Wenn ich jung wäre, würde ich ein neues Fach anschneiden, "Mitteilungslehre", welches die herkömmliche Epistemologie wesentlich ergänzen, wenn nicht gar ersetzen würde. Die übliche Erkenntnislehre lastet unter der Zweideutigkeit von Subjektivität und Objektivität: denn das Wissen vermag weder das eine noch das andere ausschließen, es muss beide, das Wissen des Einzelnen sowohl als auch die Mythen und Wissenschaften der Gesellschaft umfassen. Jesus war, was immer sonst, auch ein Philosoph der allenfalls eine Ethik und eine Religion verkündete, beide mit wesentlichen begrifflichen, gedanklichen Folgen, welche im Gleichnis des allwissenden, allmächtigen, allgütigen Vaters ihre Zusammenfassung finden. Wenn ich heute die Wissenschaften, was ich von ihnen weiß und verstehe, dann kommen sie mir vor, wie Spiele von Kindern die Modelle bauen, um mit der Kühnheit ihrer Erfindungen, "Es lebe die Unverfrorenheit", einander zu beeindrucken. Sich gegenseitig zu beeindrucken, bekannt, berühmt zu werden, ist der Gipfel auf den sie streben. Und vergessen dabei das Wesen ihrer Gedanken vondenen die Quantität die Qualität aufwiegen soll. Tatsächlich aber sind es die Vorgänge des "Wissens," des Verstehens, des Mitteilens, die als wesentliches übrig bleiben. Ich vermag die mythologische Wesenart des Vergangenen, alles Vergangenen, einbeschlossen wissenschaftlich erbeutete "Tatsachen" und Theorieen nicht zu unterschätzen. Die Historie, die Geschichte ins Besondere, weist auf die Unmöglichkeiten das Vergangene zu ergreifen, zu begreifen. Wir erdichten eine "Geschichte", einen Mythos, auch dieser ein Modell das erlebt, empfunden und und entwickelt zu werden verlangt. Ich weiß nicht, ob ich schreiben sollte, die Mitteilungslehre bewirkt (tiefe) Einsamkeit, oder die Mitteilungslehre bewirkt das echte Zusammensein, die gültige Gemeinschaft unter und Menschen. Wieder einmal Dialektik, eine dialektische Falle. Information Theory ist doch etwas ganz anderes. Hab der letzten vierundzwanzig Stunden etwa 15 Stunden, wenn nicht mehr verschlafen. Ich empfinde, ich ahne, es geht abwärts.