Die Wissensfrage lässt sich aus den verschiedensten Perspektiven stellen; von der Perspektive des Einzelnenwissens, des Gesellschaftswissens, des Umfangs des steigenden und fallenden Wissens des Einzelnen, einer bestimmbaren Gesellschaftsgruppe, und wenngleich auch nur in sehr prekärer Weise, vom vorstellbaren Wissen der ganzen Gesellschaft in vorstellbaren Jahren oder Jahrtausenden. Schon aus den einfachsten anspruchlosesten Versuchen den Rahmen solcher An- oder Ausstellungen anzudeuten, steigt wie ein schwacher Erkenntisdunst, wie schwierig ein solches Unterfagen ist. Was aber docta ignorantia anbelangt, ist es unmöglich. Was mir heute Mittag ein- und auffällt, ist die Gesellschaftsdynamik des Wissens, des außerwissenschaftlichen Wissens, des wissenschaftlichen Wissens, und diesbezüglich der Mathematik ins Besondere denn von ihr haben viele, Gauß einbeschlossen, gesagt, sie sei die Königin der Wissenschaften, und so vermutlich maßgebend für ihre Untertanen. Betreffs der Mathemtik ist festzustellen, fast selbstverständlich, dass von uns einfachen anspruchslosen demütigen Untertanen keiner berechtigt ist der Königin näher zu treten, geschweige denn sie zu umarmen. Nur den Bevorzugten, den Mathematikern ist es überhaupt erlaubt sie auch nur zu begrüßen. Wer aber ist Mathematiker, und wem ist was erlaubt? Wenn ich im Internet die einschlägige Literatur nachgelesen habe, verbleibe ich unter dem Eindruck, dass nur wenige von uns von den Sachverständigen kaum mehr als von den Schülern, die Mathematik auch nur annähernd umfassend (comprehensively) verstehen. Wir vermögen zu zählen, zusammen- und ab-zuziehen zu vervielfachen und zu teilen, aber von den berühmten Beweisführungen und Widerlegungen, dem Stolz der Mathematiker, bleibe ich unberührt, geschweige denn dass ich von ihnen beeindruckt waere. So befinden ich mich vor Alternativen. Ich schotte mich ab, und sage, Das hat mit mir nichts zu tun. Es ist zu hoch für mich, oder es scheint mir belanglos. Oder ich versuche mich mit den Themen der Mathematik vertraut zu machen, und dann gebe ich den taeuschenden Eindruck, ich verstünde, was mir in der Tat entgeht. Die große Frage im Bereich der Mathematik ist, wer ist es der versteht und was versteht er.