Wenn es mir möglich wäre das Menschenleben, nein, im gegebenen Falle, mein eigenes Leben, mein Dasein, als Erscheinung der Natur zu begreifen, dann wäre das Schisma, die Spaltung, der Widerspruch von Innen und Außen, von Subjektiv und Objektiv gelöscht, überwunden. Wenn es mir möglich wäre das Menschenleben, nein, im gegebenen Falle, mein eigenes Leben, mein Dasein als Erscheinung des Göttlichen zu begreifen, dann wäre das Schisma, die Spaltung, der Widerspruch von Innen und Außen, von Subjektiv und Objektiv gelöscht, überwunden. So hat Spinoza mit seiner Gleichstellung "Deus sive Natura" das Schisma, die Spaltung, den Widerspruch von Innen und Außen, von Subjektiv und Objektiv gelöscht, überwunden. Denn diese Spaltung ist entstanden als Moses Jahwe entdeckt oder erfunden hat. Die Entdeckung von ICH BIN im brennenden Busch ist zugleich die Entdeckung oder Erfindung Gottes und/als des Menschen Seele. Bemerkenswert, finde ich, dass in Eden, Adam und Eva von der Natur, als von anderen Tieren getrennt geschildert werden. Aus dieser Trennung entsteht ihre Beziehung zu ihrem "Schöpfer" zu ihrem "Gott", zu ihrem Gewissen. Das Gebot sich der Früchte des Baumes der Erkenntnis zu enthalten soll sie vor der Erkenntnis schützen, dass sie trotz aller Ansprüche göttlich zu sein oder am Göttlichen teilzunehmen, dennoch nur "natürliche" tierische Wesen sind. Letzten Endes, so scheint es mir, dient das Verständnis der Trennung von Ich und Welt, von Subjekt und Objekt, auch als Schlüssel zu den Rätseln der Erkenntnistheorie. Denn diese Rätsel entstehen durch die Annahme, dass der Gegenstand des Wissens, das Gewusste, als eine transzendentale Wirklichkeit getrennt und gesondert vom "Geist" des Wissenden, des "Verstehenden"existiere; und dass somit eine epistemologische Brücke über den Abgrund des Unwissens notwendig sei, um den Gegenstand des Wissens, die Natur, das Wirkliche, an den Geist des Wissenden zu ketten. Betrachtet man hingegen Deus sive natura als unitär, als einheitlich, so erscheint das Gewusste als Abdruck, als Gepräge im Geist des Menschen als natürliches Wesen, als ein Gepräge dass so selbstverständlich zustande kommt, wie sich der Körper des Erwachsenen ohne μετάβασις εἰς ἄλλο γένος, metabasis eis allo genos: „Ἀλλ’ ἐκεῖνο μὲν δῆλον, ὡς οὐκ (268b.) ἔστιν εἰς ἄλλο γένος μετάβασις, ὥσπερ ἐκ μήκους εἰς ἐπιφάνειαν, εἰς δὲ σῶμα ἐξ ἐπιφαείας· (Eines jedoch ist klar. Wir können den Körper nicht auf eine andere Gattung hin überschreiten, wie wir von der Linie zur Fläche und von der Fläche zum Körper übergegangen sind.)“ – Aristoteles: De caelo: 1. Buch, Kap. 1, 268b 1ff. So ist alles mir Begegnete, alles was ich gesehen, gehört und gefühlt habe, sei es beim Lesen von Büchern, bei Vorlesungen, bei Konzerten, bei Geselligkeiten der verschiedensten Arten, zum Gepräge meines Gemüts, meines Gehirns, meines Nervensystems, meines Körpers geworden, zum Bestandteil meines Wesens, zum Bestandteil des Wissens das ein untrennbarer Teil von dem ist, der ich jetzt bin. Beiträge zu der Entwicklung des wissenden Wesens dass ich heute Nachmittag um präzise 16 Uhr 15 am 28. Dezember 2021 geworden bin, sind erstens die von meinen Vorfahren ererbten Anlagen, welche durch ihre graduelle stufenweise Entfaltung zum Vorschein kommen; sind zweitens die im Verlauf des Lebens erworbenen Fähigkeiten, durch die fortschreitende Assimilation meiner Umwelt stattgefunden haben. Wenn ich zum Beispiel, mich nicht zum Musiker entwickelt habe, so muss es unbestimmt bleiben inwiefern diese Enttäuschung auf mangelndes Talent und/oder auf mangelndes Üben zurückzuführen ist. Ähnliches ließe sich betreffs der Mathematik, der Physik, der Chemie, und anderer Natur- und Geisteswissenschaften konstatieren.