Indem ich mit meinem Denken über das Wissen fortfahre, überlege ich mehrere, mindestens drei Bereiche (Modi) der Versuche diesem Erleben nahe zu kommen. Vorerst, am gewöhnlichsten der Raum des Wettbewerbs, der Konkurrenz. Nicht eigentlich, "Du weißt was ich nicht weiß" denn ein erweitertes Tatsachenwissen vermöchte ich mir lediglich durch Aufschlagen einer Enzyklopädie, oder neuzeitlicher, durch das Abrufen eines Internetbeitrags zuzulegen. Schließlich ist, was immer sie anderweitig sein möge, die Tatsache längst nicht mehr ein Geheimnis des Geistes. Die Tatsache ist Ware, ein leicht zugänglicher Gebrauchsgegenstand. Mittels der allgemeinen weitverbreiteten Lesefähigkeit ist die Tatsache ein gemeinsamer Nenner, ein jedermann zugängliches Gebrauchsgut, (Commodity) geworden, Erzeugnis der Journalistik, des Alltagsjournalismus, der Zeitungsbekundung, das somit, wenn man vom Verständnis, Missverständnis oder Unverstadndnis der Tatsachen absieht, die Geistesunterschiede zwischen uns Menschen nivelliert. Triftiger im Raum des Wissenswettbewerbs als das Tatsachenwissen, als das Wissen was, scheint mir die Konkurrenz um das Wissen wie, die Konkurrenz um das Können; mit dem Unterschied, dass dem Gemüt das Zulegen einer Tatsache eine Kleinigkeit ist, indessen das Erwerben einer Fähigkeit nicht nur ein langwieriges, sich hinausziehendes Einüben erfordert, sondern des öfteren auch eine spezifische Anlage voraussetzt. In dieser Hinsicht sehe ich bedeutsame Ähnlichkeiten des Könnens in den Bereichen der Musik, der Mathematik, des Lesens und Schreibens einer "fremden" Sprache. In etlichen Wissenschaften der Natur sowie auch des Geistes, lässt sich das einschlägige Können auf die Manipulation, auf das Handhaben, auf das Verwalten, einer kaum übersichtlichen Menge von einzelnen Tatsachen zurückführen, wo diese Verwaltungsfähigkeit erst zur Geltung kommen kann wenn sich im Gemüt ein zureichendes Maß von "verstandenen" Tatsachen angesammelt hat. Ein sehr wesentlicher Umstand im Wissensbereich ist die Gesellschaftlichkeit des Wissens, die Tatsache, dass das Wissen im Bewusstsein des Einzelnen zur Geltung kommt, zugleich aber vom Zusammenwirken mehrer wenn nicht gar vieler Menschen abhängig ist. Die Folgen dieser Abhängigkeit werden selten deutlich genug erkannt. Die übliche Annahme ist, dass Wissen dem Gemüt des Einzelnen entspringt um sich von dort mittels sprachlicher und mathematischer Symbolik in der Gesellschaft auszubreiten. Die Wahrscheinlichkeit dass fiktives falsches unechtes Scheinwissen in einer Gesellschaft quasi spontan zu entstehen vermag, um sich in ihr zu verbreiten bis es die Gesellschaft beherrscht um sie schließlich zu zerstören oder jedenfalls an den Rand des Abgrunds zu führen, dass beweist die Geschichte, z.B. der französischen Revolution oder der Gräueltaten der Nazis. Auf den Gebieten des Wissens von der Natur und der Geschichte, vergisst man, dass was einst als unbezweifelbare astrologische, geisterseherische, oder alchemistische Wahrheit beschworen wurde heutzutage als unsinnig verworfen wird. Nun frage ich mich, und frage jeden Leser dieser Überlegungen, ob, und wenn, wie es möglich wäre die Gültigkeit, bezw. Ungültigkeit der modernsten Theorieen der Mathemathik, der Physik, der Chemie, und der Biologie von den Anschauungen Erfahrungen und Beschlüssen der Astrologen, Alchemisten und Geisterseher vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende zu unterscheiden. Die herkömmliche Hermeneutik setzt die Gültigkeit der Thesen und Beschlüsse der zeitgenössischen mathematischen und nicht-mathematischen Wissenschaften voraus, und verlangt Beweise derer möglichen Grenzen oder Fehler. Die Aufgabe welche ich mir gestellt habe und bei deren Bearbeitung ich den interessierten Leser einlade mich zu begleiten, ist die geistes- und naturwissenschaftlichen Behauptungen im Einzelnen auf ihre Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft zu untersuchen. Eine pauschale Antwort traue ich mir nicht zu. Jedoch scheint es mir der Mühe wert die Einzelheiten aus bestimmten Gesichtspunten zu erwägen. Wann immer eine These voraussetzt dass ich mir ein Erleben in der Vergangenheit vorstelle, dann schließe ich sofort, dass dies unmöglich ist, und dass was von mir gefordert wird ist mich an der Entwicklung eines Modells zu beteiligen - und geistig zu ergötzen - das als Faksimile des mutmaßlich Gewesenen dient. Den möglichen Wert eines solchen Modells möchte ich nicht bestreiten. Bestehen aber will ich auf der Behauptung, dass dem unbestrittenen Erleben des Modells eine nur beschränkte Gültigkeit anhaftet insofern es das Erleben einer beabsichtigten Täuschung ist. Vergleichbar ist die täuschende Verwechslung, wenn ich mir die Erscheinung eines errechneten Gegenstandes vorstelle, wie etwa unsichtbare Himmelskörper die sich mit mir unerlebbaren Geschwindigkeiten von einander trennen und all dies in mir unvorstellbaren Vergangenheiten von Milliarden von Jahren, wo mir doch das was mir am heutigen Abend vor einer Stunde geschah schon jetzt tatsächlich unerreichbar ist. Dergleichen Gedankenerleben und Erlebnisse werden möglich nur mit Hilfe von Mathematik mittels derer mein Geist sich in eine gekünstelte, von ihm entdeckt oder erfundene Pseudowirklichkeit einlebt, welche wie die Linie aus einer grenzenlosen (infiniten) Anzahl von ausdehnungslosen Punkten. Ich erkläre mir den Punkt als rationalisierte Illusion meines beschränkten Gesichtsvermögens, und als solchen als Vorlage der Welt die von meinem Geist ins Außen, ins Außen meines Bewussseins entworfen wird.