Wenn ich zwischen Erlebten und Entlegenem den Unterschied machte, dann müsste ich mein Opus Magnum, "Die Welt als Erlebt und Entlegen" (The World as Immediate and Remote) heißen. Somit fügte ich mich dem Strom allenfalls des okzidentalen Denkens das sich als Entwicklung (Erweiterung Ausdehnung) der wörtlichen (verbalen, logischen) und mathematischen Sprachen darstellt. Die kopernikanische Wendung die ich damit vollzöge wäre Erfüllung von Kierkegaards Behauptung die Subjektivität sei die Wahrheit. Das vorherige Denken, wenn ich es recht verstehe, war der fortschreitende Versuch den Geist als Spiritum Sanctum, als Gott zu konstatieren, und so den Geist als den Ort des Gewussten und des Wirklichen, außen, im Auswendigen zu bestimmen, indessen Kierkegaard und ich darauf bestehen, dass der Geist als Ort des Gewussten und Wirklichen, innen, inwendig im unmittelbaren Erleben des Einzelnen, in der von Zeit und Raum begrenzten Spanne des Jetzt und Hier, zu suchen ist. Das ist, wie ich zugegebe und behaupte, ein Ort der so schwindend und vergänglich ist, wie mein eigenes Bewusstsein. Indem ich weit in die Vergangenheit zurückgreife, erlaube ich mir die Ausdrücke Erleben und Apeiron mit einander zu vergleichen. Ich deute sie beide als dialektisch, als ihrem Wesen nach, widersprüchlich. Apeiron ist ein Spiel mit der Doppeldeutigkeit des Grenzens; Erleben ist ein Spiel mit der Doppeldeutigkeit der Wahrnehmung. Apeiron weist darauf hin, dass die Grenze das Unbegrenzte heraufbeschwört. Erleben weist darauf hin, dass das bestimmte unmittelbare Erleben eine Vielfalt von unbestimmbarem entlegenem Erlebbarem heraufbeschwört. Genauer und gründlicher begriffen, wäre weder das Außen noch das Innen, weder das Objektive noch das Subjektive, "die Wahrheit" oder die Wirklichkeit, sondern Wahrheit und Wirklichkeit wären das Schwanken, das Hin und Her, die Dialektik von Außen und Innen als Grunderleben und das Grunderlebnis des Ichseins in der Welt. Was die Erkenntnistheorie bedarf ist die Kunst diese Dialektik anschaulisch zu machen, vielleicht mittels der Entdeckung eines erweiterten Sprachvermögens, mittels der Erfindung einer erweiterten Sprache. Dazu möchte die Mathematik als Vorbild dienen. Denn dichterisch eingestellt, wie ich nun einmal bin, erkläre ich mir auch die Mathematik, und besonders sie, als Dichtung in einer besonderen erweiterten oder beschränkten Sprache. So wie die urhaften Begriffe, Ort, Strich, Feld und Bereich mittels formeller Geometrie zu Punkt, Linie, Fläche und Raum verfeinert wurden, so bedürfen auch Vorstellungen wie etwa von Wahrnehmung und Handlung, welche die Kluft zwischen dem Subjektiven zum Objektiven, zwischen dem Innen und Außen, zwischen Hin und Her, überbrücken, vermehrt, verstärkt und verfeinert zu werden, wenn nur im Verlauf, als Mittel von Verständigung und Mitteilung. Ich schlage vor, mir und uns, das Rechnen, die Algebra, die Integral- und Differentialrechung, die Topologie, die Mengenlehre, die Quantenmechanik, die Relativitätstheorien als Schlüsseldialekte zu vorher unerforschten und tatsächlich unentdeckten Geistesgebieten zu erklären. Zugegeben, wenn nicht gar behauptet, dass das Verstehen eines jeden dieser Bereiche, eine geschlossene Gemeinschaft, eine Schule, eine Akademie (school) erforderlich macht. Die (einstige) Unerlässlichkeit (Unentbehrlichkeit, Unabdingbarkeit) der Schule, der Universität, der Akademia erkläre ich mir durch die Schranken der Mitteilung welche räumliche Entfernung darstellt, oder jedenfalls einst, vor der Zeit