Aus einer anderen urgründigen Perspektive erkläre ich mir Webers Grundriss der Sozialökonomik als Dichtung, wenn nur, und besonders weil sie die Vergangenheit vergegenwärtigt. Somit verkennt sie, wegen der unbestreitbaren Unerreichbarkeit der Vergangenheit, das Wesen der Zeit. Oder dialektisch gesagt, somit beweist sie, mittels der unbestreitbaren Ungültigkeit ihrer Voraussetzungen und Beschlüsse, das eigentliche unbegreifbare Wesen der Zeit. Jetzt ist es der nächste Tag, der 18. Februar 2022, um etwa 10 Uhr 30. In der vergangenen Nacht habe ich fest und traumlos geschlafen. Heute Morgen beeindrucken mich die Bestätigungen meiner Verständnisse von Zeit, Sprache, und Vergesellschaftung welche mir die Bücher von Weber über Sozialökonomik und von Jaspers über Psychopathologie zu bezeugen scheinen. Oder wären es vielleicht meine eigenen Unverständnisse dieser beiden Bücher so wie auch von Zeit, Sprache und Vergesellschaftung die hier ans Licht treten. Ich muss ihn selbst belächeln, diesen meinen Versuch durch das Studium des Unergründlichsten mir das so offenbare Schwinden von eigenem Körper und Geist weniger unerträglich zu machen, wenn nicht gar zu verhehlen. Sollte es ein endgültiges Abrechnen mit den mich lebenslang verlockenden und bedrohenden Geistes- und Naturwissenschaften sein, womit ich mir die Gültigkeit meines eigenen Denkens, und demgemäß die Wirklichkeit, die Lebendigkeit, vielleicht sogar Unsterblichkeit meines eigenen Geistes vorspiegele? Es gelingt mir die wissenschaftlichen Beiträge von Weber und Jaspers schließlich bündig (nur) als Prosadichtungen, (nur) als Gedichte zu verstehen, als Texte die auf ein anderweitig unerreichbares Erleben der Verfasser hinzeigen. Ich hege keine Zweifel dass dies Erleben mir bedeutsam ist, weil es wiederum auf weitere transzendentale Wirklichkeiten hinweist. So ist, meinem Verständnis gemäß, das Gedicht, die Dichtung, wenngleich in Prosa, und besonders dann, die Brücke welche meinen Geist mit einer mir entlegenen anderweitig unerreichbaren Wirklichkeit verbindet. Ich wäre der erste, der bereit ist zuzugeben, dass diese meine Deutung der Verlautbarungen von Natur- und Geisteswissenschaften als Prosagedichte nichts als Zeugnis meines eigenen intellektuellen Versagens ist, meiner Unfähigkeit diesen Errungenschaften der Menschheit in herkömmlicher Weise nachzukommen und gerecht zu werden; und ärger noch ist es, dass ich meine Unzulänglichkeiten vertusche und zu verstecken versuche indem ich sie, eulenspiegelartig, als außerordentliche geistige Spitzenleistungen darstelle. Diese fingierte, erdichtete Umkehr des Versagens, der Niederlage in Sieg, die Behauptung Dichtung sei die einzige Wirklichkeit, wäre dann, wie das ewige Leben, wie die behauptete Auferstehung von Tode, dass endgültige geistige Bubenstück.