Mein Schreiben ist das Faseln eines alten Mannes. Vergleiche Hilberts Die Physiker wären nicht klug genug für die Physik, und Feynmans wiederholtes Ablehnen der Mathematiker. Wohl sind die verschiedenen Tätigkeiten,man nenne sie Berufe oder Fächer Entsprechungen verschiederner besonderer Fähigkeiten. Musik, Mathematik, Malerei ... Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh und Ruh Ist alles freudig; warum schläft denn Nimmer nur mir in der Brust der Stachel? (Hölderlin, Abendphantasie) Ich vermag nichts als zu faseln, - und zu denken. Beides aber, Faseln und Denken sind unbeträchtlich, bare jeglichen Wertes auf dem Geistesmarkt. Ich muss bekennen, ich werde nicht von der Mathematik gefesselt. Im Grunde interessiert sie mich. Es ist mein Ehrgeiz alles zu können was ein anderer kann, alles zu wissen was ein anderer weiß der mich treibt, oder unterschätze ich mich, geht es mir dennoch darum zu wissen nicht was der andere weiß, sondern was die Welt im Innerstern zusammen hängt, geht es mir schließlich darum zu wissen was Gott weiß, oder was Gott wüsste wäre er nicht AWOL. Ich verteidige mich. Mein Wissensdrang geht auf die Docta Ignorantia; Ich möchte wissen warum ich die Mathematik nicht verstehe. Warum ich mich nicht von ihr begeistern lasse, wie Gauß oder Hilbert. Ich muss mich mit der Einsicht zufrieden geben, dass was ich anzubieten habe, wenn es überhaupt Bestand hat, auf der Gedankenmesse unbeachtet bleibt, im modernen Deutsch: "nicht gefragt ist." "Und mit kleinen Schritten gehn die Uhren neben unserm eigentlichem Tag." Die entscheidende Frage: was ist eigentlich, die Zeit der Uhren oder die Zeit des Erlebens, des Dämmerns, des Morgens, Mittags, Abends und der finstren Nacht?