am 2. August 2023 Das Wörterpaar Subjektivität und Objektivität vermögen dem Bann der Dialektik ebensowenig entkommen wie wahr und falsch, gut und schlecht, oder auch jedes andere der vielen, vielen Gegensätze welche so leicht und oberflächlich bestimmend unsere Sprache und unser Denken überwuchern. Kein einziger von ihnen entspringt der "Natur". Sie alle lassen sich nur als Entwicklungen aus den Vorgängen des Denkens und aus den Beschaffenheiten des Gemüts verstehen und erklären. Schattenhafte veränderliche Hinweise auf das einem bewussten Menschen stets zugängliche Erleben. Die Fragen an die Dialektik, so scheint mir, bleiben stets die gleichen, ob die Gegensätze in denen das Erleben niederschlägt dieses hervorweisen, hervorheben, erklären, - oder ob die Gegensätze in denen das Erleben niederschlägt dieses verwirren, verdunkeln, verschleiern, entstellen, verstecken, widerrufen oder auflösen, - oder ob die Gegensätze in denen das Erleben niederschlägt dieses bis zum Ersetzen, verändern. Diese Fragen an die Dialektik scheinen mir auf das Wesen der Sprache, in diesem Falle des Widersprechens als Idealisierung zu zielen, und mit diesem Zielen das Wesen der Idealisierung ins Licht zu ziehen. Ich frage mich jetzt, bedarf nicht jede Form des Stoffes, bedarf nicht jeder Geist des Körpers, bedarf nicht jedes Ja des Neins, und dementsprechend umgekehrt. Ist nicht jeweils Stoff etwas das Form bedarf? Ist nicht jeder Körpers des Geists bedürftig? Benötigt nicht jedes Nein den Schatten eines Jas um Sinn zu erhalten? Hat nicht jede Rückführung, jede Reduktion schon sozusagen ihr Ziel an ihrem Anfang über den diese Rückführung nicht hinwegkommt? Im gegebenen Falle frage ich, dienen nicht Subjektivität und Objektivität wie Gefäße in welche jeder der sich dieser Ausdrücke bedient sein eigenstes Erleben gießt, indessen solche Gefäße dann das Erleben das sie enthalten und auf das sie hinweisen den verschiedensten Menschen andeuten, wenn nicht gar mitteilen?