Hermann Löns Der kleine Rosengarten Auf der Lüneburger Heide Auf der Lüneburger Heide, In dem wunderschönen Land Ging ich auf und ging ich unter Allerlei am Weg ich fand; Valleri, vallera, Und juchheirassa, Bester Schatz, bester Schatz, Denn du weißt es weißt es ja. Brüder, laßt die Gläser klingen, Denn der Muskatellerwein Wird vom langen Stehen sauer, Ausgetrunken muß er sein; Valleri, vallera, Und juchheirassa, Bester Schatz, bester Schatz, Denn du weißt es weißt es ja. Und die Bracken und die bellen, Und die Büchse und die knallt, Rote Hirsche woll’n wir jagen In dem grünen, grünen Wald; Valleri, vallera, Und juchheirassa, Bester Schatz, bester Schatz, Denn du weißt es weißt es ja. Ei du Hübsche, ei du Feine, Ei du Bild, wie Milch und Blut, Uns’re Herzen woll’n wir tauschen, Denn du glaubst nicht, wie das tut; Valleri, vallera, Und juchheirassa, Bester Schatz, bester Schatz, Denn du weißt es weißt es ja. Auf Wiedersehn Die Schneegans zieht, der Sommer geht, Das Lieben ist vorbei, Leb wohl, mein Schatz, vergiß mein nicht, Ich bleib dir ewig treu; Vergißmeinnicht, du Blümlein blau, Blümlein blau im Morgentau, Du schönstes auf der Au. Es rauscht der Wind im Birkenlaub, Rauscht lauter Traurigkeit, Leb wohl, mein Schatz, die Stunde schlägt, Schlägt nichts als Herzeleid; Vergißmeinnicht, du Blümlein blau, Blümlein blau im Morgentau, Du schönstes auf der Au. Die Heide ist so taub und leer, Verblüht ist ihre Zier Wenn neu der Maibaum sich begrünt, Kehr ich zurück zu dir; Vergißmeinnicht, du Blümlein blau, Blümlein blau im Morgentau, Du schönstes auf der Au. Wenn ich mein Weltbild, oder genauer gesagt, die Bilder meiner Welt, die Vorstellungen der Welt in der ich lebe, an mir vorüberziehen lasse, dann wird mir klar, wie vielfältig meine Überzeugung, mein Verständnis, all das was mir als unzweifelhaft erscheint, von dem allgemeinen Konsensus, from the conventional wisdom, abweicht. Und wenn ich eine solche Überlegung ein zweites Mal anstelle, dann bin ich nicht nur erstaunt, dass es so ist, sondern dann erstaunt es mich dass ich es mir jemals vorgestellt, dass es anders hätte sein können. Wie erpicht bin ich nicht auf meine eigenen Ansichten, auf mein eigenes Erleben; als bestünde meine Existenz darin, dass ich mich von anderen unterschiede. Demgemäß gehört mein Verständnis - oder Missverständnis - meine "Weltanschauungen", zu dem der ich bin. Ich meine einen Widerspruch zu erkennen, wenn ich einerseits auf meine Eigenarten bestehe weil sie mein eigen sind, und wenn ich mich andererseits danach sehne, dass diese Eigenarten mit allgemeiner Anerkennung bestätigt würden. Ich darf nicht vergessen, und muss mir darüber im Klaren bleiben, dass mein Verständnis ein begrenztes ist und bleiben muss; weil eben alles menschliche Wahrnehmen, Denken und Verstehen ihrem - und unserem - Wesen gemäß begrenzt ist. Dass mich dieses Begrenzten zufriedenstellen, wenn nicht gar zu begeistern vermag, besagt nichts über dessen Qualität.