Es scheint so einfach und selbstverständlich und dennoch entdecke ich mich immer und immer wieder bei demselben Fehler, die Vorstellung dass ich glücklicher wäre wenn mir nur dieses oder jenes geben wäre, gegebenenfalls wenn ich heute mit Leichtigkeit Treppen auf und ab zu steigen vermöchte, oder unter Bäumen spazieren gehen, oder den steilen Pfad, Old Bridle Path, vom Parkplatz zu Greenleaf Hut hinaufsteigen könnte. Dann aber wenn ich die Briefe lese die ich als 19 und 20 jähriger körperlich gesunder junger Mensch an meine Geliebte schrieb, wird mir klar wie unruhig und besorgt mein Leben damals war, besonders im Vergleich mit dem jetzigen hohen Alter, wo ich so verkrüppelt bin, dass ich kaum vom Stuhl aufzustehen vermag ohne mich auf einen Stock, eine Armlehne oder einen Gehbock zu stützen. Schon als junger Mensch erzählte ich in mein en Briefen immer wieder dass ich Tätigkeit, dass ich Arbeit benötigte um meine Zufriedenheit zu bewahren. Damals verbrachte ich wunderbare sonnige, wolkenlose Frühlingstage mit Vorbereitungen auf Proben, auf Examen um meine Kenntnisse und mich selber zu beweisen. Heute, mit 91 1/2 Jahren bedarf ich keiner äußeren Anregungen mehr. Die Gedanken drängen sich mir auf, von selbst. Was geschehen wird wenn mir mein Denken versagt, vermag ich nicht, wage ich nicht mir vorzustellen.