am 5. Januar 2024 Über den Ursprung des Zweifels an der gedeuteten Welt aus dem ethischen und ästhetischen Bewusstsein, habe ich heute Nachmittag weitere Gedanken. Was ich damals (im Einklang mit Rilke) als gedeutete Welt bezeichnete scheint mir heute die gemeinschaftliche objektive Welt der symbolischen Formen, wie sie sich in der Mathematik und in der Sprache behauptet. Das ethische und ästhetische Bewusstsein dem der Zweifel (angeblich) entspringt wäre dann ein Ausdruck der Subjektivität, dieser von der Gesellschaft unabhängigen aber ursprünglichen Zugänglichkeit von Zeit (ethisch) und Raum (ästhetisch). Diese Erklärung leidet wiederum an der unvermeidlichen Beschränkung, dass sie selbst als sprachlich, objektiv zu sein beansprucht - wie könnte es anders sein - und somit ungeeignet, unfähig ist, die Subjekt Objekt Dichotomie zu vermeiden. Andererseits aber, wirkt sie als Erlebnisanker für Kierkegaards Behauptung, die Subjektivität ist die Wahrheit. Dabei bleibt die Frage: Was lässt der Zweifel an der gedeuteten Welt dem Erleben übrig? Wie wäre die ungedeutete Welt erlebbar? Hieße Zuhausesein in der gedeuteten Welt vielleicht Kompetenz in allen Geistes und Naturwissenschaften, also das ersehnte Allwissen des enttäuschten Möchtegern? Wäre Zufriedenheit mit dem Zweifel Zufriedenheit mit den sauren Trauben.