Die moderne mathematische Physik ist eine Widerrufung oder allenfalls eine Verwandlung der Objektivität. Sollte man gleiches auch von anderen Wissenschaften behaupten? Vielleicht, es gälte sich in die Einzelheiten zu vertiefen um ein Urteil darüber zu wagen. Vielleicht geht es sogar um eine Verwandlung des Denkens "an sich". Die beschränkte Höchstgeschwindigkeit des Lichts, die Erweiterung des Raums und das Schrumpfen der Zeit, die Abhängigkeiten von Energie mit Materie (Stoff) und Geschwindigkeit (Bewegung), die Biegung der Lichtstrahlung durch die Schwerkraft. Aber indem man das Spektrum zeitgenössischer Wissensbegriffe überlegt fällt auf, in welch geringem Maße sie durch einfache, naive Beobachtungen (des Einzelnen) begründet, bekräftigt, bestätigt werden; dass sie im allgemeinen auf dem Einzelnen unzugängliche Beobachtungen, Messungen und Beurteilungen in gesellschaftlichen Zusammenhängen fußen, und somit vielleicht auch in ihrer Endgültigkeit oder Endungültigkeit vergleichbar sind mit den religiösen und historischen Mythen in welchen unsere Gesellschaften gegründet sind und durch welche unsere Gesellschaften bestehen. Und nicht nur Christentum, Judentum und Islam, auch Freiheit, Rechtsstaat, Demokratie, Marktwirtschaft. Ich bedenke die Gefilde der Wirklichkeit mit welchen die mathematische Physik mich bedient. Das Weltall bestehend aus Leere und Atomen, aus Wellen- und Teilchenstrahlung, aus Gebilden die mir vorzustellen und nachzurechnen sich mir als fortwährend mir sich immer wieder aufdrängende Aufgaben bieten. Die Bedingung dass Bewegung mit größerer als Lichtgeschwindigkeit, zwar nicht undenkbar aber dennoch unmöglich sein sollte, ist eine Annahme vergleichbar mit den quantenmechanischen Annahmen der Überlagerung, Verschränkung, und Unentscheidbarkeit (Unbestimmbarkeit), von wellenartigen Erscheinung von Teilchen, und teilchenartigen Betragens von Wellen, von der Stetigkeit einer aus unendlich vielen, unendlich kleinen Punkten bestehenden Linie, (Limes, Grenze), vom Wesen der Unendlichkeit (Infinity) überhaupt. Das alles sind Ausdrücke unlöslicher Widersprüche, die eine Dynamik, eine Lebendigkeit des gemeinschaftlichen Denkens besorgen. Dergleichen Widersprüche sind keineswegs Ausnahmen: sie entsprechen dem Wesen der zwischenmenschlichen Beziehungen, will sagen dem geistigen Wesen an sich. Die Behauptung der Lichtgeschwindigkeit als unbedingte Grenze aller Geschwindigkeiten ist Ausgleich für die Beschränktheit des menschlichen Geistes, vielleicht vergleichbar mit der Behauptung der Existenz eines allwissenden, allmächtigen, allgütigen und damit unnennbaren Gottes. Denn der Begriff der Geschwindigkeit an sich ist ein mathematischer und als solcher hat keine Grenzen. Ich frage mich nach der Bedeutung der Lichtgeschwindigkeitgrenze. Ist es eine unverbrüchliche Verkopplung von Wahrnehmung und Sein?