Das Lieben ist der verzweifelte Schrei um Hilfe, aus der tiefen Not selbst geliebt zu werden. Kants Kritik an Herder hab ich noch nicht vom Internet abrufen koennen. Herders Kritik - Metakritik wie er sie nannte - an Kant ist auf niedriger Stufe gueltig, insofern Herder das kantsche Durcheinander schonungslos bloslegt und verpoent. Zugleich aber entgeht Herder, wie ja auch in einem eigenen magnum Opus - Philosophie der Geschichte der Menschheit - der eigentlich fruchtbare - oder sollte ich schreiben furchtbare Kern unseres (menschlichen) Denkens - naemlich dessen unverkennbare und inescapable Propensitaet zum Unsinn. Es ist das Naturgesetz oder das Gottesverbot das den Menschen verhindert ueber sich selbst hinaus zu schaffen und zu wirken, ihn also verhindert, ihm verbietet selbst Gott zu werden. Nenn es das Babelsturmsyndrom. Die Transzendentalphilosophie weist aus das was jenseits des Verstandes liegt und nennt es Vernunft und wird dabei selbst unvernuenftig und unverstaendlich. Herders geistiges Wirken lag unverbruechlich im Diesseits. Und dies nicht nur literarisch sondern, glaube ich, auch gesellschaftlich. War nicht er, der Verfasser der Geschichtsphilosophie, derselbe Herder der sich als Verwalter der Herderkirche einen Namen machte? War nicht die Gestaltung der Herderkirche das Werk dieses Herders von dem ich schreibe? Die Herzogin Anna Amalie bestellte Wieland - und nicht Kant - zum Dozent ihres Sohnes Hamann's Denken war in mancher Hinsicht, in existentieller Perspektive, gültiger als das von Herder.