Gen 1:1 ἐν ἀρχῇ ἐποίησεν ὁ θεὸς τὸν οὐρανὸν καὶ τὴν γῆν Gen 1:2 ἡ δὲ γῆ ἦν ἀόρατος καὶ ἀκατασκεύαστος καὶ σκότος ἐπάνω τῆς ἀβύσσου καὶ πνεῦμα θεοῦ ἐπεφέρετο ἐπάνω τοῦ ὕδατος Gen 1:3 καὶ εἶπεν ὁ θεός γενηθήτω φῶς καὶ ἐγένετο φῶς An diese Verse sind beide, die Geistes und die Naturwissenschaften verankert. ὁ θεὸς ist Anker an den Geist, ἐν ἀρχῇ ist Anker an die Zeit. τὸν οὐρανὸν καὶ τὴν γῆν sind Anker an den Raum. ὁ θεὸς ist symbolhafte Vergegenständlichung des Geists, ἐν ἀρχῇ ist symbolhafte Vergegenständlichung der Zeit, τὸν οὐρανὸν καὶ τὴν γῆν sind symbolhafte Vergegenständlichung des Raums. Eine Sache zu wissen heißt ihr Dasein zu bestätigen. Eine Sache zu verstehen heißt sie zu ergründen, also zu erschaffen. Der Gott der alles geschaffen hat ist zugleich der Gott der alles weiß und alles versteht. Ein Anfang ist eine Singularität mit welcher eine Zeitspanne entsteht. Der Himmel ist grenzenloser Ort des Raumes. Die Erde ist begrenzter Ort meiner Existenz. Die Naturwissenschaften sind Ausdrücke und Zusammenfassungen von dem was mir in jeder Gegenwart aufs neue erlebbar ist. Die Geisteswissenschaften sind Ausdrücke und Zusammenfassungen von dem Vergangenen das diese Gegenwart gestaltet, von dem Vergangenem das in dieser Gegenwart offenbar wird. Die subjektive Grundlage meiner selbst is mein immer und immer wiederkehrendes Bewusstsein das bereit ist meinen Geist mit jedem Atemzug, mit jedem Pulsschlag, zu bestätigen. Die objektive Grundlage der Welt, des Kosmos wo ich mich befinde ist ein Gefüge das meiner gesellschaftlich angelegten und geordneten Gemütsverfassung entspringt. Die einleitenden Verse des Mosesevangeliums die ich vorhergehend zitierte sind mir zwar sehr überzeugend, sind aber dennoch nur ein Beispiel. Die mosäische Schaffungslegende hat mehrere Tausend Jahre lang gedient, die Objektivierung "der Welt" zuveranschaulichen. Anderweitig wüsste ich für diesen Vorgang, für das Erleben, nur das Apeiron des Anaximandros oder den unbewegten Urbeweger des Aristoteles zu zitieren. Hinweisen möchte ich darauf dass in jedem Falle das Objektivwerden, das Entstehen des Kosmos aus Chaos, des Sein aus dem Nichts, Vorgänge im Gemüt des Einzelnen sind, will sagen, Vorgänge in meinem Gemüt, Geschehen die in jedem Falle subjektiv sind, subjektiv sein müssen, weil sie nicht anders als subjektiv sein können. Der Hinweis auf die Tatsache das die Erfahrung des Objektiven auch ein subjektives Erlebnis sein muss, meine Erkenntnis des "mir" Objektiven als ein mir subjektiver Vorgang, bestätigt die Behauptung Kierkegaards, dass die Subjektivität die Wahrheit ist. Etliche "subjektiv" erlebende Einzelne bilden eine Schule die "objektiv" gültige Aussagen hervorruft, sammelt, prüft, bestätigt, beglaubigt, zertifiziert und bescheinigt. In der Schule und durch die Schule verschmilzen die subjektiven Erleben von Lehrern und Schülern in ein ihnen allen schmackhaftes, verdauliches, bekömmliches Ragout. Mal nennt man es Naturwissenschaft, mal nennt man es Geisteswissenschaft. Zuweilen auch Philosophie.