am 21. Februar 2023 Liebe Gertraud, lieber Bernd, Wieder einmal vielen Dank für Eure beiden Briefe, der eine per E-mail der, andere ein Umschlag mit der Post. Der Umschlag enthielt zwei Photographien von Pflanzen in Euerer Küche und acht Zeitungsblätter, die ich, nach dem ich sie sorgfältig durchgesehen, weitgehend gelesen habe. Das Thema das mir im Gedächtnis haftet, sind die verwickelten Beziehungen zwischen den Lebewesen, - fast hätte ich geschrieben zwischen den Tieren. Zwar bin ich zuversichtlich, dass Euch meine Betrachung der Menschen als eine Tierart prinzipiell nicht anstößig ist, doch höre ich die Echo von Margarets und meiner Mutter Stimmen: "Jochen, das geht zu weit!" wenn ich meinen Brief mit der folgerichtigen Unterschrift: "von Euerm Euch herzlich grüßenden Tier" beschlösse. Es liegt ein weiter Bereich zwischen Joe Hutto der sich mit Truthähnen unterhält und zehn Jahre mit Hirschen zusammenlebt, den drei Bösewichten die mitten im Dorf erneut Geldautomaten sprengen und mit Hilfe einer Wärmebildkamera festgenommen werden, den Forschern welche die Knochen von Riesen-Elefanten (sic) untersuchen, und der Wölfin GW2856f welche zum dritten Mal durch einen Tierriss im Märkischen Kreis erfasst wurde. Meinerseits würde ich beim Lanuv (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) im Namen von Wölfin GW2856f wegen Sexismus Beschwerde einlegen, nämlich wegen des Unrechts, sie mit "f" als weiblich zu charakterisieren eh nicht Joe Hutto Gelegenheit gehabt hätte mit GW2856f zu beraten ob sie es nicht vorzöge, wie manche Menschentiere, sich einer Geschlechtswandlung zu unterziehen um dann als GW2856m in die Liste der SchafsmörderInnen eingetragen zu werden. Inzwischen hab ich mit der Betrachtung anderer Perspektiven der Beziehungen zwischen uns Lebewesen meine Zeit und Kraft vertan. Vor einigen Tagen stieß ich im Internet auf den Netzort https://www.academia.edu/ mit der Reklame: "The world's largest open access library in your pocket. Academia.edu has over 40 million academic papers that have been uploaded by more than 12 million researchers around the world. Access your Academia.edu account whenever and wherever your curiosity strikes." Mir wird versichert, man hätte 551 einzelne Erwähnungen "meines Namens" in "akademischen" Veröffentlichungen festgestellt, und würde mir diese nach der Zahlung einer "Mitgliedsgebühr" von 150$ pro Jahr mitteilen. Das ist eine Lüge, ist aber eine rechner-erzeugte Lüge, und als solche unanstößig und erlaubt. Ich weiß nicht ob Ihr mich gut genug kennt zu wissen, dass es mir nie einfallen würde mir die Namen von Gelehrten die mich vermeintlich erwähnt hätten verkaufen zu lassen. Dennoch hat meine Beziehung zu Academia.edu den wenn auch nur geringen Nutzen für mich, mir viele "wissenschaftliche" Veröffentlichungen nebst der Internet-Adressen der Verfasser, kostenlos zur Verfügung zu stellen. In dieser Weise hat sich mit einem Philologen, Jas Elsner, ein Austausch von Briefen ergeben. Ich will Euch die Einzelheiten http://ernstjmeyer.ddns.net/div01/Paideia/Paideia_index.html nicht vorenthalten, obwohl ich keinen Grund habe anzunehmen, dass sie für Euch von Interesse sein möchten. Inzwischen sende ich Euch beiden einmal wieder herzliche Wintergrüße. Euer Jochen