From: bugstrangfeld@web.de Subject: Deine Briefe Date: am 7. Mai 2022 Lieber Jochen, gerade hatte ich die ersten 4 Zeilen geschrieben, da verschwand der text, unauffindbar. Ich nehme das persönlich. Danke für Deine vielen hochinteressanten, wenn auch uns nichtn recht zugänglichen Gedanken und kühnen Überlegungen, wir werden die Briefe mit nach Frankreich nehmen und in stillen Stunden versuchen, ihnen etwas näher zu kommen. Danke jedenfalls! Deinen Gedanken zu OP-Eingriffen und ihren möglichen Folgen kann ich dagegen gut folgen und mir vorstellen, wie schwierig es für Dich ist, irgendeine Entscheidung zu treffen, die Dir hilft. Das Hamlet-Zitat finde ich sehr überzeugend, H . lässt dabei natürlich all die Fälle aus, die ihn widerlegen würden. Aber schön! Wir wollen morgen nach dem Frühstück losfahren, zunächst bis Breisach, wo alte Freunde (frühere Kollegen) wohnen und sich freuen, uns nach längerer Zeit wiederzusehen. Wir uns auch. Wie immer um diese Jahreszeit scheiden wir ungern von unserem Garten, weil sich täglich so vieles bewegt und öffnet und strahlt. Eben habe ich noch sämtliche Futterspender nachgefüllt, die Vorräte aus dem Keller geholt, damit unsere Freundin, die die Versorgung für 3 Wochen übernimmt, aus dem Vollen schöpfen kann. Dazu gehören auch gefriergetrocknete Mehrwurmlarven, die wichtiges tierisches Eiweiß für die eventuell bald erscheinenden Jungen liefern. Stundenlanges Jäten ist immerzu erforderlich, jedes Pflänzlein oder größere Pflanze per Hand, 5 Säcke haben wir in den letzten 5 Tagen gesammelt. Die Stadt, die mit Annahme von Grünschnitt wirbt, schafft inzwischen alles statt auf den großen Kompost, wie versprochen, sondern nach Iserlohn in die große Müllverbrennungsanlage. Begründung: Die Leute stopfen aller anderen Müll in die Säcke. Sortieren ist zu auswendig (aufwändig). Gerade hat sich unser Landwirt und BUND-Mitglied angeboten, alles auf seinen Kompost, sprich Misthaufen zu schaffen, das haben wir nun heute gemacht, eine Idylle wie aus alten lesebüchern, mit etlichen Hühnern, aber dahinter steckt unendlich viel Mühe und Arbeit. Bernd kocht gerade eine Suppe aus den nicht verzehrten Kartoffeln und weckt sie in Schraubgläser ein. Heute Abend gibt es ein kleines Konzert des Lüdenscheider Kammerorchesters, bei dem Bernd ja jahrzehntelang am Bass mitgewirkt hat, in unserer hübschen und ganz nahen Margaretenkirche. Jetzt muss das Auto bepackt werden! Den Computer nehmen wir mit, vor allem wegen der Bilder, wissen aber nicht, ob wir in Frankreich damit mailen können. Mal sehen. Genieße den Mai, soweit es irgend geht" Liebe Grüße von Gertraud und Bernd. Die Suppe ist fertig!