am 23. September 2023 Liebe Gertraud, lieber Bernd, Vielen Dank für den Bericht über Eure Reise mit der Nachricht Eurer unversehrten Rückkehr. Mich dünkt die Welt in der wir leben übermäßig bedrohlich. Die für mein Dasein stichhaltigen Begriffe sind Täuschung und Enttäuschung; die entsprechenden einschlägigen Fragen: Wäre es ersprießlich statt sie zu verschmähen, die Täuschung als lebensnotwendig willkommen zu heißen? Und wie steht es um die Enttäuschung? Sollte man die Enttäuschung so weit und so lange wie möglich erübrigen, oder sollte man die Enttäuschung als Befreiung und Erlösung, als Licht und Luft der Wahrheit und Wirklichkeit begrüßen? Als Vorbereitung für und Einübung in den Klimawandel habe ich den Anfang gemacht Dantes Divina Commoedia kennen zu lernen, bis jetzt die ersten vier Gesänge des Inferno. Dies anspruchsvolle Unternehmen versuche ich zu bewerkstelligen, in dem ich auf der linken Hälfte des Bildschirms meines Rechners das italienische Original erscheinen lasse, und auf der rechten Hälfte die Übersetzung ins Englische von Henry Wadsworth Longfellow, und versuche das Italienische auswendig zu lernen indem ich mit dem Lesen etliche Mal von vorne anfange. Schließlich höre ich mir ab und zu, auch im Internet, eine melodische Vorlesung der Texte an. Dabei bin ich mir der Durchlässigkeit meines Gedächtnisses peinlich bewusst. Behalten wird es sehr wenig.