am 25. Januar 2023 Beim Überlesen der jüngsten Beiträge zu den Tagebuchnotizen an meinem Netzort, fällt mir auf wie unredigiert, wie fehlerhaft meine Eintragungen sind, wie wenig lesenswert. Und doch, hinwieder, wie gültig, wie wahr, weil sie lediglich die Ergebnisse, die Zeugnisse meines Denkens, meines Erlebens sind, nicht Vorlagen für Propaganda die veröffentlicht werden will. Oder täusche ich mich? Die meisten Schriften die ich lese, ob mathematisch, physikalisch oder ansonsten literarisch, zielen auf Veröffentlichung und sind auf allgemeine Kenntnis, wenn nicht gar Zustimmung gerichtet. Wenn ich nun schreibe, oder zu schreiben vorgebe, nicht um bedeutend und berühmt zu werden, sondern lediglich um Halt, um Grundlage, um Maßstab, um einen Index für meine geistige Existenz zu erwerben, täusche ich mich? Ich stelle die Frage, ob dies möglich ist, ob nicht alles Sprechen, ob nicht alles Schreiben sich an eine Gesellschaft gewendet sein muss. Vielleicht bin ich auch mit diesem Punkt auf einen Widerspruch gestoßen. "Das Höchste wäre zu begreifen, dass alles Faktische schon Theorie ist." Dann wäre auch die Umkehrung, das Gegenteil, the converse, gültig, dass alle Theorie schon Tatsache ist. Dann verschwinden alle Gegensätze zwischen Tatsache und Theorie. Die Gedanken der Mathematik und der Physik würden zugleich zugänglicher und unzugänglicher. Raum, Zeit, Licht, Schwere und Masse,träten zugleich als Gegebenheiten und Vorstellungen, als Tatsachen und Theorieen auf. Dann würden sich die Begriffe verwandeln. Ob sich sich entwicken oder verwickeln würden, möchte dahin gestellt bleiben. Allenfalls scheint es schon jetzt, dass wir uns in einem Gedankenlabyrinth befinden, ohne einen Faden mittels dessen wir den Weg zum Ausgang fänden. Ich erkläre mir die Einsteinschen Relativitätstheorieen so wie auch Quantentheorieen als geistige gesellschaftliche Gefüge welche dienen zugleich die geistig-gesellschaftlichen Verhältnisse unter den Wissenschaftlern und das Wirken der einzelnen Wissenschaftler in ihren Verhältnissen zur natura sive deus zu regeln. Ich darf nicht behaupten dass ich die Relativitätstheorieen und die Quantentheorien oder deren theoretische Grundlagen verstünde; doch scheint es mir unentrinnbar dass diese Lehren sich nicht auf Wirklichkeit der äußeren Natur sondern auf die Zwangsmäßigkeit des menschlichen Denkens zurückführen lassen. Es sind der äußere gesellschaftliche Anpassungszwang und der inwendige Beharrungszwang welche der scheinbar unverbrüchlichen Gültigkeit des "wissenschaftlichen" Wissens zugrunde liegen. Es ist aber größtenteils die Gleichzeitigkeit der sich aus Anschauung ergebenden technischen Erfolge mit dem so leidenschaftlich geglaubten Wissen welche dies Wissen zu bestätigen scheint.