Die Schwierigkeiten in der Deutung von Kants Gedanken ergeben sich größtenteils aus der Obskurität, Dunkelheit, Verschrobenheit der Worte, Sätze, Begriffe in welchen sie von Kant mitgeteilt werden. Vom Kern kantscher Lehren den er meint unter maßlosen Verschachtelungen und Verschränkungen verstecken zu sollen, wenn nicht verstecken zu müssen, möchte zugleich erscheinen logisch so verwickelt als unmitteilbar zu sein, aber anschaulich unmittelbar in einer Weise welche nichts als den Hinweis erfordert und erlaubt. Das Schlüsselverhalten ist sich seines Bewusstseins in dessen Ausmaß und Einzelheiten bewusst zu werden. Gelingt mir dies so ist es unverkennbar und unentrinnbar, dass den Geschichten mittels derer ich mir die Vergangenheit vergegenwärtige die Eigenschaften von Mythen anhaften, nämlich dass das Erzählte nur in der Erzählung gegenwärtig wird, und in der gegenwartigen Erzählung als ein Zeiger auf etwas wegen seiner unausweichlichen Transzendentalität prinzipiell Unerreichbares. Was aber die Gegenwart anbelangt, so besteht sie betreffs des Äußeren als dessen Wahrnehmung und deren inbegriffene Deutung, betreffs des Inneren aber als im Bewusstsein erscheinende sprachliche und rechnerische Symbole die sich behaupten und bestätigen mit dem aus das sie weisen oder das sie verhehlen. Dass Gefühle, wie Freude und Schmerz, Heiterkeit, Sorge und Trauer, obgleich oftmals von Äußerem, wie etwa vom kalten Wind, von heißer Sonne, vom Messerstich oder Keulenschlag des Feindes ausgelöst, im Grunde innerlich sind, sollte keiner weiteren Darstellung bedürfen. Aus meiner heutigen Perspektive scheint mir Kants Philosophie, seine Kopernikanische Wendung, sein Hinweis, dass meine einzige mir unmittelbar zugängliche Wirklichkeit das Erleben meines Bewusstseins ist, auf einem uralten seit Tausenden von Jahren eingefleischten oder sich einfleischendem Missverständnis oder Gedankenirrtum, nämlich betreffs der vermeintlichen Wirklichkeit und der tatsächlichen Unwirklichkeit, der Symbole, der sprachlichen sowohl als auch der mathematischen. Auf Platons übertriebene Idealisierungen des Wortes als Ideal, und auf Aristoteles umfassender und durchdringender Ausnutzung der vorgeblichen Gültigkeit, Gegenständlichkeit, Greifbarkeit, Konkretheit und Wirklichkeit des Wortes folgten Jahrtausende in denen die Sprache als Schleier, und die Worte als Deckel der Pandorakiste des Menschendaseins, statt als Weise auf das Jenseitige, auf das Transzendentale das eine jeder von uns in eigener Gegenwart zu erarbeiten und zu erleben verpflichtet ist.