Heute Morgen erscheint mir die Spezielle Relativität mit ihrer Gleichsetzung von Raum und Zeit, bedeutsam nicht nur in Hinsicht auf das Verständnis von der Natur, sondern in mir fast ebenso erstaunlichem Maße in Hinsicht auf das Verständnis vom Gemüt des Menschen und von der Weise in welcher die Symbolik dieses Gemüt beherrscht und dabei das vermeintlich erkennende Gemüt verschleiert. Nature and nature's laws were hid in night, God said, let Newton be, and all was light. Bekanntlich hatte schon Goethe geahnt, dass Newtons Gesetze nicht endgültig waren. Aber dass neuerdings die Relativitätsgesetze unbedingt gültig sein sollten, das glauben nur diejenigen welche diese Gesetze nicht verstehen. Die endgültige Botschaft die ich den Relativitätslehren entnehme ist, dass Raum und Zeit bisher und hinfort unbestimmte und letzten Endes vielleicht unbestimmbare Begriffe sind, dass die Symbolik der Worte und der Zahlen unfähig ist dem Erleben und den Erlebnissen die sie in diesem Falle meint endgültig lösen zu müssen unzulänglich ist, und dass die scheinbare Erhellung unserer Welt mit einer Verschleierung unserer Gemüter bezahlt wird. Von Einstein lerne ich, nicht was Raum und Zeit "sind", sondern dass den Worten Raum und Zeit die verschiedensten wechselnde Bedeutungen zukommen. Diesen Bedeutungen gerecht zu werden sind die Aufgaben nicht nur des Mathematikers sondern auch des Dichters. Von Einstimmigkeit kann keine Rede sein, denn nicht nur leben Mathematiker und Dichter in verschiedenen Welten, wesentlicher noch, sie vertreten unzählbare Gruppen von unzählbaren einzelnen Menschen, deren ein jeder zu gegebener Stunde sein eigenes Erleben von Zeit und Raum beansprucht. Es handelt sich um eine unüberschauliche Vielheit deren Einheit und Fassbarkeit vornehmlich auf die Sprache und vielleicht auch auf das Rechnen zurückzuführen ist.