Die Physiker belächeln das "reine" Denken als "Philosophie" und beanspruchen das von ihnen behauptete Gebiet als etwas eigenständiges, besonderes, überlegenes. Ich sehe es anders. Aus meiner Perspektive ist die mathematische Physik nur eine weitere Erscheinung des menschlichen Denkens und beansprucht als eine solche verstanden und erklärt zu werden. Wieder einmal handelt es sich um einen Denkversuch den man als Metaphysik bezeichnen möchte. Als die funktionelle Grundlage meines Denkens erlebe und erkenne ich mein Bewusstsein, obwohl es zuweilen meiner Beachtung vorübergehend entschlüpft. Dies Bewusstsein erkläre ich mir als zwei Brücken; eine dieser Brücken ist eine Bindung welche das von mir als Objekt gesehen oder gehört wird, mit mir dem Sehenden und/oder Hörenden als Subjekt verbindet; die zweite dieser Brücken ist eine Bindung von dem Subjektiven das ich mir vorstelle oder denke, sei es im Wachen oder im Traum, und den entsprechenden objektiven Darstellungen in Worten und/oder mathematischen Symbolen, eine Bindung welche wiederum dazu wirkt a) mich an meine geistige Tätigkeit zu erinnern und somit diese zu bestätigen, und b) meine geistige Tätigkeit in gewissem beschränkten Maße anderen Menschen zugänglich zu machen, und somit gesellschaftlich zu befestigen und zu erweitern. Überall in der Welt wo ich lebe entdecke ich Bewegung. Schnee und Regen fallen vom Himmel. Vögel fliegen durch die Lüfte, von einem Ort, von einem Ast zum anderen, und an den Bäumen zittern die Blätter eh sie zur Erde flattern. Die Sonne sinkt abendlich ins Meer, und steigt jeden Morgen wieder auf. Hohe Wellen ziehen dem Strande zu, brechen mit schäumendem Gischt um dann auf dem Strand im Sande zu verrieseln. Alles bewegt sich ununterbrochen von Ort zu Ort, und somit über unzählige unausgedehnte Punkte, vom Anfang zum Ende. Unser Denken ist ein Mogeln das sich an alles gewöhnt. Es gewöhnt sich an einen Strich der aus einer unendlichen Zahl infinitesimal kleiner Punkte besteht, an eine Fläche aus einer unendlichen Zahl infinitesimal dünner Striche, an einen begrenzten Raum aus einer unendlichen Zahl infinitesimal dünner Flächen. Inzwischen vergeht die Zeit in stetigen, von uns unaufhaltsamen Zug. Die Sonne hat niemals über Jericho, oder über irgendeinem anderen Orte, stillgestanden. Wie die Ausdehnung sich über unzählbare Punkte im Raum in die Unendlichkeit erstreckt, so erstreckt sich der Verlauf der Zeit über unzählbare Momente in die Ewigkeit. In beiden Fällen, was den Raum und die Zeit anbetrifft, habe ich mich, hat ein jeder von uns, sich an deren ungereimte Gereimtheit, an unterbrochene Stetigkeit in den beschränkten Ausmaßen des für uns Erlebbaren gewöhnt. An diese Ungereimtheiten erinnert zu werden bestürzt mich nur vorübergehend, denn ich bin längst mit ihnen vertraut. Die Rechenkunst, die Mathematik weist mich auf die Gebiete des sehr Großen und des sehr Kleinen. Das sind beides Bereiche die mir nur mittels aufwendiger Instrumente, wie das sehr Große, etwa mit dem James Webb Infrarot Teleskop von einer Rakete auf einem eine Millionen Meilen entfernten Lagrange Lagerpunkt abgesetzt, oder wie das sehr Kleine mit dem LHC, dem Large Hadron Collider, dem Großen Hadronen-Speicherring bei Genf zugänglich sind. Das James-Webb-Weltraumteleskop (engl.: James Webb Space Telescope, abgekürzt JWST oder Webb) ist ein Weltraumteleskop für die Infrarotastronomie. Es wurde ab 1996 als gemeinsames Projekt der Weltraumagenturen NASA (USA), ESA (Europa) und CSA (Kanada) entwickelt und kann als wissenschaftlicher Nachfolger des Hubble-Weltraumteleskops und des Spitzer-Weltraumteleskops betrachtet werden. Das JWST startete am 25. Dezember 2021 und erreichte zum 24. Januar 2022 eine Umlaufbahn um den etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Lagrange-Punkt L2 (von Erde und Sonne). Die ersten Bilder des JWST wurden der Öffentlichkeit am 11. und 12. Juli 2022 präsentiert. (Wikipedia) The Large Hadron Collider (LHC, deutsche Bezeichnung Großer Hadronen-Speicherring) ist ein Teilchenbeschleuniger am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf. In Bezug auf Energie und Häufigkeit der Teilchenkollisionen ist der LHC der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. An Planung und Bau waren über 10.000 Wissenschaftler und Techniker aus über 100 Staaten beteiligt, es kooperierten hunderte Universitätslehrstühle und Forschungsinstitute. (Wikipwdia) Die mittels dieser Instrumenten erschlossenen Tatsachen bedürfen nun ein neues geistiges Gefüge wo sie zu meinem Erleben beizutragen bewirken. Für das Verständnis welches ein solches Erleben ermöglicht, beansprucht die mathematische Physik den Rahmen zu bieten. Die mathematische Physik behauptet, dass sie alleinig über den Schlüssel zu der äußeren objektiven Natur verfüge. Weil die mathematische Physik ihrem Wesen nach gesellschaftlich ist, beansprucht sie mir ein objektives Gedankengefüge aufzuzwingen. Sie erkennt die innere subjektive Natur meines Erlebens nicht an. Mir hingegen ist er Verlass auf die herkömmliche mathematische Physik unannehmbar. Es mag sein, dass ich zu dumm bin; dass ich unfähig bin der lebhaften Konkurrenz stand zu halten. Es mag sein, dass ich zu faul bin das Notwendige zu lernen. Wohin auch immer es mich nun führen mag, folge ich meinem Bedürfnis die Befunde des Teleskops und die Befunde des Großen Hadronen Speicherings, die dahinziehenden Wolken am blauen Himmel, die brechenden Wellen am Meeresrand, die fliegenden Vögel, sie alle sozusagen in ein und demselben geistigen Rahmen zu betrachten und zu erleben, und mir mit denselben intellektuellen Instrumenten zu erklären. Das ist das Ziel welches ich mir gesetzt habe.