Ich erkenne zweierlei Art denken, Das Denken zwecks der Handlung die wirksamer und gültiger ist, das Denken um als Mensch zu wirken, und Das Denken um des Denkens willen, das Denken um als Ersatzgott zu erkennen und zu wirken. Aus meinem Grübeln über Metamathematik hab ich mir einen Schlüssel zu weiterem Verstehen gemacht. Der hat einen vierfachen Bart. Also nenne ich ihn der vierfache Bart des Schlüssels zum Grunde. Move over Schopenhauer. Oder sollte meine Vorlesungsreihe heißen, Philosophy for Dummies. Die erste Zinke ist mein Gemüt. Die zweite Zinke ist die Gesellschaft. Die dritte Zinke ist Deus sive Natura. Die vierte Zinke ist der Zufall. [Die erste Zinke mein Gemüt die zweite die Gesellschaft die dritte Zinke heißt Natur die vierte ist der Zufall.] Natur gleicht Gott drum hätt ich schreiben sollen: Ich bilde mir ein vielleicht wenn auch nur aus einer verächtlichen Straßengosse einen Dietrich aufgelesen zu haben der mich befähigt einzubrechen in viele verschiedene - wage ich es zu sagen - in sämtliche Herbergen der Aletheia die mich verlocken. Das ursprüngliche epistemologische Instrument sind die Augenlider. Die Schwellenerfahrung, der Schwellenversuch, das ursprüngliche epistemologische Experiment ist das Öffnen und Schließen der Augen. Wenn ich meine Augen öffne, seh ich die äußere objektive Welt außer mir. Die Welt welche ich dann wahrnehme, ist vermutlich die Welt die von allen Menschen mit Augen wie die meinen gesehen wird. Wenn ich die Augen schließe, entfällt der Eindruck des Äußeren und mein Gemüt ist mit unscheinbarem Nichts, mit Schwärze ersetzt. Es dauert nicht lange, bis diese Schwärze von inneren erinnerten Vorstellungen, Gebilden und Gedanken verdrängt wird. So ist das Bewusstsein ein Spiel zwischen Innen und Außen, zwischen dem was ich einerseits als objektiv erkennen und andererseits als subjektiv wahrnehmen muss. Diese Dialektik liegt meinem Denken, meinem Wahrnehmen, meinem Leben, meinem Erleben zugrunde. Die Augenärtze behaupten das Sehen, die Ohrenärzte behaupten das Hören sei mir wichtiger. Ich meine, beide, Sehen und Hören bedingen die geistige und körperliche Existenz des Menschen. Das Gehör ist die Einrichtung mittels derer die Sprache wahrgenommen wird. Die Sprache ergibt das Denken. Zugleich ist das Gehör das Instrument auf welchem die Musik ertönt. Soweit die Zubehöre der ersten Zinke des Schlüssels. Die zweite Zinke zum Verständnis im Allgemeinen so wie auch im Besonderen ist die Gesellschaft, die Gesellschaftlichkeit der Menschen. Es ist ein Rätsel, ein nichtzuübersehender Widerspruch, dass es als das höchste Ziel des Menschen erscheint, sich als unaufteilbar, als Individuum zu behaupten, als wäre es ihm notwendig die Gesellschaftlichkeit seiner Herkunft, seiner Zeugung, seiner Geburt, seiner Erziehung, seines Familienlebens, seines Amtes, Berufs oder Handwerks, zu leugnen und zu widerlegen. Die Berührungen einzelner Menschen mit einander sind mit Spannungen und Reibungen behaftet. So auch die Berührung des Einzelnen mit der Gesellschaft. Diese Spannungen und Reibungen werden durch die herdenartige Eingliederung in die Gesellschaft gedämpft, aber nur stellenweise und vorübergehend. Man bedenke die Problematik welches das Schicksal dem Helden, dem Propheten, dem Künstler, dem Wissenden, dem irgendwie außerordentlichen Menschen bereitet. Die Einbeziehungen des Einzelnen ins Gesellschaftsleben, sei es als Vorsitzender, sei es als Beamter, eröffnen mannigfaltige verwickelte und schwerwiegende Fragen für deren Erörterung es hier an Gelegenheit mangelt, deren Erwägung jedoch an gehörigen Orten unerlässlich ist. Hier soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass ganz im allgemeinen, die geheimnisvolle Gesellschaftlicheit des Menschen vorstellbarer "Lösungen" erkenntnistheoretischer, ethischer, und politscher Aufgaben unverbrüchlich im Wege steht. Dies ist eine Tatsache welche meinem Verständnis gemäß allzuoft übersehen wird. Sie ist, nebenbei bemerkt, auch eine besondere Zinke am Schlüssel zum Verständnis der Metamathematik. Weil all mein Denken, Verstehen und Wissen auf Gültigkeit, auf Wahrheit und auf Wirklichkeit pocht, bedarf es der Gesellschaft um diese zu verbürgen. Sogar Robinson Crusoe benötigte einen Freitag um seine Gedankenwelt zu bestätigen und zu befestigen. Betrachte ich es eindeutig und klar: Ohne die Gesellschaft aus der ich stamme und der ich angehöre, ist mein geistiges Leben unvorstellbar und unmöglich. Und selbst wenn ich, nun erwachsen, das Bedürfnis, wenn nicht so gar die Notwendigkeit zu spüren meine, mich von dem Gesellschaftsgehege abzugrenzen, so dient diese Ausgrenzung schließlich doch nur als mittel zum Zweck mich hernach anhand eines verstärkten oder neu-gewonnenen Selbstbewusstseins umso bestimmender in die Gesellschaft einzufügen. Dies ist Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die Gültigkeit der mathematischen, physikalischen, chemischen und anderen Naturwissenschaften und nicht weniger die Gültigkeit der Geisteswissenschaften ein unverkenntliches und unvermeidliches gesellschaftliches Gepräge aufweisen, und dass mein leidenschaftliches Bedürfnis einige dieser Wissenschaften, und im Grunde sie alle, zu beherrschen, ein gesellschaftliches ist, nämlich der Drang an den Turnieren der Wissenschaftler siegreich teilzunehmen. Ebenso bedeutsam und folgenreich ist die Einsicht, dass die Gültigeit einer jeder dieser Wissenschaften und ihrer untergeordneten Spezialitäten sich nur in beschränkter und bestimmter Weise auf Übereinstimmung mit einer empirisch feststellbaren oder auch nur transzendental vorauszusetzenden "Natur" besteht, sondern der Ausdruck eines gesellschaftlich erzwungenen Übereinkommens der beteiligten Wissenschaftler ist. Die Gültigkeit dieser Behauptung ergibt sich aus den Tatsachen, dass die Wissenschaftler, wenn sie ihre Ansichten und Behauptungen untereinander vergleichen, sich selten, wenn jemals, auf Einstimmigkeit vereinbaren. Um die Zusammenarbeit und den sogenannten Fortschritt der Wissenschaft vorstellbar zu machen, ist es ihnen notwendig, Grundmodelle, Einheitsmodelle einzuführen die, obgleich unbewiesen und unbeweisbar, den Beteiligten als erlaubt annehmbare Hypothesen angeboten werden. Der erforderte Glaube an wissenschaftliches Dogma die Unglaubwürdigkeit, wenn nicht Unbestimmbarkeit wissenschaftlich unentbehrlicher Voraussetzungen erinnert mich an das einst von Kaiser Konstantin II einberufene Nizäakonsil das jenem als Mittel dienen sollte dem Religionsstreit in seinen Landen vorzubeugen.