am 28. Dezember 2023 Liebe Gertraud, lieber Bernd, Wieder einmal Dank für Euern Brief. Ein angefangenes Schreiben an Euch während der Weihnachtstage hatte ich wegen seiner Belanglosigkeit in meine Karteien unterschlagen, um nun umso ungebundener die Gelegenheit wahrnehmen zu können Euch die jüngsten Geschehen in meinem Dasein mitzuteilen. Ihr fragt nach Weihnachtsfeiern. Sabine, meine Schwiegerenkelin, seit dem 3. Juni 2023 Nathaniels Ehefrau, hatte sich damals eine Kirchenehe erbeten, hatte schon im Vorjahre, Weihnachten 2022, einen Baum aufgestellt, und ich vermute auch dieses Jahr, obwohl mir gegenüber unerwähnt, auf dem Parterre das mir wegen meiner verkrüppelten Beine unerreichbar ist. Um 16 Uhr am 25.12, gab es eine Weihnachtsfeier hier im Hause, zu der ich beisteuerte indem ich mittels des Nebenanschlusses an den Ölbrenner den ich vor Jahren angelegt hatte, um 14 Uhr die Heizung anschaltete, so dass während der Weihnachtsfeier 20 Grad Celsius herrschten, im ganzen Palais. Angeboten hatte Nathaniel mir, den geplanten Weihnachtszauber im großen leeren Schlafzimmer in der zweiten Etage unmittelbar neben meinem Wohn- Schlaf- Arbeitszimmer zu veranstalten. Ich aber bat ihn den Trubel mir nicht allzu nahe zu bringen, nicht nur wegen meiner Schwerhörigkeit, sondern weil phatische Kommunikation https://de.wikipedia.org/wiki/Phatische_Kommunikation mich von jeher als Weiche zum Unsinn und zur Einsamkeit anmutet. Schließlich ist meine Vereinsamung Ergebnis eines tiefen Bedürfnisses. Ich mag Euch berichtet haben, wie ich den Psychiater der mich etwa 1959 als untauglich zum Militär beurteilte, des Gegenteils zu überreden vortäuschte, mit der Versicherung, ich sei meiner Fähigkeit mich dienstlich einzufügen zuversichtlich, vorausgesetzt, dass mir ein Einzelzimmer zur Verfügung stünde. Und heute versichere ich jedem, ob er es hören will oder nicht, dass auch zum Sterben, ein Einzelzimmer mir unentbehrlich ist. Diese Gesinnung habe ich dann auch meiner neu erworbenen Ärztin mitgeteilt, einer Dr. Tamara Vesel aus der Slovakei https://www.tuftsmedicine.org/doctor/tamara-vesel die mit Klemens auf den Gebieten Hospiz- und Palliativversorgung zusammenarbeitet. Dr. Vesel erschien um 13 Uhr, am 26.12, um sich zwei Stunden lang mit mir zu unterhalten. Verließ mich dann mit der Versicherung willens zu sein meinen Totenschein zu unterschreiben, vorausgesetzt dass es ihr erlaubt sein würde, mich regelmäßig zu besuchen. Also werde ich doch in meinen ältesten Tagen, der vom Staat erzwungenen Krankenversicherung zur Last fallen. In der folgenden Nacht unterhielt ich mich im Traum mit einer Gerichtsvollstreckerin, zu der ich schließlich, nachdem sie mein Gemüt über alles Mögliche erforscht hatte, die Frage stellte, "Und was meinen Sie, wird der Richter zu all diesem sagen?" mir antwortete, "Ach, ich vergaß ihnen mitzuteilen, dass ich der Richter bin." Von dem Komponisten Mahlon Berv hatte ich eine E-mail in welcher er mit berichtet, er habe sich des künstlichen Intelligenz Programms bedient um Teile meines Krötenrettungslibretto ins Englische zu übertragen. Inzwischen habe ich angefangen mich mit einer Fortsetzung in die Gebiete der Menschenrettung zu beschäftigen. Ich wünsche Euch beiden ein gesundes und zufriedenes Neues Jahr. Euer Jochen