Ich glaube nicht, dass es in den Saurentraubenbereich fällt, wenn ich feststelle, dass unsere Kultur, unsere Geistesgeschichte den Versuchen zur Vergesellschaftung des Geistes entspringt. Auch jene welche die Einsamkeit und Abgeschiedenheit des geistig-seelischen Erlebens betonen, wie etwa Meister Eckhart und Kierkegaard, waren besonnen und bestrebt sich mitzuteilen, Eckhard in Predigten und veröffentlichten Schriften, Kierkegaard in seinen Büchern, die er auf eigene Kosten veröffentlichen ließ, obgleich, und vielleicht besonders weil sie keine Leser fanden. Das Paradox ist nicht zu verkennen, Die Sprache und demgemäß die sich aus Sprache auhebenden Gedanken, entsprießen der Gesellschaft, und sind unabhängig von der Gesellschaft undenkbar. Trotzdem sind Denken und Fühlen Erscheinungen und Vorgänge im Gemüt des Einzelnen welche mit gesellschaftlicher Gemeinsamkeit unvereinbar sind. Haben sich Gedanken und Gefühle in der Einsamkeit entwickelt, so ergeben sie das Bedürfnis sich kundzugeben und mitzuteilen. Abwesend der Mitteilung, bleibt die Arbeit unbekannt, und statt sie aufzufangen und fortzutragen, fegt die Zeit über sie hinweg. So lautet die Verfügung des Schicksals.