In drei Dimensionen beschreibt das Pendel einen Kreis oder eine Ellipse. In zwei Dimensionen beschreibt das Pendel einen Bogen (an arch). In einer Dimension beschreibt das Pendel einen Strich. Der Entwurf (die Projektion) eines Pendels auf eine Fläche veranschaulicht die Bewegung, und die Bewegung veranschaulicht die Zeit. Vom Umschlag zur Niederung beschleunigt sich die Bewegung. Von der Niederung zum Umschlag verlangsamt sich die Bewegung. Die Wende, der Umschwung des Pendels ist das Ereignis. Man sagt das Ereignis ist alles, die Zeit ist nichts. Ich erlebe es umgekehrt: Die Zeit ist bestimmend. Das Ereignis (the event) ist der (gekünstelte) Entwurf des Geistes auf die unbefleckte und letzthin unbefleckbare Zeit. Erweitert man im gegebenen Falle das Bild von zwei Dimensionen zu drei Dimensionen dann verschwindet möglicherweise das so eindrucksvolle Ereignis des Umschwungs. Heute Nachmittag erscheint mir die vier-dimensionale Raumzeit willkürlich und unglaublich, und die moderne Physik mit ihren Relativitäts- und Quantentheorieen wie ein Bubenstreich. Indem er die Geschwindigkeit des Lichtes als äußerstes Maß jeglicher Geschwindigkeit bestimmte, hat Einstein eine mit der Unendlichkeit konkurrierende Grenze eingeführt. Wie immer genau man auch technisch die Lichtgeschwindigkeit zu messen vermag, so ergibt sie sich denn anschaulich als unendlich. Ohne aufwendiges Instrumentar wäre es unmöglich die Anwesenheit der Lichtgeschwindigkeit festzustellen. Vergleichbares gilt für die Kosmologie, für die Teilchenforschung und für die Quantenmechanik. Zusammenfallen, coincidere ist das Stichwort zum Verstehen des Verständnisses physikalischer Theorieen; denn schon das Zusammenfallen von Anschauung und symbolischer Darstellung besagt Bestätigung und Verursachung. Was ich mit meinen Augen wahrnehme, was mir meine Erinnerung wiederholt, was im Gedächtnis widerhallt, das vergleiche ich, das messe und eiche ich an der mathematischen Formel, an der Gleichung, am sprachlichen Ausdruck. Und finde ich Zusammenfall, Übereinstimming, dann freue ich mich, dann bin ich stolz auf mein Wissen, auf meine Beheimatung in der gedeuteten Welt. Und übersehe, dass mein Wissen auf kaum mehr als Wiederholung beruht. Dass was immer ich mit Augen oder Ohren wahrnehme, sich in mein Gemüt prägt, mein Gemüt verwandelt. Diese Fähigkeit meines Gemüts sich zu verwandeln, sich anzupassen, sich zu assimilieren, birgt die Geheimnisse meines Wissens und deren Gültigkeit. jener entwerfende Geist, welcher das Irdische meistert, liebt in dem Schwung der Figur nichts wie den wendenden Punkt. Wenn ich recht verstehe war Plancks Gesetz eine heuristische Erfindung um die Ultraviolettkatastrophe des Rayleigh-Jeans Gesetzes zu umgehen. So gelang es Planck eine mathematische Formel aufzuschreiben welche mit experimentellen Messungen "übereinstimmte".