Ich fühle wie schnell ich älter werde. Gestern Nacht kaum acht Stunden Schlaf. Das Aufstehen, um etwa 9 Uhr 30 war Erleichterung von Schmerzen in Hüften und Beinen. Tagsüber war ich dann verblöded, unfähig zu denken, geschweige denn fähig einen Gedanken der Tastatur einzugeben. Heute Abend schließlich ist's mir gelungen Feynmans erste Vorlesung über Quantenmechanik ein weiteres Mal zu lesen, und ich sag's mit berechnetem Protz, einigermaßen zu verstehen. Was heißt verstehen? Was ich heute gelesen habe, bei Gelegenheit einer schriftlichen oder mündlichen Prüfung mit etwas Eleganz zu repetieren, das glaube hätte ich gekonnt. Darüber hinaus vermöchte ich auch was ich meine verstanden zu haben in gewissem Maße aus der Geisterwelt wie ich sie begreife ableiten. Das wäre eine Ableitung, obwohl sie mir bedeutsam erscheint, von der kein Sachverständiger würde hören wollen. Die Quantenmechanik vom Wesen des Menschen "abzuleiten" wäre überflüssig. Es möchte genügen darauf hinzuweisen, dass wir von jeher in einer Welt der Quanten und der Quantenmechanik leben, dass unsere Welt eine stetige ist die dennoch gemessen und gezählt wird, will sagen, quantisiert. Das Rechnen ist unvermeidliches Quantisieren. Differential und Integralrechung sind angewandte Teilungstheorie. Der Sand des Meeres besteht aus einzelnen Körnern. Sätze bestehen aus Worten, Worte, aus Buchstaben. Unzählige Zuckungen unserer Augen, Sakkaden des Blicks, verschmilzen als stetige Wahrnehmungen ununterbrocherner Bewegung. Wir sind überwältigt von einem Drang eine stetige Welt als aus einzelnen Dingen, aus Quanten zusammengesetzt zu betrachten, und wiederum Dinge die wir sehen und fuelen aus unterliegenden Stoffen, Stoffe aus Verbindungen, Verbindungen aus Elementen, Elemente aus "Atomen", die "Atome" als aus Teilchen bestehend zu erklären. Es war höchste Zeit eine Quantentheorie zu entdecken oder zu erfinden. Der Drang zur Teilung, zur Analysis, ist natürlich; und ebenso natürlich der rückwärts gerichtete Drang der Synthesis, des Zusammensetzens der Teile in einen gefügten Kosmos, in ein Weltall dessen Ursprung man einst als göttliche oder anderweitig dämonische Schöpfung vermutete, heute aber als Folge einer unerklärten und unerklärbaren mathematischen Singularität behauptet. Das Bestehen unsres Weltalls, wenn man ununterbrochene Erweiterung als Bestehen bezeichnen darf, wäre dann eine nimmer endende über und außerzeitliche Ausdehnung mit Lichtgeschwindigkeit. Vormals stellte man sich ein jüngstes Gericht vor, mit einem göttlichen Richter, judex ergo cum sedebit, quidquid latet apparebit, der die Guten und Gerechten mit ewigem paradiesischem Glück belohnen, die Bösen aber, die Ungehorsamen mit ewigen unaussprechlichen höllischen Qualen bestrafen wird. Meine Erkenntniseinsichten bedürfen keinerlei Verknüpfungen verschiedener Erlebnisbereiche miteinander. Meinem Verständnis gemäß ist all mein Wissen Ergebnis zugleich der natürlichen Assimilation meines Geistes an die äußere Welt in der ich lebe, und dessen natürliche innerliche Entwicklung. Es scheint mir dass auch abwesend weiterer äußerlicher Reize mit fortwährender Entwicklung des Denkens, der geistigen Entwicklung, zu rechnen ist.