des Internets, seiner Diskussionsgruppen und "Sozialen Medien", darstellte. Die geschichtliche (historische) Unabdingbarkeit (indispensability, Unentbehrlichkeit) der Scholastik erkläre ich mir aus der unumgänglichen Gesellschaftlichkeit, Gemeinschaftlichkeit und Gemeinschaft des menschlichen Denkens und Wissens. In meinem eigenen Falle, ins Besondere, verstehe ich die Beschränkung meiner mathematischen Fähigkeiten als eine Linie in der Autismus Spektrum Störung; wobei zu bemerken ist, dass ich das Autismus Spektrum keineswegs als unbedingt krankhaft, sondern als natürlich betrachte, wo die Grenze zwischen krank und gesund, zwischen physiologisch und pathologisch eine bewegliche Linie von infinitesimaler Breite ist, deren Position im Krankheits-Gesundheits Übergang, in der Krankheits-Gesundheits Bandbreite, nicht nur von der jeweiligen Verfassung des Einzelnen und der ihn umfangenden Gesellschaft ist, sondern auch vom Wesen der zu offenbarenden oder geheimzuhaltenden Gedanken und Gefühle handelt. So zum Beispiel ist das Autismusspektrum betreffs geschlechtlichen Erlebens außerordentliche breit, indessen das Autismusspektrum unter vom Sport Begeisterten, so schmal ist, dass es praktisch verschwindet. Das persönliche Ergebnis meiner Wissensbemühungen fällt in verschiedene Spalten. a) meine Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit meiner geistigen Tätigkeit und mit meinem geistigen Zustand, und so mit mir selber. b) meine Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit meiner geistigen Umgebung, mit meinen Komilitonen, meinen Lehrern, meinen Studenten, mit der "Akademie" in welche ich mich habe immatrikulieren lassen. c) die gesellschaftliche Ergiebigkeit oder Fruchtlosigkeit meiner Wissensbemühungen. d) die praktische Ergiebigkeit oder Fruchtlosigkeit meiner Wissensbemühungen. Was vermag ich heute zu leisten, das mir gestern unmöglich gewesen wäre? Das kollektive Ergebnis gemeinschaftlicher Wissensbemühungen ist die Integrität, die Einheit, die Produktivität der Menschenherde. Die lebensfördernden oder totdrohenden Errungenschaften der Menschheit, vor allem in der Moderne, die Flugzeuge und Automobile, das Fernsprechen und Fernsehen, die Raketen und Satelliten, die Impfstoffe und die Kernwaffen, die Elektronik des Rechners und des Internet, die riesigen Städte und der die Freiheit stiftende und drosselnde Staat, sind, abwesend die aufs Höchste gesteigerte gemeinschaftliche Wissensbemühungen, unvorstellbar. Ins theologische übersetzt wird meine These zur Frage um die Objektivität, um die Gegenständlichkeit Gottes. Ich deute die Beschreibung der Stimme aus dem brennenden Busch, Ich bin der ich bin, oder Ich bin der ich sein werde, als die Wandlung des Gottes der sich als menschenähnliche Erscheinung in Eden anbeten ließ in eine rein subjektive Gottheit die der Mensch in seinem Inneren, und nur hier erlebt. Wobei zu bemerken ist, dass es weder Moses noch dem Volk dessen Prophet er war, gelang die göttliche Subjektivität zu wahren. Nicht nur die Weiber der Israeliten, auch deren Priester umtanzten das Goldene Kalb. Hinzu kommt die Frage, ob es einem konsequent inwendigen Gott möglich gewesen wäre, die unzähligen kleinlichen Gebote zum Beispiel des Levitikus zu erlassen. Zugleich sei darauf hingewiesen, dass die Subjektivität Jahwes in welcher sich die Mitglieder des jüdischen Volkes teilten, ein besonderes unzerbrechliches Band darstellte, das auf anderweitig unmögliche Weise, die Subjektivitäten der Mitglieder der Religionsgemeinschaft vereinte.