Warum, frage ich mich heute am letzten Morgen des fast vergangenen Jahres, sollte die Epistemologie, oder jedenfalls mein Verständnis meines Unwissens, von den berühmten Relativitäts und Quantenlehren, von der Teilchen- und Sternphysik ihre Grundlagen und Deutung beziehen, anstatt von dem was ich selber mit einiger Zuversicht zu bestimmen vermag, oder allenfalls was für das Bestehen des Abiturs oder der Universitätsabschlussprüfungen vom Durchschnittsstudenten erwartet wird? Vielleicht ist es der Anspruch meinerseits, vielleicht noch wie heute symbolisch am 31. Dezember, zur letzten Stunde, am Ende des vertanen Lebens das mangelnde Wissen, wie in der Nacht vor dem großen, endgültigen Examen doch noch einzuholen. Indessen wäre es doch wahrhaftiger die Schwächen, des Ausfall meines Wissens einzugestehen, zu bekennen und für mein Versagen um Gnade zu flehen.