Nicht nur die Philosophie sondern die gesamte Geistesgeschichte, einbeschlossen alle Wissenschaften, möchten nicht (nur) als Entdeckung der Wirklichkeit oder als Entwicklung der Wahrheit verstanden werden, sondern als Folgen und Ergebnisse von Mitteilungs-vermögen, -bedürfnis, -notwendigkeit der menschlich-tierischen Lebewesen die wir sind, uns untereinander mitzuteilen und somit eine gemeinsame Gedanken- und Geisteswelt zu schöpfen. Ich weise darauf hin, dass diese Mitteilungsfähigkeit Gedankengebäude von unerhörten und unglaublichen Ausmaßen erzeugt. Das sind praktisch-technische und theoretisch-geistige Gefüge, erstaunlich und eindrucksvoll, teils konstruktiv und erbaulich, teils zerstörend und verderblich, allenfalls aber Glieder in einer unübersichtlichen Kette der unentrinnbaren Verwandlung. Es erscheint wieder einmal der Widerspruch von Sein und Werden, zwischen Parmenides und Heraklit, tatsächlich aber handelt es sich um das janusartige Erscheinen der Zeit als Matrize der Veränderung, vorausgesetzt dass diese sich nicht nur in beide Richtungen, ins Wachsen und Verschwinden erstrecken vermag, sondern dass auch der Nullpunkt, die Nullstrecke, die Nullfläche, die Hyperfläche, ihr nicht nur als Singularität sondern gleichfalls als Gegenwart und somit als Handlungs- und Wirkungsgelände von unabsehbarem Ausmaß dienlich ist. Aus der Mathematisierung der Zeit entsteht der Streit zwischen Parmenides und Heraklit. In der Mathematisierung der Zeit spiegelt sich der Streit zwischen Parmenides und Heraklit. Jeder Bericht dem die Vergangenheit anhaftet ist Mythos. Das Entmythisieren der Berichte der Vergangenheit ist eine Erscheinung des Verstehens, vielleicht sogar die bedeutendste.