am 19. Dezember 2023 Mit sogenannter Erkenntistheorie hab ich mich in meiner Weise abgefunden, Die Gültigkeit ergibt sich aus der Wirksamkeit. Wahr ist was im Gemüt gegenwärtig funktioniert, was geht, was läuft, was sich im gegenwärtigen Erleben bestätigt. Erkenntnis entspringt doppelt: a) aus meiner unmittelbaren Anschauung, b) zugleich aber auch als symbolische mitteilbare und mitgeteilte Formen, dem gemeinsamen Zusammenwirken der Menge zufolge, also der Schule, wo Übereinstimmung betreffs symbolischer Formen die unmittelbare Anschauung, das unmittelbare Erleben und Erkennern ersetzt. Die herkömmliche Ethik hat die verschiedensten Quellen, die fließen vom Apfelbaumverbot in Eden, von den Zehn Geboten am Berg Sinai, von der Bergpredigt, von etlichen formellen Befehlen der Kaiser und Päpste, von allerei Anordungen, Regeln und Gesetzen, vom Kategorischen Imperativ Kants, von der Feier der Ehrfurcht vor dem Leben mit Albert Schweitzer hin bis zur Kohlendioxyd Sperre zur Begrenzung des Klimawandels. Überall walten Regeln und Gesetze, voraussetzend und bestimmend dass es möglich sein sollte eine Welt, einen Bereich des Handelns darzustellen der den Erleben allen beteiligten Menschen zu den unendlich verschiedenen Zeiten und unter den unendlich verschiedenen Umständen gerecht zu sein vermöchte. Und die Handlung, die Handlung soll stets als das eine begrenzte fassbare, bestimmbare Tun des Einzelnen zu beschreibbarer Zeit und an beschreibbaren Ort greifbar sein. Und doch sind Befehlen, Vorschriften, Regeln, Gesetze vorerst, und vielleicht auch zuletzt nur Worte welche den Einzelnen in die Gesellschaft binden und welche die Gesellschaft selbst befestigen. In allen ethischen Lehren die mir bekannt sind, bleibt der Einfluss der Gesellschaft, oder wie sie abschätzig genannt wird, Herdenmoral, unerwähnt. Stattdessen erfindet man ein metaphysisches Gefüge vom Göttlichen, und insbesondere vom einen unnennbaren Gott, der doch so offensichtlich als Spiegelbild der Seele, des eigenen Inneren lebt, demgemäß ein jeder von uns seine Handlungen richten sollte. Bin mir zugleich der altgriechschen Vorstellung bewusst, dass Unwissenheit die Wurzel des Unrechts ist. Wenn ich das Gefilde meiner Handlungen betrachte, erkenne ich ein unübersichtliches Gewebe von gedanklichen Zeichnungen meines erinnerten und vorstellbaren Erlebens. In diesem Gewebe einen Pfad zu beschreiben demzufolge ein rechte Handlungsweise bestimmbar sein sollte ist mir unmöglich. Aber das was ich tue, das was ich getan habe, erscheint mir stets als gut, als richtig, eben weil ich es getan habe. Was ein andrer als ich tut oder getan hat dünkt mich gut oder schlecht, je nachdem, wie es denjenigen berührt, an dessen Platz ich mich gedanklich versetze, mit dessem Leben, mit dessem Glück, ich mein eigenes Leben, mein eigenes Glück, identifiziere. Manchmal ist mir dies unmöglich. Manchmal vermag ich meine Unentschlossenheit nicht zu überwinden. So zum Beispiel, in den Gefechten zwischen den Palestinensern und Israelis. Wenn ich mir die Mühe mache die Taten anderer Menschen genau und gewissenhaft zu überlegen, dann vermag ich mir fast alles was die Menschen, auch die bösesten unter ihnen tun, zu rechtfertigten; und ebenfalls fast alles was auch die Besten unter den Menschen tun zu tadeln, wenn nur weil ich selber es nicht war, der es getan hat. Mit anderen Worten, gut ist stets was von mir selber oder was von meinesgleichen getan wird; schlecht, oder möglicherweise schlecht, ist alles was von einem Menschen getan wird, der zu sein ich mir nicht vorzustellen vermag. Aus diesen Erwägungen, aus diesen Einsichten, ergibt sich, dass mein Vorstellungsvermögen wesentlich zur Vorstellung dessen was ich als gut und falsch zu erkennen meine, beiträgt. "Was mir behagt ist nur die muntre Jagd." Nein, die Jagd erschrickt mich, weil ich mich nicht mit dem rüstigen Jäger, sondern mit dem gejagten Wild identifiziere. Was aber nun wenn es ein Mensch ist der einen zweiten Menschen jagt, und wenn ein dritter Mensch sich einschaltet, und den ersten Menschen angreift um den zweiten Menschen zu schützen? Unter welchen Umständen hätte der erste Mensch ein Recht, vielleicht sogar eine Pflicht, den zweiten Menschen zu jagen. Und wie verhielte es sich dann mit dem Recht oder Unrecht der Handlung des dritten? All dies hat sehr viel mit dem Verhalten der Menschheit, der Gesellschaft, der Herde zu tun. Denn, nein, nicht nur "der Mensch" ist, ich selber bin ein Herdentier. Meine Sprache, mein Denken, mein Fühlen sind durch die Mitmenschen unter denen ich lebe gestaltet. So auch was ich als gut und böse, als wahr und unwahr betrachte, was mir zu tun erlaubt, was mir zu tun verboten ist wird von der Gesellschaft in der ich lebe bestimmt. Die Normen der Gesellschaft sind veränderlich von Jahr zu Jahr, von Ort zu Ort. Zum Beispiel, aus Wikipedia: Elisabeth von Thüringen (* 1207 in Pressburg oder in Sárospatak (Ungarn) auf Burg Rákóczi; † 16. oder 17. November 1231 in Marburg an der Lahn) war eine ungarische Prinzessin und deutsche Landgräfin. Sie wurde mit Ludwig von Thüringen vermählt. Landgraf Hermann von Thüringen starb 1217 und Ludwig übernahm im Alter von 17 Jahren die Regentschaft. 1221 heirateten er und die 14-jährige Elisabeth in der Georgenkirche in Eisenach. Die Ehe, so berichten die Quellen übereinstimmend, war glücklich. Danach war Ludwig von Thüringen – durchaus ein zielstrebiger und mitunter skrupelloser Machtpolitiker – seiner Ehefrau mit einer Treue und einem Feingefühl zugetan, die sich von den Gepflogenheiten seiner Standesgenossen unterschieden. Heutzutage würde ein 21 Jahre alter Mann der mit einem 14 Jahre alten Mädchen geschlechtlich verkehrte, zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt.