From: Bernd Strangfeld Date: Nov 21, 2023 13:57 Subject: Allerlei Lieber Jochen, So viele i nteressante Mitteilungen hast Du uns geschickt in den letzten Tagen, die kann ich gar nicht alle gebührend beantworten. Vielen Dank für die Briefwechsel, mit einem Dirigenten und einem Komponisten. Die geben uns einen Einblick in Nathaniels Welt und in einen Abschnitt aus der Deinigen. Womit anfangen? Mit Nathaniels krankem Hund - das arme, arme Tier, was muss es gelitten haben, ehe ees - also Joe dann endlich sterben durfte. Die verhandlungen mit diesen Tierärzten klingen wie eine bösartige Satire. Da haben wir hier ganz andere Erfahrungen. Einige unserer f reunde und ja auch wir mit unserer Katze Alma haben da völlig andere Erfahrungen, einfühlsame, um das Tierwohl , aber auch die Gefühle der Besitzer oder betreuer besorgte Ärzte, die zuverlässig beraten haben, wann es mit dem leben der geliebten Tiere besser zu Ende sein sollte. Und astronomische Preise gab es auch nicht. Das Ganza beinhaltet natürlich Übertragungsmöglichkeiten auf uns als alte Menschen mit Ang st vor hilflosem Siechtum. Deine befürchtungen hinsichtlich wohlmeinender Helfer, die auf jeden Fall das Leben verlängern wollen, teile ich absolut. Immerhin hast Du verwandte, die hoffentlich das Schlimmste abwehren können und würden. bernd und ich haben keinerlei verwandte und entsprechend, auch mangels Gottvertrauen, Ängste vor Ausgeliefertsein. Seit längerem beschäftigen wir uns, vorzugsweise im Winterhalbjahr, mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung und such nach Menschen, die für uns in unserem Sinne handeln können, wenn wir ees brauchen. Der gedanke der Sterbehilfe kam besonders bei meinem letzten Klassentreffen im Oktober in Goslar auf, als jemand einen mehrseitigen Artikel aus der Süddeutschen über ein Ehepaar mitbrachte, das Sterbehilfe durch die Gesellschaft für humanes Sterben beschrieb. Ein Kollege nahm, schon vor über 10 Jahren, den beistand der damals nur in der Schweiz agierenden organisation Dignitas in Anspruch. Deren Vorstellung haben wir uns aus dem Internet ausgedruckt, schien ganz plausibel. Und zudem brachte uns eine Freundin, Altenpflegerin, die wir vom, BUND kennen, mit einer Einrichtung von Hospiz und Sterbebegleitung, "Die Arche", in Lüdenscheid in Kontakt. So haben wirschon mehrere gespräche unter verschiedenen Aspekten erlebt, interessante, engagierte Menschen. Dein brief an den Komponisten ist ja höchst spannend. Dass Du die Kröten sogar mit einer Oper in Beziehung bringst, ist eine interesssante und erheiternde Vorstellung. Das ist nun ein weites Feld. Der diesbezügliche brief ist noch nicht ausgedruckt, damit werde ich mich ein andermal beschäftigen. Über die so sehr freundlichen reaktionen auf Nathaniels Dirigat haben wir und sehr gefreut und können uns lebhaft vorstellen, wie N. auftritt und wie sehr zugewandt er arbeitet und auftritt. Wie schön, dass er solcb motivierende Rückmeldungen bekommt. Alles Gute für iohn, wir wünschen ihm alles, alles Gute! Hier regnet es weiterhin, Bäche und Flüsse schwellen, Blätter fallen ohne Unterlass, alles Getier sucht nach einem trockenen Unterschlupf, wir haben inzwischen die 17.Waldmaus gefangen und frn von uns freigesetzt, dazu beherbergen wir - habe ich wohl schon berichtet - eine Amerikanische Kiefern-oder Zapfenwanze in einem Karton. Kürzlich haben wir ihr Kiefernnadeln beigegeben, das scheint sie belebt zu haben. Ich habe sie in den keller gebracht, da ist die kühlere Schlaftemperatur. Lieber Jochen, wir wünschen Dir weiter so viel belebende Freude an Nathaniel und Deinen literarischen projekten und grüßen Dich von Herzen, Deine Gertraud und Bernd.