Anknüpfend an C.G.Jungs lehren von den archetypischen Erscheinungen im Leben des einzelnen Menschen fällt mir auf und ein die Vorstellung von einem typischen geistigen Modell eines Menschen vergleichbar mit dem so geläufigen, universellen Modell des menschlichen Körpers das mittels der Anatomie, Physiologie, Biochemie zum Ausdruck kommt. Ein solches Modell vom Geiste hätte mehrere Teile: a) wie der Einzelne sich selbst erlebt, b) wie der Einzelne den Anderen erlebt, und von diesem erlebt wird. c) Die Gesellschaft und ihr Wirken als organische Gestalt. Das sind Aufgaben so groß, dass ich inmitten dieser Nacht nicht einmal den Anfang zu machen vermag zu ihnen Stellung zu nehmen. Jetzt, am folgenden Abend, dünkt mich der Vorschlag des Modellierens des Menschengeistes vergleichbar mit dem Modellieren des Menschenkörpers, plausible und dennoch mit außerordentlichen Schwierigkeiten behaftet. Denn es möchte sich als bis zur Unmöglichkeit problematisch erweisen den Menschengeist als aus abtrennbaren, begrenzten Teilen darzustellen, wie sie zur Herstellung eines Modells benötigt würden. Oder sollte man statt einem Geistmodell aus Teilchen, ein welliges oder harmonisches Geistmodell in Betracht ziehen? Die Sprache, das Gedicht, die Dichtung sind Weiser auf eine transzendentale geistige Wirklichkeit. Erblicke ich in der Ferne die ersehnte Stadt des Allverstehens, oder täuscht mich eine Fata Morgana? Vielleicht ist die Sprache mit ihrer Blüte, dem Gedicht, die Antwort. Elegien, Sonette über das Gedächtnis, über die Erinnerung, über die Vergangenheit und deren Vergegenwärtigung, über die Zukunft, die Hoffnung, die Angst, die Furcht, über die Gegenwart und deren Grenzenlosigkeit. Wäre es möglich, wäre es wünschenswert zwischen den Geheimnissen der Mathematik und den Geheimnissen der Alchemie zu unterscheiden? Wo würde man anfangen? Es scheint mir unbestreitbar dass die Geheimnisse der Mathematik im Geist des Mathematikers, oder vielleicht genauer, in den Geistern der mathematischen Gesellschaft liegen. Die Alchemie verstehe ich ebenfalls als in den Gemütern oder in der Gesellschaft der Gemüter einzelner Alchemiker zu liegen. Worin bestünde der Unterschied?