdorbenheit des Himmels längst unerträglich ist.
  1512	
  1513	Aber Krötenheim und besonders Möchtegern sind Lumps Regiment ein Stachel.
  1514	Die erste Verfügung der neuen Regierung ist sich gegen die Liebe
  1515	Krötenheims und die Wahrhaftigkeit Möchtegerns zu schützen,
  1516	indem sie Schauprozesse gegen beide anstrengt, gegen Krötenheim
  1517	wegen seiner unzüchtigen Liebe zu den Kröten, und gegen Möchtegern
  1518	weil jedes unabhängige Denken die Autorität der Regierung untergräbt. 
  1519	Es wird Krötenheim jeden Kontakt mit Kröten verboten, ?XXX
  1520	eine ihm nun erträgliche Beschränkung 
  1521	weil die Kröten ihn sowieso verlassen haben, und
  1522	weil Euterpe seine Freundin, seine Geliebte geworden ist,
  1523	und ihm nun teuerer ist als irgendeine Kröte es je hätte sein können.
  1524	Möchtegern hingegen wird die Wahl angeboten sein Leben im Zuchthaus,
  1525	sein Leben in der Irrenanstalt zu verbringen, oder sein Schrifttum
  1526	zu verbrennen und seine Gedanken nie wieder auszusprechen.
  1527	
  1528	Krötenheim wählt letztes. Erato bestellt Hermes um die Verbrennung
  1529	von Möchtegerns Nachlass zu bewältigen. Hermes veranstaltet ein großes
  1530	Bonfire, wo er statt Möchtegerns Opus Zeitungen verbrennen lässt,
  1531	womit die Patrioten die nicht lesen können zufrieden sind. Nunmehr
  1532	redet Möchtegern nur mit sich selbst, und verschlüsselt sein Denken
  1533	in der Griechischen Sprache.
  1534	(14. August 2019)
  1535	
  1536	Nachdem die Miliz ihre Gewehre verschrottet hatte, ergab sich die Frage
  1537	der Regierung. Die Gesellschaft, der Staat bedarf der Leitung, Führung,
  1538	Regierung. Wie sollte diese entstehn, wie sich entwickeln, wer sollte
  1539	bestimmen wer Führer sein würde, ernannt von wem?  Die Musen waren ratlos. 
  1540	Auch Dike. Apoll war klug genug einzusehen, dass wer auch immer den Führer
  1541	wählte, für die Taten des Führers verantwortlich werden würde, und somit
  1542	seine Würde aufs Spiel setzen. Dazu war Apoll nicht bereit. 
  1543	Vielleicht durchs Ziehen von einem Los? Aus einer Sammlung (pool) von
  1544	allen, der ganzen Gemeinschaft? Das schien zu gewagt, zu gefährlich,
  1545	denn die übergroße Mehrzahl war zu ungebildet, zu dumm, zu gedanken- 
  1546	und verständnislos auch nur die einfachste Regierung zu gestalten.
  1547	Man entschied eine Volksabstimmung, ein Plebiszit, um die Unterstützung des
  1548	Volkes zu gewähren, und infolge eines solchen wurde Lump gewählt.
  1549	Das Ergebnis war die Verfolgung von Krötenheim und Möchtegern, beide durch
  1550	ihre musäischen Beziehungen geschützt. Ein Schauprozess gegen Möchtegern
  1551	wird eingeleitet wegen seines Denkens; ein Schauprozess gegen Krötenheim
  1552	wird eingeleitet wegen seiner wenngleich überholten Krötenliebe. 
  1553	
  1554	Vorerst wird Melpomene Treuhänder(in), Verwalterin, für Lump, 
  1555	für sein Besitztum und für sein Betragen. Die Einrichtung ist ihm
  1556	annehmbar weil er jede Frau in seiner Nähe als seine Kebse betrachtet
  1557	und behandelt. Erato bleibt bei Möchtegern. Euterpe bei Krötenheim.
  1558	15. August 2019
  1559	================
  1560	Das nächste Libretto: Die Gründung des Staats
  1561	Danach: Die Gerechtigkeit, die Schauprozesse.
  1562	Erato und Euterpe werden der Unzucht bezichtigt 
  1563	weil sie mit alten kranken sterbenden Männern Mitleid hatten
  1564	und sich in sie verliebten....
  1565	===============
  1566	24. August 2019
  1567	Die Abfolge der Krötenrettung. 
  1568	1) Dike bestimmt Vergeltung.
  1569	2) Möchtegern weist auf die zerstörerischen Folgen
  1570	3) Möchtegern schlägt Verständnisethik vor.
  1571	4) Apoll ist ratlos, bittet um Hilfe
  1572	5) Möchtegern weist auf Unvereinbarkeit der beidem ethischen Einstellungen.
  1573	6) Apoll ist ratlos, bittet um Hilfe
  1574	7) Möchtegern schlägt Schauspiel als Schlichtungsinstrument vor
  1575	8) Erläuterungen von Ursula Schönstimm als Sachverständige vom Schaupiel.
  1576	9) Die drei Göttinnen verbinden sich mit drei irdischen Männern
  1577	10) Das Krötenrettungsrätsel ist scheinbar gelöst.
  1578	================
  1579	25. August 2019
  1580	Heute Nachmittag scheint mir das Opernlibretto eine besondere, ausgefalle-
  1581	ne Stellung im Katalog literarischer Bemühungen zu behaupten; denn einer-
  1582	seits möchte es scheinen, dass frivoler Ehrgeiz und Ausstellungssucht der 
  1583	Prima Donna und entsprechend geschlichtlichkeitsbedingte Bewunderung des 
  1584	männlichen Zuschauers/Zuhörers jeglichen Anflug von Geistigkeit vereiteln, -
        dass der Hochflug des Geistes in einem Absturz ins Banale und Vulgäre 
  1585	endigt, -andererseits aber wage ich vorzuschlagen dass das Ziel einer 
  1586	musikalischen Aufführung einer kunstvoll zusammengesetzen Dichtung Gelegen-
  1587	heit bietet für die denkbar umfangreichste "durchkomponierte" zusammenfas-
  1588	sende Wiederholung menschlichen Erlebens. Ich mag mich täuschen; doch 
  1589	beabsichtige ich unter diesem Gesichtspunkt das Krötenrettungslibretto und
  1590	vorgesehene Fortsetzungen auf unabsehbare Zeit zu bearbeiten. Gelegenheit
  1591	die verschiedensten Einsichten, Gedanken, Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
  1592	
  1593	
