Zwischem dem unmittelbarem Erleben und dem mittelbaren Erleben (oder dem Gewussten) ragt eine Kluft welche zu erläutern und vielleicht zu überbrücken ich als die wesentlichste Aufgabe meines Denkens betrachte. Sie zu beseitigen wird sich wohl als unmöglich erweisen. Einleitend muss bemerkt werden, dass das Unmittelbare Erleben, die Intuition, die Anschauung, also immer und immer wieder vom mittelbaren Erleben, also vom Äußeren entzündet, angeregt, angestachelt, angefachelt wird. Des morgens wache ich auf, sobald mir die Sonne in die Augen scheint, und des Nachts schlafe ich ein, sobald ich das elektrische Licht ausgeschaltet habe. Ich verstehe nur allzu gut, wie unzuverlässig mein unmittelbares Erleben ist, wie leicht es mich täuscht, wie leicht ich mich täuschen lasse, und wie dringend ich des mittelbaren Erlebens, des Gewussten, des Wissens bedarf, um den Täuschungen des unmittelbaren Bewusstseins zu widerstehen oder zu entgehen. Zu betonen ist, dass das Wissen welches auf äußeren Anreiz, also mittelbar erlebt wird, seine eigenen Irrtümer, Irrungen mit sich führt. Das sind Fehler welche manchmal, aber keineswegs immer, teils durch äußerlichen Vergleich, teils durch innere Reibung beseitigt werden. Es muss erinnert, und darf nicht übersehen werden, dass auch die Wahrnehmung des von außen auf mich eindringenden Wissens unmittelbares Erleben bei mir auslöst. Indem ich das Geschriebene überlese, frage ich mich ob meine vermeintlichen Erkenntnisse überhaupt Sinn haben, und wenn, in wie weit es mir gelungen sein möchte, diesen Sinn mitzuteilen.