Der entscheidende Irrtum der Erkenntnislehren ist die Voraussetzung der Gleichheit aller menschlichen Gemüter. Dies ist offensichtlich so wenig der Fall wie die Gleichheit der menschlichen Körper. Und doch ist dies besonders wichtig, wo die Subjektivität die Wahrheit ist. Es ist ein folgenreicher Fehler den Mathematiker, z.B., mit dem lyrischen Dichter gleichzustellen, so wie auch vorauszusetzen, dass zwei Mathematiker die gleichen Theorieen entwickeln oder zwei Dichter dieselben Gedichte schreiben. "Vor Gott sind alle Menschen gleich," ist verhängnisvoller Unsinn. Vielmehr sind nur vor Konrad Duden alle Menschen gleich, insofern es ihm gelingt alle Menschen, oder jedenfalls Mitglieder der deutschen Herde, zur Gleichkeit zu überreden. Es ist der Herdeninstinkt welche die Menschen zur Gleichheit zwingt und die Nonkonformisten, die sich nicht Anpassenden, die sich nicht Fügenden, von der Gesellschaft ausschließt. Wieder einmal hat Jesaja recht! Indeed, tatsächlich, in der Tat, war die Entdeckung oder Erfindung des Namenlosen Gottes eine Unmöglichkeit, denn Gott, wie oft auch immer er sagte, Ich bin (nichts als) der ich bin, vermochte nicht namenlos, vermochte nicht ohne Namen zu existieren. Daher war das Goldene Kalb das sich in das geopferte Lamm und dann in Jesus den blutenden Christus verwandelte, unumgehbar und unvermeidlich. Die menschliche Gesellschaft besteht, entsteht, überlebt, gedeiht, erblüht, trägt Früchte und verwelkt in ihrer Gemeinsamkeit, und tut dies in der vermeintlichen Gleichheit ihrer Mitglieder. Nein, lieber Thomas Jefferson, du befandest dich im Irrtum als du verkündetest, that all men are created equal. Aber die Tatsache, dass sie offensichtlich ungleich sind, lässt unbeantwortet die Frage inwiefern, und vor wem anders als dem phantomären Ebenbild ihrer Seelen, i.e., vor wem anders als vor ihrem gemeinsamen Gott, sie ein inalienable right to life, liberty and the pursuit of happiness besäßen, und besonders lässt unbeantwortet die Frage, warum sie dennoch sterben müssen, beschränkt, gebunden, zumindestens an die Schwerkraft, leidend, bekümmert und kümmerlich, also "mit viel Trübsal ... in das Reich Gottes eingehen müssen." Die Sprache welche gemeinsam ist und die Menschen verbindet, zugleich aber individuell, einzeln von Mensch zu Mensch und von Augenblick zu Augenblick, dem Erleben des Einzelnen Ausdruck verleiht, die Sprache ist Denkmal und Spiegelbild, it is the monumental emblem, von der unlöslichen Problematik der Zwitterhaftigkeit des Gemeinschaftsindividuums, des in der Gesellschaft gefangenen Einzelnen, und der aus Einzelnen bestehenden Gesellschaft. Nein, das alle allumfassende, das enzyklopädische gemeinsame Wissen ist eine Phantasmagorie der Herde, der Gesellschaft, womit sie bestrebt den Einzelnen zur Konformität zu zwingen. Oder sollte ich schreiben, das enzyklopädische gemeinsame Wissen ist eine Phantasmagorie des einsamen Einzelnen wodurch er strebt in der Gesellschaft sein Zuhause zu finden.