Am Anfang meines Wahrnehmens, Fühlens und Denkens entdecke ich ein Durcheinander wie in einem Labyrinth. Dies Durcheinander versuche ich mittels des Denkens zu entwirren. Vorerst suche ich nach Hilfe von meinen Mitmenschen, von der Gesellschaft der ich entstamme, die mich gebildet hat, die mir mein Leben ermöglicht, und die mich erhält. Ich entdecke, dass ich nicht der einzige bin der eine Erklärung sucht. Ich bin Erbe mannigfaltiger Bestrebungen die Welt in der wir leben zu deuten. Da erfahre ich die Mythen von den vielen Göttern und von dem einen Gott, von dessen Sohn der in der Welt als Mensch erscheint, und vor allem in den jüngst vergangenen tausend Jahren, von einer Menschheit die meint dass es keine Götter gäbe, und dass die Menschen selber der Götter Rollen erfüllen sollten. Mit anderen Worten, man meint dass die Menschen Götter sind. Jedenfalls handelt man als ob dies so wäre. Ich persönlich ziehe es vor mich an dem Streit um das Götterwesen nicht zu beteiligen, oder nur insofern als zu bemerken, dass alle sogenannten "Religionen" in ihrer Art beanspruchen Wissenschaften zu sein insofern sie die Wahrheit und die Wirklichkeit verkünden, und dass alle sogenannten "Wissenschaften" tatsächlich Religionen sind, insofern die Wissenschaftler und ihre Gefolgsmänner von ihrer unbedingten Gültigkeit überzeugt sind, also an sie glauben. Unsere hohen Priester sind Einstein, Bohr, Heisenberg, Schrödinger und die anderen Nobelpreisträger der Physik. "Nietzsche behauptet: Wenn es Götter gäbe, wie hielte ich es aus kein Gott zu sein. Also gibt es keine Götter." Heutzutage sind es die Physiker, die beanspruchen die Erklärungen über die Welt und der Menschen Dasein zu verwalten. Sie behaupten, predigen und verkünden den Glauben an unsichtbare Atome, an atomare Urpartikel, an eine kosmische Ursingularität die einen Urknall gebiert, und mit der Urgeschwindigkeit des Lichts die Urausdehnung des Weltalls bewirkt, an die Quantenmechanik und an die Unentscheidbarkeit über das unsichtbarste Geschehen. Wie Anaximandros sich am Apeiron, an einem Ursein, an Urgerechtigkeit, am Werden und Vergehen orientiert, wie für Thales das Wasser, für Parmenides das Sein, für Heraklit die Verwandlung und für Platon die ewigen Ideen die Schlüssel zum Begreifen der Wahrheit und Wirklichkeit sind, so dient mir mein momentanes augenblickliches, sich stets erneuerndes Erleben meiner selbst und meiner Welt als der Schlüssel, als der Ariadnefaden an dem ich den Weg aus dem Labyrinth des Betrugs, und vornehmlich des Selbstbetrugs, aus dem Gefängnis des Edenlabyrinths des Daseins in die Freiheit suche. Ich komme nicht umhin vorauszusetzen, dass das besagte und betonte Erleben auf das ich mich als scheinbar unerschütterlich und unveränderlich zuverlässige und zugängliche Quelle meiner geistigen Tätigkeit berufe, nicht eine idiotische vorübergehende Idiosynkrasie, persönliche Eigenart, Schrulligkeit ist, sondern ein naturbegründetes Können dessen, wenn auch nicht aktuell, dann potentiell, alle anderen meiner Mitmenschen gleichfalls fähig sind. Wenn nichts anderes, so besagen diese Bedingungen die Schranken meines eigenen Denken. Zugrund allem anderen bestimme ich eine Unterscheidung zwischen Ich und Welt. Mein Erleben wird mir verständlich erst wenn ich es als gegenseitiges Verhalten von zwei äußerst ungleichen und asymmetrischen Polen deute, einerseits dem flüchtigen und vergänglichen Ich, und andererseits einer wenn nicht ewigen, dann seit Urzeiten bestehenden und auf absehbare Zeit unvergänglichen Welt. Dies Gegenüber fordert verstanden zu werden; und zwei nächstliegende Schlüssel zu diesem Verständnis sind die Begriffe Zeit und Raum. Das sind Begriffe welche entsprechende Erleben zum Ausdruck bringen. Die Schwellenfrage, keineswegs leicht zu beantworten, sind, inwiefern bestimmt das Erleben den Sinn der Worte, und in wiefern schaffen die Worte einen Rahmen und verursachen ein Erleben um diesen Rahmen zu füllen. Meinen Begriff der Zeit führe ich auf mein Gedächtnis zurück, auf die Tatsache dass ich mich an gestern und vorgestern erinnere. Besonders aber mahnen mich die Gegenstände in meinem Zimmer, die Bäume und die Blumen vor meinem Fenster an den Winter und an den Frühling, erinnern mich dass der Sommer vergeht, dass der Herbst kommt, und dann der Winter.