Die Dialektik von Einsamkeit und Geborgenheit welche mein ganzes Leben beschattet oder beleuchtet hat, vermag ich auch jetzt nicht zu entwirren. Ich bemerke wie sich mein Leben vor Margaret, mit Margaret und nach Margaret verwandelt hat. Dass mir jetzt im hohen Alter das Alleinsein selbstverständlich, und somit leichter und schmerzlos geworden ist, deute ich als Folge der Anpassung, der Assimilation, aber auch der Abstumpfung der Gefühle, eine Gnade der Natur die sich zum Teil aus der Sicherheit ergiebt, dass das Leben (sehr) bald hinter mir liegen wird. Wenngleich mein Denken mich im Ganzen als weniger klar und eindeutig anmutet als zuvor, so scheint mir als wäre ich beim Lesen verständnisvoller und empfindsamer, wie etwa kürzlich in den Schriften von Nietzsche und Schopenhauer. Dass mir das eigene Denken als bedeutender und sinnvoller vorkommt als einst, wäre vielleicht als Merkmal von geistiger Altersschwäche zu deuten.