Ich habe angefangen über die Beweise des Pythagoras Satzes nachzulesen und nachzudenken. Dabei fällt mir auf, dass mein Verstehen einerseits von meinen eigenen Geistesfähigkeiten, von meinem Sehen, von meinem Hören und von meinem Erinnern abhängt, andererseits aber auch von der Welt außerhalb meiner selbst, von dem was ich sehe und gesehen habe, und von dem was ich höre und gehört habe. Die Gestalten, die Gebilde, die Vorgänge die von meinem Gedächtnis zum Ausdruck gebracht werden, rühren zum Teil von dem was ich selber gesehen, gehört und gedacht habe, zum Teil aber auch von dem was mir berichtet wurde, was ich in der Schule gelernt habe, was ich in Bücher gelesen habe. Diese Quellen meines geistigen Lebens fließen zusammen, vermichen sich, und lassen sich hinterher, im Nachhinein, nicht mehr von einander trennen. Tatsächlich ist es meine Aufgabe als Schüler das mir gebotene im eigenen Denken, im eigenen Fühlen, im eigenen Gemüt nachzuvollziehen, so eindringlich, dass es ein unabtrennbarer Bestandteil meines Geistes wird. Eine solche Angleichung, eine solche Assimilation ist dann auch die Folge und der Erfolg meiner Erziehung und meiner Ausbildung. Dass ich die Quellen meines Wissens und Könnens nicht mehr zu identifizieren vermag, besagt deren scheinbare Selbstverständlichkeit und ist am Ende das Siegel des erfolgreichen Lernens. Die Gültigkeit der Theorie, wo sie sich nicht in der Praxis offenbart, und manchmal auch dann, entspricht dem Urteil der Gesellschaft. der Meinungsverschiedenheiten in schwerwiegenden Fragen kaum erträglich sind.