am 5 Juli 1996 Vorwort Die neuzeitlichen Fortschitte der Elektrotechnik, welche unser heutiges Wirtschaftsleben umgestalten, versprechen auch im Bereich der Veröffentlichung von Gedichten, Aufsätzen, Romanen, und überhaupt allen Gattungen der Literatur, eine weitreichende Verwandlung. Schon jetzt ermöglicht diese Technik mit äußerst wenigen Mitteln, Arbeiten von beträchtlichem Umfang zu veröffentlichen. Zukünftig wird der Verfasser in geringerem Maße als bisher von seinem Verleger abhängig sein. Für wenig Geld vermag er nunmehr seine Schriften auf kleinen, versandbereiten Magnetscheiben oder CD-ROM Scheiben zu speichern, oder sie in elektronischen Dateien mittels eines sich über die ganze Welt erstreckenden Rechnernetzes unzähligen künftigen Lesern verfügbar zu machen. Tatsächlich besteht ein solches Netz, das Internet, schon seit vielen Jahren, und befindet sich heute in einer Phase sehr raschen Wachstums. Die ersten Benutzer dieser Netzes waren Elektrotechniker und Naturwissenschaftler. Neuerdings wird es von Maklern, Börsenhändlern, von Kaufleuten aller Art entdeckt, und es wäre verwunderlich wenn nicht in absehbarer Zeit das Publikum welches an der sogenannten schönen Literatur Gefallen findet, sich dieses Netzes scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten zur Übertragung und Verbreitung von Texten nutzbar machen sollte. Man mag wünschen, daß die Technik, welche diese fast kostenlose Verbreitung des Geschriebenen ermöglicht, nicht zugleich das Bedürfnis zu lesen auslöscht. Dieser Vorschlag ist keineswegs weithergeholt. Denn mit der anschwellenden Stoffmasse welche die Technik dem Einzelnen vor Augen und Ohren bringt, wird allenfalls das Vermögen das Dargebotene zur Kenntnis zu nehmen überfordert. Mit der Leichtigkeit der Übertragung, wächst die Auswahl dessen, das dem künftigen Leser geboten wird, und es ist unvermeidlich, daß vieles Lesenswerte und vielleicht manches das überaus wesentlich ist, im Strudel des Vielen unbeachtet verloren geht. Das Schicksal von Texten und Büchern ist von jeher unbestimmt und unvoraussehbar gewesen, und es bleibt nichts übrig als unsere Bücher, nicht weniger als uns selbst, diesem Schicksal zu ergeben.