Mit den Worten Rechnen und Anschauen möchte ich meine sich manchmal ergänzenden, manchmal widersprechenden Denkweisen benennen, wobei mir als bezeichnend erscheint, dass mein Anschauen ein (etwas) strickt individuelles, also subjektiv ist, indessen mein Rechnen nur insofern gültig ist, wie es, und besonders wie seine Ergebnisse von anderen, allgemein, also gesellschaftlich bestätigt werden. Daher das Wesen des Geldes. Das systematische Verrechnen von Seiten meiner Bank oder meines Maklers würde meine (gesellschaftliche) Existenz zunichte machen. Der Gegenstand des Rechnens verleiht diesen Tätigkeiten besondere Bedeutungen welche grundsätzlich vom Rechnenden übersehen werden. Es macht Unterschied ob man mit Äpfeln oder Birnen, Sekunden oder Jahren, mit Zentimetern oder Lichtjahren rechnet. Die Mathematik bedient sich des Symbols als Gegenstand der Anschauung, macht somit die Anschauung der verschiedenen Menschen einander gleich und ermöglicht anderweitig unerreichbare Maße und Intensitäten ihrer Zusammenarbeit. Darin liegt die Bedeutung der Mathematik für die Wissenschaften, für die Entwicklung, für das Bestehen und für das Vergehen der Gesellschaft.