am 10. August 2013 Mein Fehler, mein Versagen, mein Mangel ist die Abwesenheit der Beziehung zu, auch nur der Vorstellung von einer Beziehung von möglichen Lesern. Wie diese jetzt scheinbar unüberbrückbare Kluft entstanden ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist sie, wie Helmut Frielinghaus mutmaßte, eine unheilbare Entfremdung infolge der Vertreibung. Ich bin aber entschlossen nicht zu klagen, die Unzulänglichkeiten der gesellschaftlichen Beziehungen welche der Mangel öffentlicher Anerkennung meiner Gedanken kennzeichnet auf nichts außerhalb meiner selbst zu schieben, nicht einmal, und besonders nicht auf die Gedanken und auf die Dichtungen die ich erzeugt habe. Dabei halte ich es für durchaus möglich, wenngleich unwahrscheinlich, dass man eines Tages nach meinem Tod, meinem Denken und Dichten eine bemerkenswerte Bedeutung zuschreiben wird. Es ist meine gewiss selbstdienliche Überzeugug, dass der Ruhm eine Erscheinung ist die nicht im Werke wurzeln, sondern in der Gesellschaft welcher das Werk im günstigen Falle entspringt. Das Ausbleiben der gesellschaftlichen Anerkennung möchte als Ergebnis eines Wettbewerbs sein, bezeichnet durch die Umstände dass es infolge der technischen Leichtigkeit der rechnergehandhabten Komposition und der Billigikeit der Herstellung auch nur einzelner Abdrucke eines Buches, sich jedem einzelnen Leser eine Unzahl von Schriftstücken aufdrängen, von denen er nur den geringsten Bruchteil benötigt um seinen Bedarf zur Anregung zu befriedigen. Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass der Sinn welcher einem Schriftstück zugeschrieben wird dem Verständnis des Empfängers, des Lesers entspringen muss, ein Verständnis das vielfalls eines scholastischen Echos bedarf und oftmals fast ausschließlich in scholastischer Bekräftigung entsteht. So erkläre ich mir die Tatsache, dass sogenannte philosophische oder geisteswissenschaftliche Bemühungen ein universitäres Zuhause bedürfen um zu sprossen, zu erblühen und Früchte zu tragen. Sehr oft lese ich Schriftstücke die mir nur verständlich sind wenn ich annehme dass sie mit Hinsicht auf eine voraus gesetzte öffentliche Überzeugung geschrieben worden waren, wo der Verfasser sich von seinen Lesern erwarteten Ansichten und Urteilen fügte. "So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt." hat Goethe seinem Tasso in den Mund gelegt.