Kürzlich habe ich über Hysterese nachgelesen. Dabei fällt mir auf in welchem Maße das Wissen gegebener Zustände nicht aus abstrakter mathematischer Formulierung ableitbar ist, sondern der Beobachtung, der Anschauung entspringt und entspricht. Ich deute die Darstellung in Symbolen, seien sie sprachlich oder mathematisch, als Mitteilung welche das geistige Zusammenleben in einer gemeinsamen Welt überhaupt erst ermöglicht, welche den Einzelnen befähigt seine Beobachtungen und Anschauungen seinen Mitmenschen zu berichten, als Mitteiling welche dem Einzelnen die Erlebnisse und Erfahrungen seiner Mitmenschen überbringt. Die verschiedenen Erscheinungen die als Hysterese bezeichnet und erklärt werden, sind, finde ich, von eindrucksvoller Bedeutung, weil sie so offensichtlich sich nicht durch abstrakte theoretische symbolische Formeln voraussagen lassen, sondern weil sie umgekehrt, aus dem Nachhinein von Erscheinungen und Vorgängen "der Natur", das heißt vom Menschengeist unabhängigen Geschehen ausgelöst werden. Mich dünken die Beispiele der Hysterese als beispielhaft für alle Erklärungen und "Gesetze" der Physik als vom Menschen ausgeklügelte Symboldarstellungen durch welche die Menschen ihre Erfahrungen und Erlebnisse einander mitteilen. Die Sprache und die Mathematik entwickeln eine Symbolik, wie etwa eine Leinwand an der unsere Vorstellungen entworfen werden. Es fragt sich ob diese Leinwand die Wirklichkeit darstellt, oder ob diese Leinwand die Wirklichkeit verschleiert. Insofern was auf dieser Leinwand erscheint gültig und wirklich ist, vermögen wir nicht genug zu tun um sie vollständiger und vollkommener zu machen. Insofern diese Leinwand die Wirklichkeit verschleiert, bleibt uns nichts übrig als zu verzweifeln. Denn eine andere gemeinsame Wirklichkeit vermögen wir nicht mitzuteilen, und vermag uns nicht mitgeteilt zu werden. Oder doch? Wie etwa in der Kunst? Eine Antwort auf die Frage nach der Wirklichkeit entwickelt sich aus der Geschichte des Geistes. Indem ich die Vergangenheit als mir (existentiell) unerreichbar beurteile, muss ich gestehen, muss ich der Tatsache Rechenschaft ablegen, dass mir die Darstellung des Geistes als Gegenständlichem nur als Vergangenes möglich ist. Als Seiendes, als Wirkendes erleben ich den Geist nur als mein eigenes flüchtiges Denken.