From: Bernd Strangfeld Subjekt: Niebelungenlied Date August 28, 2022 08:18 a.m. Lieber Jochen, in Eile diesmal, in einer halben Stunde wollen wir los nach Breckerfeld, einem Städtchen Richtung Hage, um eine Fotoausstellung zu sehen, die mit Werken einer Freundin bestückt wird. Sieht ganz vielversprechend aus. Herage habe ich einen toten Vogel, einen jungen weiblichen Buchfink wohl, auf er Terrasse vor dem Küchenfenster entdeckt, er muss gegen die Scheibe geflogen sein, Genickbruch vermutlich. Vor ein paar Tagen war es ein Dompfaff. Unsere Warnlinien auf dem Glas sind nicht mehr deutlich genug, ich habe gerade einen neuen Stift bestellt, aber für diese beiden zu spät. Wieder ein Begräbnis. Bernd hat schon einen Platz gefunden. Und neulich ist ein Eichhörnchen in eine offene Regentonne (versäumnis unsererseits) gefallen, natürlich ertrunken. Der Garten wird zum Friedhof. Schnell an etwas anderes denken! Karl Vietor ist mir durchaus ein Begriff, er wurde während meines Studiums öfter erwähbt, immer als große geschäetzte Kapazität. Schön, dass Du ihn erlebt hast. Danke für den Link zu Vorlesungen über das Nilungenlied, aber wieso nur 6 Vorlesungen? W. hat mindestens 2 Semester darüber gelesen. Ich meine mich zu erinnern, dass ich das 3.Semester nicht mehr erlebt habe, weil ich zum WS 1962/ 63 nach Göttingen ging. Das war übrigens dieser wahnsinnig kalte Winter, in dem der Neckar in Heidelberg zufror und es Volksfeste auf seinem dicken Eis gab. Ich habe soooo bedauert, nicht dabei sein zu können! Zur theatralischen Vorbereitung W.s für seine Vorlesungen kann ich nichts sagen, darüber habe ich nie nachgedacht, d.h. auf diese Idee bin ich nie gekommen. Gleich Schluss. Schon wieder Sonne, keine Aussicht auf Veränderung. Viel zu kurz dieser brief, aber ich dachte, besser ein bisschen als gar nichts. Du sollst Dich nicht quälen mit Kommentaren zu W.s Biografie! Natürlich liegt Dir das alles fern, während ich einiges mit eigener Anschauung füllen kann, das ist gar nicht vergleichbar. Frohes Schaffen! Liebe Grüße, Deine Gertraud und Bernd.