Es war 1952. Margaret und ich waren kürzlich verheiratet und gingen im Public Garden spazieren. Dort wiederholte, Tag für Tag und Woche für Woche der kleine rasende Mann auf seinem improvisierten Podium seine Vorlesung: "The devil is a satan and a skunk," immer und immer wieder. Er hatte das Bedürfnis seine Gedanken und Gefühle, seine Einsichten der Welt mitzuteilen. Er war ein echter Philosoph in dessen Schatten ich, ohne dass ich die Ethik in ähnlichem Maße betont haette, mein Leben verbracht habe. Ich hätte mehr von ihm lernen sollen. Heute morgen beim Erwachen schlug ich mir vor: Die Gegenwart als das Zählen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben ... Ist das Echo der Eins verhallt, so ist die alte Gegenwart dahin, ist Vergangenheit geworden, und eine neue Gegenwart hat begonnen. Waere vielleicht das Aussprechen von jeder einzelnen Zahl als Gegenwart zu bezeichnen, zu erkennen? Der Sekundenzeiger vorm Ziffernblatt der Uhr bewegt sich um und um. Ich folge ihm mit den Augen und erkenne, dass seine Bewegung eine Gegenwart besagt. Bald aber verlieren sich meine Gedanken in andere Regionen, und auch diese Gegenwart ist dahin. Ist diese seine Gegenwart dahin, und beschleunigte er sich, so dass meine Augen ihm nicht mehr zu folgen vermöchten, dann würden die Grenzen der Gegenwart verschwimmen. Hörte sein Drehen auf, begönne eine neue, flüchtige Gegenwart des Stillstands. Versuch einer Begriffsbestimmung: Jeweilige Gegenwart ist Bewusstsein des Handelns. Leben heißt bewusst sein, bewusst sein heißt denken, denken heißt sprechen, sprechen heißt philosophieren, ergo leben heißt philosophieren. q.e.d. Die theoretische Physik, aber auch die Mathematik ist größtenteils ein Erfinden, Anwenden, Wiederholen von Worten und anderen Zeichen die ihre Bedeutung aus dem Zusammenhang, aus dem Gemüt des "Forschers" schöpfen, und die sich nur quasi zufälliger Weise zur erlebbaren, experimentellen Wirklichkeit verhalten. So ist die Wissenschaft ein Gesellschaftsnetz symbolischer Ausdrücke und Bedeutungen.