am 4. August 2023 Die objektive Arche ist heute, wie vor 2569 Jahren, das Apeiron - damals die psycho-ästhetische Ahnung von dem chaotischen asymbolische Urgrund unseres Erlebens und von dem symbolhaften sprachlichen und rechnerischen Bereich auf welchem sich dieses Erleben befestigt. Die Singularität ist die Pforte aus dem Grenzenlosen, wenn nicht, dialektisch, das Grenzenlose selbst. Wie damals in den Zeiten des Anaximander ergibt sich auch heute mit der Singularität eines Urknalls die Grenze unserer Welt aus einem Apeiron, aus einem Chaos, aus der Abwesenheit jeglicher Struktur und Gestalt. Der Umstand dass die Anaximandrische Wirklichkeit sich in eben demselben Apeiron auflöst aus dem sie entsteht, setzt Ende dem Anfang gleich und widerruft somit den Inhalt der Zeitspanne zwischen Ursprung und Ende. In unseren Zeiten ist das Anfangsapeiron die Singularität, das Schlussapeiron ist die unendende Ausdehnung, Erweiterung des Kosmos mit Lichtgeschwindigkeit. Wieder einmal, wie bei dem Lichtkegel die Gegenwart, so ergibt sich im Vergleich mit der unendlichen Unbestimmbarkeit des Präsingulatirärem mit der unendlichen Unbestimmbarkeit des Postjetzigem eine zwischen zwei unmessbaren Unendlichkeiten messbare Zeitspanne welche im Schatten des unmessbaren Zuvor und des unmessbaren Danach eine messbare Klemme mit infinitesimalem Ausmaß bietet. Im Apeiron treffen, schneiden, überlagern sich und schmilzen in einander Außen und Innen, Objekt und Subjekt. Die zeitgenössische objektive Arche ist die vermeintliche kosmische Singularität aus der die Zeit und der Raum aus unbegreiflicher Weise entstanden. Die entsprechende subjektive Arche ist meinem Erleben gemäß einem Erwachen in die zeit-räumliche Umgebung einer ewigen Gegenwart der ich immer wieder entschlafe und in die ich immer wieder aufs Neue erwache. Bei diesen Überlegungen fällt mir auf wie zweideutig der Begriff Arche. Es ist unbestimmt, und muss unbestimmt bleiben, ob das wirkliche Sein in der Arche begraben ist und durch ein Heraustreten aus der Arche in Erscheinung kommt, oder ob das wirkliche Sein durch das Entfalten und Heraustreten aus dem Apeiron gleich einer Saat überhaupt erst zustande kommt. Ich vermute dass die vorgehende Frage als ein Zeiger wirken möchte welcher auf den Ort der Wirklichkeit als nicht im Äußeren, als nicht in der Objektivität, sondern als im Inneren, als in der Subjektivität liegend hinweist. ============== Die religiösen Mythen wie etwa von der Schöpfung, von der Erlösung, vom ewigen Leben, vom letzten Gericht, von ewiger Seligkeit und ewiger Verderbnis erkläre ich mir als Vergegenständlichungen inwendiger subjektiver Verhältnisse und Unbestimmtheiten, als Fragen die auf Antwort warten und drängen. Diese Mythen sind Idealisierungen, so wie ich die Geschichte, die erzählende Sprache im Allgemeinen, als Darstellung, als Objektivierung (inwendiger) geistig-seelischer Vorgänge betrachte. Ich erkläre mir die Vergegenständlichung, die Objektivierung, die Idealisierung als eine natürliche Funktion des Menschen, ein Geistesumsatz, Geisteswechsel vergleichbar mit dem Stoffumsatz, dem Stoffwechsel, mit der Oxidation und Reduktion, mit dem Citratzyklus im Körper. Idealisierung und Entidealisierung wären vergleichbar mit Oxidation und Reduction, mit Verdunstung und Niederschlag, mit Einfrieren und Auftauen. Ganz im Allgemeinen ist von den symbolischen Formen, sprachlich wie mathematisch, festzustellen, dass sie ihrem Wesen nach eine Wirklichkeit mit wesentlichen Begrenzungen darstellen. Diese Wirklichkeit hat die Eigenschaften: a) dass sie mitteilbar, übertragbar ist, und b) dass sie mit anderen nicht-symbolischen Anschauungen in der Gegenwart in solcher Weise erlebt werden dass symbolische und nicht-symbolische Anschauungen miteinander verschmelzen so dass beide zusammen die unmittelbare gegenwärtige Wirklichkeit darstellen in welcher der Mensch empfindet und handelt. In diesem Zusammenfließen werden die Ungereimtheiten, die Unzulänglichkeiten, die Widersprüche der symbolischen Wirklichkeiten verschleiert.