Subject:Winter From: bugstrangfeld@web.de Date: December 25,2022 Lieber Jochen, mal wieder wolte ich Dir schon lämnger geschrieben haben, dernn Dein letzter Brief verlangt nach alsbaldiger reaktion, ein bisschen trösten wollte ich Dich such, wenn auch unklar wie, aber dann erwischte mich etwas grippeartiges, und nun verbringe ich schon den dritten Tag überwiegend im Bett, schlafe oder gucke Märchenfilme. Alles strengt mich an, ... naja, die üblichen Erscheinungen bei solchen Infekten. bernd versorgt mich aufs prächtigste mit heißem Zitronensaft, verbessert durch Honig aus dem Lozère, und jetzt folgt Birnensaft , selbstgepresst, von unserem BUND-Landwirt mit den Blühfeldern.Ansonsten ist mit mir nicht viel los. Denke aber intensiv an Dich! Wenn es doch helfen würde! Eben habe ich einen interessanten, in dieser Form noch nie dagewesenen Märchenfilm gesehen, "Zitrinchen", dabei handelt es sich um einen entzückenden kleinen Foxterrier, der in einem zugebundenen Sack im Wasser schwimmt und von einem hübschen, tierlieben jungen Mädchen, Nichtschwimmerin, gerettet wird. Natürlich kommt auch ein Prinz drin vor, aber von einer seltenen Sorte, Botaniker , in einem Gewächshaus mit tropischen Pflanzen und zwei schönen Vogelspinnen darin, die er liebevoll mit ihrem lateinischen Namen anredet. Er hält gar nichts von al den aufgetakelten Hofdamen und ist in Liebesdingen gänzlich unserahren. ER MÖCHTE EIN bUCH SCHREIBEN ÜBER SEINE EXOTISCHEN ORCHIDEEN; MIT zEICHNUNGEN, und sucht, nach der Einsicht, dass er auf diesem gebiet nicht besonders begabt ist, per Anschlag nach einem Maler. Es meldet sich auch ein junges Mädchen, ein pummeliges, höchst sympathatisches Mädchen, Schwester der Hunderetterin, und gewinnt dank hervorragenden Talents den Zuschlag. Sein Schlösschen ist übrigens eine der Dornburger Schlösser. Es gibt noch verschiedene Motive, die man aus anderen Märchen kennt, die Böse Mutter, die ihre Tochter an den Prinzen verkuppeln möchte, jedenfalls, letzten Endes nimmt der Prinz die pummelige Malerin, natürlich ein Mädchen vom Lande. Der Prinz haben sehr schnell ihre gegenseitigen Sympatghien entdeckt, vor allem ihre gemeinsame Leidenschaft, nämlich Botanik und Natur überhaupt. Das ist revolutionar! Der Film hat mich sehr erfreut. Heute früh brachte bernd Margarets brief vom April 1993. Ich heben mir die Lektürel für nachher auf, enn ich wieder im Bett bin. Übrigens habe ich eben zufällig im Radio, WDR 5, in die neue bearbeitung von Tolkins Hobbit hineingehört. Viele Jahre habe ich immer, wenn ich krank war (einmal proJahr) die phantastische Hörspielfasssung der BBC gehört. Dafür lohnt sich schon, krank zu sein. Aber was Dir mit Nathaniels Essen passiert ist, ist ja die reinste Horrorgeschichte. Das muss aschlim gewesen sein. Hat N. denn hoffentlich die Konsequenz gezogen und seine Belieferung menschenfreundlicher gestaltet? Was Du von Joe berichtest, finde ich erfreulich und unterhaltsam. - Ach, und das Wetter! Seid Ihr betroffen von den grässlichen Unwettern, die über die USA hinweg toben. Zum Glück musst Du ja nicht Auto fahren. Aber Klemens? Und Nathaniel? Ich denke an Euch Jetzt tut mir der Rücken weh, meine Kräfte sind am Schwinden ich höre auf. Hoffentlich bald mehr! Liebe grüße, Gertraud und Bernd.