Es gilt meine Satzung des unmittelbaren Erlebens und des mittelbaren Wissens wenn nicht zu vervollständigen, dann jedenfalls weiter auszuführen. Dergleichen Begriffsbestimmungen laufen Gefahr statt eine bestehende Wissensproblematik zu erleichtern, eine neue umso schwierigere Wissensproblematik vom Stapel zu lassen. Das von mir vorgeschlagene Schema, unmittelbaren Erlebens einerseits, mittelbaren Wissens andererseits, und dazwischen ein beide grätschendes, überspannendes Hin und Her mit reichlich Gelegenheit zum Irrtum und Missverständnis. Die Schwächen, Fehler und Unzulänglichkeiten des unmittelbaren Erlebens lassen sich gerade wegen dieser Unmittelbarkeit weder auseinandersetzen noch darstellen. Sie sind untrennbar ins Wesen des Erlebenden gebunden, und wo das unmittelbare Erleben schlecht, hässlich, zerstörerisch wirkt, so ist zu schließen dass dies der Ausdruck der Fehlerhaftigkeit des Erlebenden sein möchte. Hingegen sind die Unzulänglichkeiten, Irrtümer und Fehler die das mittelbar Erlebte, das Wissen, behaften möchten eben wegen dessen Mittelbarkeit zugänglicher; sind der Beschreibung, Zergliederung und somit auch der Korrektur, der Verbesserung offen; sind aber auch so verästelt und verzweigt, dass ich nicht weiß, inwiefern sich der Versuch sie darzustellen lohnen wird. Beschränkungen des mittelbar Erlebten ergeben sich a) aus dem Wesen der Zeit, aus der Unerreichbarkeit des Vergangenen; b) aus den Approximationen, und deshalb Unbestimmtheiten des Modellierens; c) aus der Unüberwindbarkeit der Transzendentalsperren. Diese Transzendentalsperren sind quantitativ und qualitativ. Eine quantitative Transzentendalsperre ergibt sich aus der unzählbaren Menge der Gegenstände und Umstände die unserem unersättlichen universellem Wissensbedürfnis im Wege stehen. Eine qualitative Transzendenzsperre ergibt sich aus der unausweichlichen Beschränktheiten unserer Wahrnehmungs- und Erkenntnisvermögen.