Hab gestern fast den ganzen Tag Feynmans Physikvorträge gelesen. Er feiert e{ix}=cos(th)+sin(th) als Hochzeit von Algebra und Mathematik, übersieht aber die Tatsache dass die Trigonometrie der Eulerschen Zahl zuvor kam, und aus geometrischer Perspektive den Weg bereitete. Heißt nicht Geometrie das Messen der Erde? Und wäre ein solches Messen ansich etwas anderes als die gegenseitige Erläuterung von Raum und Zahl? Schon die Tatsache, dass man der Linie, dem Winkel, der Fläche zahlenmässige Dimensionen zumisst, besagt Verschmilzung von Erschauen und Rechnen, von Raum und Zahl. Bemerkenswert finde ich, dass das Zählen mit dem Denken, mit dem Geist ausgerissen ist, dass wir wie z.B. in der Astrophysik, in der Teilchenphysik (und in der Quantenmechanik) das Bestehen von prinzipiell unanschaulich Riesigem und unanschaulich Winzigem zu errechnen vermögen wähnen. Manchmal ergießen sich Handlungsmöglichkeiten und Handlungen aus unseren errechneten Pseudoanschauungen; manchmal aber ergeben sie nichts als Science Fiktion.