am 26. Juli 2022 Die Bedürfnisse sich mitzuteilen, zu reden, Vorlesungen zu halten, Gedichte, Aufsätze, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen und demgemäß sich einen Namen zu erwerben der eine Zugehörigkeit zur Gesellschaft besagt, das erkenne ich als Grundsteine auch meines eigensten Erlebens, und demgemäß der menschlichen Existenz wie ich sie mir vorstelle. Doch kaum habe ich diese Bedürfnisse erdacht, so dringt die Problematik die sie nach sich ziehen auf mich ein. Denn meinem Wesen gemäß bin ich, und muss ich, allein sein; und was hieße es wo keiner hört zu reden, wenn nicht die Schwelle des Wahnsinns zu betreten? Tatsache ist, dass die geistige Welt in der ich lebe, dass der Mensch der ich bin durch die Sprache gestaltet ist, dass die Mitglieder der Gesellschaft der ich angehöre und die ein Teil meiner selbst ist, durch Namen gekennzeichnet und bekannt sind. Namen überall Namen und nichts als Namen. Und auch mein eigener Name ... Ich lernte dass meine Stellung in der Welt mit meinem Namen unverbrüchlich verbunden ist. Als junger Mensch spürte ich, von innen und von außen, den Drang bekannt und berühmt zu werden. Ich sah wie das Leben meiner Lehrer durch diesen Drang gestaltet und gesteuert wurde. Der Ruhm schien ihnen die einzige Wirklichkeit. So auch mir. Ich sah, wie in den Wissenschaften, sei es der Natur, des Geistes, der Philosophie, der Geschichte, der Name den der ihn trug zum Helden, und somit unsterblich zu machen schien. Selbst das Kunstwerk wie von Horaz gefeiert, und besonders dies, wurde zum ewigen Denkmal des Namensträgers. So fesselt der Name den Einzelnen an die Gesellschaft, und keiner vermag ohne die Gesellschaft und außerhalb ihr zu bestehen. Ich weiß, man hat Gott erfunden um den Einzelnen mit der Gesellschaft zu versöhnen und ihn gegen sie zu schützen. Aber ich fürchte, vergebens. Wie versöhne ich mich mit meinem Schicksal von Staub und Asche? How do I reconcile myself to my fate of dust and ashes? Tätig zu sein. Etwas zu schaffen, etwas zu bauen, Es dem Schöpfer der vermutlich die Welt geschaffen hat nachzumachen. Geistig aber versöhne ich mich mit meinem Schicksal indem ich mich von ihm verwandeln lasse. Genauer gesagt, nicht ich versöhne mich, sondern ich werde versöhnt. Wovon? von der Natur, oder spinozistisch, deus sive natura. Und wie kommt die Anpassung zustande? Durch meine Anfälligkeit für meine Umwelt. Ich meine von ihr getrennt zu sein indem sie mich einer Verwandlung unterzieht welche die schmerzhafte, schädliche Verschiedenheit unter der ich leide, aufhebt. So etwa die Erkenntnis des Fuchs von Äsop als er entdeckt dass ihm die Trauben zu sauer sind.