Meine Überlegungen betreffs des gedächntnisbedingten Erlebens der Zeit ergänze ich mit vergleichbaren Betrachtungen auf den Raum. Am Anfang schon bemerke ich wie sprachgebunden mein diesbezügliches Denken, denn das so eng verwandte englische Wort "room" bezeichnet vornehmlich die beschränkte Örtlichkeit des Zimmers, indessen allenfalls in meinen Ohren das Wort Raum die Ausdehnung, die Abwesenheit von Grenzen besagt. Ich erlebe den Raum als die Freigängigkeit meiner Glieder; ich sehe den Raum vom Gipfel eines hohen Berges, in der Unbegrenztheit meines Blickes weit hinaus über das offene Meer, über Wiesen, Wälder, Flüsse, Berge und Täler und aufwärts in den wolkenlosen Himmel zum Mond und zu den Sternen. Eine besondere, weitreichende Problematik ergibt sich aus dem Vorhaben den Raum zu messen. Stich und Schlüsselwort ist "Geometrie". Das Wort Geometrie heißt Messen der Erde und weist auf die Frage, ist Erde Raum? Ist Stoff. ist Materie, ist das dichte, feste Undurchdringliche das den Raum erfüllt oder verdrängt, dem was es füllt, was es erfüllt, was es verdrängt gleichzusetzen? Die nächstliegende aber vorläufige Antwort auf diese Frage ist "ja"; aber die Frage wird alsbald selbst infrage gestellt. Denn im geringsten wie auch in größten meint man dass der Stoff der vermeintlich undurchdringlich ist, selbst in Teilchen und in Wellen besteht, und auch dass die Teilchen Eigenschaften besitzen welche mit herkömmlichen Vorstellungen von Stoff unvereinbar sind. Es erscheint also dass der Begriff, das die Vorstellung, dass das Erleben des Raums in seiner eigenen Weise widersprüchlich ist wie das Erleben von Zeit. Bewegung besagt eine besondere Beziehung von Raum und Zeit welche eine Reihe neuer Fragen stiftet.