am 8. Januar 2024 Schweitzer's Ehrfurcht vor dem Leben ist ein Spiel mit Worten welches den Gegensatz zwischen dem fremden Leben und dem eigenen verwischt. Meine Ehrfurcht vor dem Leben des Nächsten schwindet sobald er mein eigenes Leben oder das Leben meines Nächsten bedroht. Was sonst in der Umgebung oder in der Geschichte als mit Leben behaftet gelten sollte, ob Menschen nur, oder auch Tiere, Pflanzen, Bakterien, Pilze, bleibt eine willkürliche sprachliche Bestimmung. Sollte nicht alles was pasteurisiert, sterilierst, i.e. getötet zu werden vermag, als lebendig, also als Leben eingestuft werden? Aus besonderer Perspektive scheint mir Schweitzers Imperativ der Ehrfurcht vor dem Leben eine Umsetzung in den Bereich der Ethik von Kierkegaards Behauptung, die Subjektivität sei die Wahrheit. Das Leben dem Ehrfurcht gebührt ist unvermeidlich ein Spiegelbild, ein Abbild, ein Echo des eigenen Lebens. Und nur als solches ist das Leben des anderen, der anderen Lebewesen sinnvoll und bedeutsam. Aus ähnlicher Perspektive erscheint auh die hebräisch-christliche Nächstenliebe ein Ausdruck des Satzes, dass die Subjektivität die Wahrheit ist.